Erziehungsdiktatur fordert weitere Verbote

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Genau so begann es vor Jahren mit der Raucherhatz

Erziehungsdiktatur unaufhaltbar?

Schokolade und Salznüsse bald verboten?

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Die Engländer machen’s vor: Ab 2008 darf im britischen Fernsehen bei Kindersendungen nicht mehr für Fastfood geworben werden. Der Medienregulierer Ofcom will damit zum Kampf gegen das zunehmende Übergewicht der heimischen Kinder beitragen: Denn 32 Prozent der Buben zwischen zwei und fünfzehn Jahren sowie 31 Prozent der Mädchen haben zu viel Speck auf den Hüften. „Kinder unter acht Jahren glauben alles unvoreingenommen“, erklärt Ernährungswissenschafter Heinz Freisling von der Uni Wien. Und seien deshalb besonders anfällig für bunte Fastfood-Werbung, gerade im TV, wie eine aktuelle Studie besagt.

Direkte Ansprache von Kindern verboten

Auf EU-Ebene wird schon seit Längerem über ein TV-Werbeverbot für Schokoriegel, Chips und Co debattiert: Per Gesetz sollte, ähnlich wie das Tabakwerbeverbot, nun Herstellern und Werbetreibenden eine direkte Ansprache von Kindern in ihrer Werbung verboten werden.

Auslöser der Initiative des EU-Gesundheitskommissars Markos Kyprianou war die stetig zunehmende Fettleibigkeit (Adipositas), die mittlerweile ein gesamteuropäisches Problem darstellt. „Das britische Modell könnte EU-weit Schule machen“, meint Konrad Maric, Obmann-Stellvertreter des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Österreichischen Wirtschaftskammer. „Trotzdem oder gerade weil es in naher Zukunft vonseiten der Kommission kein generelles Werbeverbot für Fastfood-Produkte geben wird.“

Salz-, zucker- und fetthaltige Lebensmitteln

Das Thema werde zwar nach wie vor heftig diskutiert, man setze aber zunehmend auf freiwillige Vereinbarungen. So hat etwa der Masterfoods-Konzern zumindest angekündigt, in Zukunft seine kalorienhaltigen Riegel nicht mehr Kindern unter zwölf Jahren anzupreisen. Und die Werbebranche erarbeite gemeinsam mit der Europäischen Kommission einen Kodex zur Selbstregulierung, erklärt Maric und fügt hinzu: „Die EU plant außerdem einheitliche Kennzeichnungsvorschriften für salz-, zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln in den Mitgliedsländern.“ Dies sei allerdings ein kompliziertes Verfahren. Bis es schließlich so weit sei, würden bestimmt noch etliche Jahre vergehen. Die Briten wollen, wie schon beim Kampf gegen den Tabakkonsum, wieder einmal vorpreschen: Angedacht ist ein Farbleitsystem auf Verpackungen, das vor ungesunden Zutaten in Lebensmitteln warnen soll.

(Markus Böhm/ DER STANDARD Printausgabe 6.9.2007)

update

Grüne fordern Verbot von Süssigkeiten

10 thoughts on “Erziehungsdiktatur fordert weitere Verbote

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  5. Ist ja ganz logisch.
    Die Eltern müssen heute die Kinder auf Schritt und Tritt überwachen, es könnte ja was passieren.
    Wenn sie das nicht tun gelten sie als verantwortungslos.
    Da war es für mich (Jg. 65) einiges einfacher:
    Hausaufgaben mussten gemacht sein.
    Zum Essen zu Hause sein
    Wenn die Strassenlampen angehen (oder das Chuchitüechli auf dem Balkon ist): zu Hause sein.
    Sonst hatten wir die grosse Freiheit und kamen beim spielen (inkl. im so so gefährlichen Wald) zu genug Bewegung.

  6. Die sogenannten „Freiheitsfanatiker“ vergessen immer (absichtlich?) dass die angebliche Freiheit für wenige grosse Profite bringt, die niemals den angerichteten gesundheitlichen Schaden bezahlen können…
    Wenn alle nur noch an den Abzockerketten hängen und sich mit allem vollstopfen, was Profit bringt, landen wir nämlich in der Wirtschaftsdiktatur. Die Globalisierung führt etwas schneller dahin…

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