GB: Dicke Schwangere werden abgewiesen

Gewichts-Guillotine BMI 34

Somerset_Hospital

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Wie von Sackstark schon mehrmals prophezeit, werden Übergewichtige bald genau so verfolgt wie Raucher und neuerdings auch Alkoholliebhaber. Auch hier arbeitet man mit Ausreden und Behinderungen unerwünschter „Abnormaler“. Doch sobald die Dicken in der Überzahl sind, werden es die Dünnen sein, welche einen Außenseiterstatus erhalten in einer Zeit der vorherrschen Diktatur der Mehrheit.

Im britischen Somerset, einem südenglischen Bezirk, das für seinen vorzüglichen Apfelsaft bekannt ist, werden schwangere Frauen in ihren lokalen Spitälern nicht mehr zugelassen, wenn Hebammen diese als zu fett erachten. Werdende Mütter mit einem Body Maß Index (BMI) von über 34 werden abgewiesen, weil das Personal fürchtet, übergewichtige Patienten könnten während der Geburt sterben und man führt an, daß sie ein erhöhtes Risiko für Blutungen und Komplikationen darstellen. Statt dessen müssen sie ins 20 Meilen entfernte Bristol reisen, das sich als eine High-Tech-Klinik für Schwangere anpreist. Doch die Frauen wollen genau wegen der Abscheu vor der High-Tech Umgebung in ihren lokalen Krankenhäusern ihr Kind zur Welt bringen.

Slimming World ist Großbritanniens größte Organisation, dessen Businessplan die Fettvernichtung vorsieht. Jede Woche werden, wie bei den Anonymen Alkoholikern, an die 6000 Gruppentreffen, angeführt von 2500 ausgebildeten, selbständigen Beratern, abgehalten. Gemäß Angaben der Firma hätten während der letzten 40 Jahre über fünf Millionen Übergewichtige die Gruppen besucht und total über 60 Millionen Pfund an menschlichem Fett vernichtet. Im Durchschnitt hätten 300 000 Leute jede Woche die Slimming World besucht. Slimming World behauptet, ihre Mitglieder würden ihr Gewicht durch ein Programm mit einer Kombination eines Eßplanes, genannt «Food Optimising», moderaten Aktivitäten, genannt «Body Magic» und Gruppen-Support sowie das Austauschen von Erfahrungen unter den Mitgliedern, die sich gegenseitig zur Verhaltungsänderung ermutigen, verlieren. Quelle

Obesity-pregnantCarole Welch, die eine lokale Slimming World Klasse führt, meint es sei falsch, wenn voluminösere Frauen nicht in der Nähe ihres Wohnortes sicher gebären können und gezwungen sind, eine weitere Reise nach Bristol auf sich zu nehmen. Schauen wir den Tatsachen in die Augen: «Zurzeit ist Übergewicht ein stark steigendes Problem und immer mehr Frauen fallen unter diese 34 BMI-Guillotine. Die Krankenhäuser sollten ihre Einrichtungen verbessern um jede schwangere Frau aufnehmen zu können».

Der BMI wird dazu benutzt festzustellen, ob eine Person ein gesundes Gewicht in Relation zu ihrer Größe hat. Die Formel lautet: (Gewicht in kg) dividiert durch (Höhe in Zentimeter im Quadrat, dividiert durch 100). Ein BMI von 30 bedeutet zur Zeit fettleibig, einer von 40 sehr fettleibig, wobei diese Definition jederzeit nach unten oder nach oben korrigiert werden kann, je nach Fortschritt der Hatz gegen Dicke oder Modeerscheinungen.

Die National Health Services (NHS) von Nord-Somerset veröffentlichten in ihrem letzten Jahresbericht, daß in den letzten Jahren die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen sich spiralförmig nach oben entwickelt habe. Experten schätzen, daß 29 600 Erwachsene, erstaunliche 18 Prozent der Bevölkerung, fettleibig seien und daß weitere 6000 bis zu Jahre 2013 hinzukommen werden. Dann wären es schon 22 Prozent.

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3 thoughts on “GB: Dicke Schwangere werden abgewiesen

  1. Ist mir auch schon lange klar, dass es so weit hat kommen müssen und lustig so weiter geht. Nach dem Motto. Mehrheit gegen Minderheit. Nur haben diese Oberdeppen eines nicht mitgekriegt: die Wirtschaftskrise. Die wird dermassen gravierend sein, dass sich kein Schwanz mehr interessiert, wer fett ist oder raucht oder einen Hund hat. Dann gehts nämlich nur noch ums Überleben. Und gerade hier sind die äusserst dekadenten Schweizer Gutmuttis sehr schlecht aufgestellt.

  2. „Man ist lieber a bisserl rund und xund, als schlank und krank“, soll Franz Josef Strauss (ehem. bayrischer Ministerpräsident) gesagt haben, der bekanntlich kaum die Idealfigur hatte.
    Es gibt Leute, die müssen sich immer in Szene setzen. Einmal sind es die Dicken, dann die Dünnen, nachher die Trinker, vorher die Raucher, den zu Grossen wird man gelegentlich „Halmverkürzer“ spritzen und die zu Kleinen werden vermutlich gestreckt.
    Wir brauchen nicht ins Ausland zu gehen um Schreibstoff zu finden. Es gibt bei uns genügend Beispiele. Zu erwähnen ist die CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Sie als magere Zicke, die sich in einem Besenschrank ausruhen mag, kann gut wettern über die Dicken. Wär sie dick, würde sie sich über die Dünnen und Magersüchtigen her machen. Schliesslich muss sie als Politikerin und Lobbyistin (Krankenkasse) „Aktivitäten“ entwickeln.

    Blick: …Dicke sind am Dicksein selber schuld…

    Als gelernte Lehrerin ist sie sich gewohnt, andern zu sagen was zu tun ist…

    Werdegang

    * 1978-1981 Primarlehrerin
    * 1987-1988 Bezirksamt Baden
    * 1988-1989 Bezirksgericht Baden
    * 1989-1994 Geschäftsführerin des Aargauischen Krankenkassen-Verbandes (AKV)
    * 1994 bis 2001 geschäftsführende Präsidentin des AKV
    * 2001 – 2008 Mitglied der Direktion und Leiterin Region Mitte von santésuisse (Die Region Mitte umfasst die Kantone AG, BE, BL, BS, LU, NW, OW, SO, UR, ZG, SZ)
    * Selbständige Beraterin im Gesundheitswesen

    Deswegen ist u.a. das Gesundheitswesen so teuer: Es gibt zu viele Beraterinnen und Berater.
    Schon die Swissair wurde zu Tode beraten… Am besten haben die Berater davon gelebt…!

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