Brauchen wir die Vierte Gewalt noch?

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Wem dient die Vierte Gewalt?

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Medien seien die Kontrollorgane gegenüber Staat und Behörden, Instanzen der Öffentlichkeit, gegen Geheimniskrämerei, Bürokratie und Bevormundung. So zumindest lautet die Theorie. Leider ist die Realität mit dieser Theorie kaum noch kongruent. Ob nun Berlusconi in Italien oder Bush in den USA, ob der aktuellen Irak- und Afghanistan-Kriege oder irgendeiner der vergangenen oder bevorstehenden Feldzüge gegen Terrorismus, Raucher und das Böse schlechthin, ob von einem Journalisten frei erfundene Geschichten in der New-York-Times oder die umsatz- und werbesteigernden Schlagzeilen über die Abrechnung einer Ex-Präsidenten-Gattin mit ihrem Zigarren spielenden Gatten in Buchform, von journalistischer Ethik, Professionalität und Unabhängigkeit ist kaum noch etwas zu sehen, zu hören oder zu lesen.

Political Correctness, Behördenpropaganda und Wirtschaftskapitäne diktieren den Inhalt, kreieren Trends und da der Markt Werbeeinnahmen zum Überleben fordert, welche mehr Auflage und Einschaltquoten bringen, sind diese Kräfte heute die neuen Bosse in den Redaktionszentren der westlichen Welt. Wer kann es sich heute noch leisten, Journalisten auf Stories anzusetzen und ihnen Zeit zu geben, mit gut recherchierten Artikeln Licht ins Dunkel zu bringen und Machthaber aus Politik oder Wirtschaft in Frage zu stellen? Medien sind Produkte, die verkauft werden verkauft werden müssen. Was Eingang findet in die Berichterstattung, und damit in die öffentliche Wahrnehmung oder gar ins öffentliche Bewußtsein, entscheiden heute nicht mehr die Macher der Medien, sondern die Machthaber aus Wirtschaft und Politik mittels Millionen-Werbebudgets oder drohendem Werbeboykott.

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Konzertierte Behördenpropaganda

Das heutige Pressetheater ist eindeutig zu auffällig inszeniert. Der Ständerat beschließt heute ein strenges Rauchverbot. Plötzlich taucht aus dem Nichts Frau Pesenti auf und verkündet ein „erfolgreiches“ Rauchverbot im Tessin. Die Presse plappert sofort alles nach. Nun kommt aber der Clou. Heute in der Tagesschau des Schweizer Fernsehens, um 19:30 Uhr, wird auch noch über das rauchfreie Tessin berichtet und – man glaubt es kaum – auch gleich noch 2 Stunden und 20 Minuten später, etwas anders aufbereitet im 10vor10. (cms)
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Was soll’s. Finden wir uns eben damit ab, daß eingebettete Journalisten geile Bilder von der Kriegsfront liefern statt im Sumpf von Bürokratie und Korruption zu stochern. Finden wir uns ab, daß Preisträger ihre Geschichten erfinden, weil sie realistischer sind als die Wirklichkeit. Finden wir uns ab, daß auch Journalisten sich ihr täglich Brot verdienen müssen und die Hand, die sie füttert, nicht ohne unangenehme Konsequenzen beißen können. Finden wir uns ab, daß Artikelschreiber fast alles unbesehen übernehmen, was aus dem Ticker der Depeschenagenturen rattert, bloß um die Seiten zu füllen. Finden wir uns ab, daß die Volksverdummung überhand nimmt und die behördliche Propagandamaschinerie bald USSR Ausmaße annimmt. Finden wir uns ab, daß die besten Journalisten von Unternehmen gemietet werden können. Das ist zwar weder schön, noch moralisch, oder gar ethisch, aber wir scheinen es uns leisten zu können, ohne zu Murren alles zu schlucken, ohne daß sich unsere Gesellschaft darüber empört, daß wir uns chinesischen, oder zumindest diktatorischen Verhältnissen annähern.

Nur so ist zu erklären, daß Kollaborationszentren auf der ganzen Welt ohne Widerstand installiert werden konnten, nur so ist zu erklären, daß heute die meisten Bürger der Passivrauchlüge aufsitzen, nur so ist zu erklären, daß ganze Nationen mit einer Lüge gespalten werden und dies kalt lächelnd in Kauf genommen wird. Der Tabakindustrie wurde 1998 per Gerichtsurteil und im Falle eines Verstoßes Milliardenbußen auferlegt. Sie dürfen sich weder äußern, noch Falschaussagen richtig stellen. Diese gerichtliche Zensur stammt aus den USA, wo erstmalig in der Geschichte eine ganze Industrie zum Lügen verurteilt wurde. Somit hat man putinmäßig (Yukos) einen ganzen Industriezweig als Konkurrent lahmgelegt und den Pharmazeutikfirmen im Namen von Gesundheit, Allmacht, Geld und Wettbewerbsverzerrung Tür und Tor geöffnet. Die neuen Drogenbarone sind nicht etwa im Urwald von Kolumbien zu suchen, nein, sie sitzen ganz offiziell in protzigen Büros an den teuersten Adressen der Welt und lassen die WHO für sich als renommierteste Werbeagentur mittels Spenden arbeiten.

Wer meint, daß mit einem Rauchverbot in Kneipen das Problem gelöst sei, der lese bitte nachfolgenden Link der Tabakfeinde.

Sollten auch Sie denken, passiver Tabakrauch sei schädlich für Ihre Gesundheit, dann sind Sie bereits Opfer dieser Machenschaften geworden, ohne daß Sie dies bemerkt haben. Fragen Sie sich doch einmal, wann, und vor allem wie Sie zu dieser Erkenntnis gekommen sind.

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Demnächst Rauchverbot auf dem Balkon

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Jeder Bockmist wird abgekupfert – ohne Kontrolle
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Desinformationskampagne des BAG

3 thoughts on “Brauchen wir die Vierte Gewalt noch?

  1. Besten Dank für den interessanten Artikel, den Du geschrieben hast. Wir leben effektiv in einer merkwürdigen Gesellschaft, wo alles wieder in Frage gestellt werden könnte. Eines steht fest!!!! Alle die viel Geld haben und/oder in der Politik tätig sind haben die Macht und können Sachen beeinflussen. Die anderen, die krampfen müssen, um jeden Monat ihren Lebensunterhalt zu verdienen haben keine Zeit zum nachdenken; sie sind am Abend müde und froh, dass sie sich den Kopf mit Ueberlegungen nicht zerbrechen müssen. Sie versuchen schon Ihre eigenen Probleme zu lösen. Schade, es ist aber so!!!! Es kommt noch dazu, wenn jemand kritisch ist wird sehr oft als nicht normal betrachtet, weil er alles in Frage stellt. Die meisten Leute sind naïv. Man trifft solche fast jeden Tag.

    Was sollen wir machen ? Sollen wir in einer politischen Partei einsteigen oder sollen wir uns als Journalist ausbilden lassen ? Du bist fast schon auf dem Weg dazu!!!!!!!!!!indem Du mit Deinen Artikeln, Leute auf die Problematik aufmerksam machst. Ich habe den Link auch angeschaut. Sind Leute nicht mehr erwachsen genug und vom gesunden Menschenverstand eingeprägt, sodass man alles vorschreiben will und manchmal muss. Ich glaube persönlich, dass die Erziehung, die Werte, die Lebensvorstellungen, die neuen Lebensformen und die immer höheren Anforderungen sowie viel Egoïsmus und der Gier am Profit viel daran verursachen. In dieser „Jungle“ müssen wir trotzdem unseren Weg finden.

    Viele, viele Grüsse
    Christiane

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