Spiel mir das Lied vom Passivrauch

DKFZ: «Jede Woche ein passivrauchtotes Baby»

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Eine Meldung der «Tagesschau» vom 04.02.2008 stach mir heute zufällig schmerzhaft ins Auge: Schmerzhaft deswegen, weil anscheinend Journalisten sich heute nicht mehr über die Wahrheitsfindung als kontrollierende Vierte Gewalt definieren.

Stattdessen zitieren sie ungefiltert jeden Bockmist, welche über Agenturtickers reinkommen, obwohl jedermann der schreibenden Zunft spätestens seit den Veröffentlichungen in den USA oder England wissen sollte, daß die Passivrauchstudie widerlegt und der größte Hoax dieses Jahrhunderts ist. Noch peinlicher wird es hingegen, wenn derselbe Käse hundertfach wiederholt wird, obwohl alle wissen, daß das Zitierte falsch ist.

Nach Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist Tabakrauch «ein komplexes Gemisch aus 4800 Substanzen» von denen «mindestens 250 giftig oder krebserzeugend» sind. Ganz besonders für Kinder sei diese Mixtur gesundheitsgefährdend.

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In Deutschland, so heißt es weiter, sterbe gemäß DKFZ jede Woche ein Baby an den Folgen des Passivrauchens. (sda/ap)

(sda = schweizerische Depeschen Agentur / ap = Associated Press)

Zumindest ist der Satz noch im Konjunktiv gehalten, was auch nicht mehr selbstverständlich zu sein scheint, heutzutage. Zeitungen geben den Anschein von Seriosität, sind aber nicht mal das Papier wert, worauf die Enten abgedruckt werden. Man könnte meinen, wir hätten täglich 1. April.

Mir fällt auf, daß in letzter Zeit choreographisch perfekt und zeitlich genau terminiert auf die Debatte eines bundesweiten Rauchverbotes im National- und Ständerat, die Gehirnwäsche nun forciert wird mit unbelegten, unhinterfragten, ja gar falschen Zahlen in der Schweiz vorangetrieben und die Märchen und Phantasiezahlen ungeprüft vom DKFZ übernommen werden – völlig unrecherchiert oder absichtlich falsch informierend! Dabei könnte mittels einfachem Dreisatz als Kontrolle die Absurdität errechnet werden. Früher nannte man dies eine Zeitungsente und es war für eine Zeitung ein Skandal, einer solchen aufzusitzen. Heute ist das Tagesgeschäft und figuriert nicht einmal mehr unter einseitigem Journalismus – und niemand scheint es zu stören.

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Skandalöse Propagandazahlen aus dem BAG

Vom DKFZ schwappt diese Volksverdummung über den Rhein in die Schweiz, via Zeltner in Goebbelspose (Zitat FPS) direkt an Gutzwiller FDP und neu elektierter Ständerat, diskret an die Medien, die einfach abschreiben und/oder dafür bezahlt werden, Werbung im redaktionellen Teil versteckt zu platzieren. AT, Lungenliga, BAG, Zeltner, ProAere werden zitiert – andere haben keine Chance!

Es ist dies ein medienpolitisches Lehrstück, insbesondere für das Medienausbildungszentrum (MAZ), an Manipulation, Abhängigkeit und Täuschung der Leser was beweist, daß die Gewaltentrennung der Vierten Gewalt kaum noch existiert. Dies gilt für alle politischen Geschäfte, wenn man dem einfachen Mensch von der Straße etwas schmackhaft machen will, das er gar nicht will! Insbesondere vor Wahlen und Abstimmungen, wie es die «Weltwoche» in Bezug auf Christoph Blocher eindrücklich bewiesen hat. Wer beispielsweise die Unternehmersteuerreform II auch nicht durchschaut als das was sie ist und diese nicht ablehnt, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

update:

Die ER II wurde mit hauchdünner Mehrheit von 20’000 Stimmen von 38 Prozent der Stimmberechtigten angenommen.

[Carolus Magnus]

18 thoughts on “Spiel mir das Lied vom Passivrauch

  1. Es scheint ein Fünkchen Hoffnung zu geben

    In Rheinland-Pfalz darf gemäss einem provisorischen Gerichtsentscheid in kleinen Kneipen vorerst noch geraucht werden.

    Und schon schreien Politiker nach neuen Gesetzen, die keine Ausnahmen wie abgetrennte Raucherräume mehr erlauben sollen!

  2. Lieber pacito

    Bisher hat, soviel ich weiss, erst Ulla Schmidt öffentlich zum Denunziantentum aufgefordert, mit der Begründung, dass die Ordnungskräfte überfordert seien, den Tatbestand des Rauchens in Kneipen ständig zu verfolgen. Martina Pötschke-Langer und Sabine Bätzing manipulieren bloß Zahlen und Fakten. Beispielsweise veröffentlichen sie in Interviews, dass seit dem Rauchverbot in Irland weniger Leute Rauchen – Tatsache ist, dass die Grupper 15-24 der Frauen auf einem Allzeithöchst ist – von 20% auf 25% gestiegen! Das ist ein volles Viertel mehr! Dann erzählt sie Märchen über die florierende Wirtschaft in Kneipen, obwohl fast überall 20-30 Prozent Umsatzrückgang zu verzeichnen ist und in Irland unzählige Kneipen bereits dicht machen mussten. Sie erzählen das Gegenteil dessen, was wahr ist. Das ist die kontinuierliche Desinformation des DKFZ und nicht informierte glauben diesen Bockmist.

    Helmut Schmidt (89) und seine Frau Loki wurden des vorsätzlichen Totschlags von Horst Keiser angeklagt, dem Kopf des zweitgrössten Antiraucher-Verbands Deutschlands mit mikrigen 500 Mitgliedern. Da muss man sich schon fragen… und an den Kopf fassen. Die Antwort des Staatsanwaltes war sinngemäss: «Unglaublich, womit sich ein Staatsanwalt heutzutage rumschlagen muss». Die Klage wurde sofort vom Tisch gewischt, da der Totschlag (frei nach Auslegung von Pro Hirnfrei) nicht bewiesen werden konnte. Wie denn auch? Es gab keine Toten 😀

    Video Anne Will mit Horst Keiser

    Man darf nicht alles glauben was militante Antis von sich geben!

    Psychogramm der militanten Antiraucher von Rüdiger Dahlke

    Der Arzt Rüdiger Dahlke unterscheidet zwischen so genannten »Antirauchern« und »Nichtrauchern«. Laut Dahlke hat ein Antiraucher, im Prinzip das gleiche Problem wie ein Suchtpatient. Er leide unter einem gewissen emotionalen Überdruck, oft gepaart mit einem starken Mangel an Selbstwertgefühl. Insgeheim beneide der Antiraucher den Süchtigen um die Möglichkeit, exzessiv zu »genießen« bzw. zu »sündigen«. Dies könne jedoch weder reflektiert noch eingestanden werden, denn das vermeintlich »Falsche« wolle er nicht begehren. Das erinnere stark an das Verhalten katholischer Priester im Umgang mit dem Thema Sex und Promiskuität. Die Folge sei ein gewisser missionarischer Eifer mit stark zwanghaften Zügen und teils verkappter, teils offen zur Schau getragener Feindseligkeit. Zitat Dahlke: »Weil der Raucher nach Meinung des Antirauchers „stinkt“, muss der Antiraucher zwanghaft „stänkern“«. Der Süchtige, so Dahlke, habe zumindest die Möglichkeit zu erkennen »Ich bin abhängig von dieser oder jener Substanz« und könne sich in Folge dessen die Frage stellen »Will ich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen oder will ich das nicht«?

    Für den Antiraucher sei das nahezu unmöglich, denn er suche die Schuld für sein Unwohlsein grundsätzlich bei Anderen, da er die eigenen Bedürfnisse abgespalten habe. Die Unfähigkeit die eigene psychische Erkrankung zu erkennen sei seinem Krankheitsbild immanent.

  3. Dieses Urteil des Verfassungsgerichtes wird in den nächsten Tagen dermassen torpediert, dass sogar die Verfassungsrichter einknicken. Das nennt man die „Tyrannei der Mehrheit“ nach Toqueville.

    Denunziantentum schlimmer als unter Hitler fordert Bätzing: Zudem setzt die Drogenbeauftragte auf die soziale Kontrolle der Nichtraucher, die nun selbstbewusst ihre Rechte in Kneipen und Restaurants einforderten.“

    Als nächstes möchte Bätzing rauchfreie Zonen in Stadien sehen. „Denn Sport und Rauchen vertragen sich nicht“. Die Vereine und der Deutsche Fußball-Bund seien hier in der Pflicht. Führe dies nicht zum Ziel, müssten die Länder notfalls auch mit Gesetzen einschreiten, sagte Bätzing.


    Quelle

  4. Wir Raucher sind Mörder. Um das geht es doch bei der Passivrauchdiskussion.

    Kommt noch hinzu, dass heute eh alle zur „Mehrheit“ gehören wollen. Die Sensibilisierung der Minderheiten, wie das die 68-iger richterweise gefordert und erreicht haben, ist Vergangenheit. Heute: Die Mehrheit regiert. Die anderen sollen den Arsch einziehen. Nun ja. Seis drum. Das nennt man Zeitgeist.

  5. Carolus Magnus schreibt:

    „Man darf nicht alles glauben was militante Antis von sich geben!“

    Dem stimme ich zu lieber Carolus, denn Horst Keiser hat die Schmidt´s nicht wegen „vorsätzlichen Totschlags“ angezeigt sondern wegen „des Verdachts der Körperverletzung“.

    Hieran sieht man das Du dich genau der Methoden bedienst die Du selbst kritisierst. Da Du selbst ein Anti bist, bist Du bist kein deut besser.

    Teuflische Grüße vom Boesen Bodo

  6. Teuflisch böser Bodo

    Der Begriff „vorsätzlicher Totschlag“ wurde damals im Pro Hirnfrei-Forum (bitte googlen – falls unbekannt), dem angeblich grössten Nichtraucher-Schutzverband Deutschlands mit etwa 12 Mitgliedern, so verwendet. In der Zwischenzeit haben die aber ein neues Forum aufgezogen, für jeden einsichtbar. Ab 14. Sept. 2008 wurde die Vereinsmeierei wieder eingeführt, ob es nun um Mitgliederbeiträge oder Zensur geht, entzieht sich meinen Kenntnissen, und der Beitrag ist nicht mehr auffindbar.

    Die Presse hingegen schrieb, wie von dir richtig bemerkt, von „Verdacht auf Körperverletzung“ und „Verstoss gegen das Rauchverbot“.

    Da sich Segregationsgegner dort auch als Kindermörder u.a. unschmeichelhaften Betitelungen ausgesetzt sehen, ich den dort vorherrschenden Wahn durch gelegentliches Reinschauen also kenne, habe ich mich für die von Pro Hirnfrei gebrauchte Bezeichnung entschieden – dies in meiner künstlerischen Freiheit mit dem Stilmittel Halb-Satire und dem Kopieren des Marktschreierischen in Boulevard-Blättern.

    Es ist schon schlimm genug, Altkanzler Helmut Schmidt von einigen Verwirrten angeklagt zu sehen:

    Zitat Bild: Das Foto von den genüsslich paffenden Eheleuten Schmidt entdeckte die Nichtraucher-Initiative in BILD – und erstattete sofort Anzeige! Nicht nur gegen Helmut und Loki Schmidt, auch gegen „Komödie“-Chef Michel Lang – weil er zugelassen hat, dass die Schmidts rauchten.

    Zitat Staatsanwalt: „Dieser Fall ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, mit welchen Sachen sich eine Staatsanwaltschaft beschäftigen muss.“

    Wie, um des Teufels Willen kommen Sie auf die Idee, ich sei ein Anti? – Ich bin freiheitsliebend und somit vielleicht ein Verbots-Anti jeglicher Art, besorgt um den Erhalt der noch nicht diktatorisch versauten Biotope, dem stimme ich gerne zu. Aber einfach ein Anti – nein, das bin ich nicht.

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  8. Satire also, das heisst das man Dich und deine Seite nicht ganz ernst nehmen kann.
    Es ist für die Seriosität einer Internetseite und der Person die dahinter steht unerlässlich immer!!! bei der Wahrheit zu bleiben. Das tust Du nunmal nicht und deshalb bist Du und deine Äußerungen nicht ernst zu nehmen.

    Boeser Bodo,
    die Kraft die immer nur das Böse will.

  9. Es ist stets die Krux der Glaubwürdigkeit der Presse, die genauso ihre Interessen, je nach politischer Couleur und Parteianhänglichkeit, vertreten. Nicht zu vergessen, den Werbe-Etat. Tabak darf nicht mehr beworben werden, also redet man nach dem Mund der Pharmaindustrie. Die Gesinnung, Meinung, Überzeugung der heutigen Presse folgt hier eindeutig dem in Aussicht gestellten Geld. Bedenklich ist, dass diese nicht mal vor Desinformation zurückschrecken, sondern Agenturtickermeldungen tel quel abschreiben – oft aber auch von Bundesbehörden unter Druck gesetzt werden. Wozu sonst haben wir 600 Bundes-Werbeprofis, eine psychologische und werbetechnische Elitekampfeinheit, um Abstimmungen im Interesse des Bundesrates zu lenken, denen wir mit unseren Steuern gut dotierte 180 Mio. Franken jährlich in den Hintern blasen? Wie die Abstimmung gezeigt hat, befürworten das 75 Prozent der nicht zu faul zum abstimmen gehenden mündigen Bürger. Sie begrüssen, dass sie vom selbstverantwortlichen und eigenständigen Denken ausgenommen werden.

    Darf man annehmen, dass der, nach Selbstdekalration und von vielen Presseprodukten (Focus, Süddeutsche, etc.) bestätigte, angeblich grösster Anti-Raucher-Verband Deutschlands keine valable Quelle ist? Bestimmt legt nun Böser Bodo allgemeingültig fest, welche Quellen „politically correct“ sind und nach denen man sich zukünftig zu richten hat?!

    Ich bin gespannt auf deine Antwort.

    P.S. Mein Autorenangebot steht noch. Es wäre nett, eine diesbezügliche Antwort zu erhalten; und sei es nur anstandshalber, mir eine Ab- oder Zusage zu erteilen. Oder muss ich hier erst auf ein entsprechendes Gesetz der bundesrätlichen oder parlamentarischen Umerziehungs- und Bevormundungsfraktion warten?

    P.P.S. Zudem ist meine Frage an dich noch nicht beantwortet worden: Wie, um des Teufels Willen kommen Sie auf die Idee, ich sei ein Anti?

    contact ät sackstark punkt info

  10. Hallo Carolus,

    habe deine Zeilen kurz quer gelesen. Viel neues konnte ich bei den paar Stichworten nicht erkennen.
    Ich kann dich einfach nicht ernst nehmen, du bist zu unprofessionel. Schreib´nicht ellenlange Texte, dafür hab´ich keine Zeit.

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