Gähnend leere Pubs – Wo sind die Nichtraucher?

.

Passivrauch

schornsteine01.jpg

Rauchende Schornsteine sind vom Rauchverbot verschont geblieben

.

Um einen Platz braucht sich der deutsche Gast keine Sorgen zu machen, der Pub ist leer. Vor der Tür, auf der Terrasse, sitzen sechs Briten bei Bier und Zigaretten und genießen das schöne Wetter im Südwesten Englands.

Eine Situation wie sie englische Kneipen- und Restaurantbesitzer in diesem Sommer häufig erleben. Das Rauchverbot sorgt seit 1. Juli letzten Jahres in der englischen Gastronomie für ungewohnten und vor allem ungewollten Leerstand – abgesehen von Plätzen unter freiem Himmel. „Die Regierung hat uns gesagt, mit dem Rauchverbot würden die Gäste in Scharen kommen, das Geschäft würde brummen und die Umsätze neue Rekorde erreichen.“

Doch das Gegenteil ist der Fall. Tony Blows ist sauer. „Wir haben ein Problem, jemand hat versäumt, es den Nichtrauchern zu erzählen“, schreibt er lakonisch an die Herausgeber des «Daily Telegraph». Der Wirt von «The Dog Inn» in Ewyas Harold in der Grafschaft Herefordshire spricht vielen seinen Branchenkollegen aus der Seele. „Die Regierung hat uns gesagt, daß sich 70 Prozent unserer Kunden eine rauchfreie Umgebung wünschen. Wir fanden das recht seltsam zu einem Zeitpunkt, als 80 Prozent der Pub-Besucher Raucher waren.“

Da half auch keine Renovation, eine neue Speisekarte oder zusätzliches Personal. Die Gäste bleiben aus. Umso grotesker auch die Erfahrungen, die Ron Keeley aus Woking in Surrey machte: „Als ich ein Pint Bier bestellte, höre ich wie ein Gast sagt: Ich kann hier an der Theke bleiben und mich langweilen, oder nach draußen gehen, ein bißchen passiv rauchen und ein gutes Gespräch führen!. Wir sind schließlich gemeinsam auf die Terrasse gegangen und haben einen leeren Pub zurückgelassen.“

Die Leere hält nach Brancheninformationen viele Pub-Innenräume fest im Griff. Alternativ richten sich Wirte, Gäste und Personal im Freien ein. Zurück bleibt eine ausgestorbene Kneipe. „Wohin führt dies alles?“, fragt Michael Walshaw aus Appleton in Oxfordshire in seinem Brief an den «Daily Telegraph». „Wo sind die Nichtraucher, die das Rauchverbot wollten?“ Auch Walshaw versteht die gastronomische Welt nicht mehr. „Wir, die Raucher müssen außerhalb eines leeren Pubs sitzen. Das ist lächerlich.“

(Ausführlicher Bericht in DTZ 32/07)

nichtraucher-saison2.png

Nichtraucher-Ära voller Nostalgie

siehe auch hier und hier

Carolus Magnus

7 thoughts on “Gähnend leere Pubs – Wo sind die Nichtraucher?

  1. Des wird so rauskommen, dass wir mehr Arbeitslose, und in 2 Jahren, mehr Sozialhilfeempfänger haben.
    Es soll mir keiner kommen wegen zu hohe Lohnnebenkosten und zu hohen Steuern.
    Sie haben es so gewollt (und kommen hoffentlich damit nicht durch)
    Am 28. September 2008 sind alle Zürcher aufgerufen, Stellung zum „Nichtraucherschutz“ zu nehmen.
    2 x NEIN

  2. Na die Nichtraucher sind in den Wohnzimmer von Rauchern, da sich die Raucher vehement wehren in ein Nichtraucherlokal zu gehen und lieber zu Hause sitzen, ein Bier genießen und dazu eine rauchen.
    Ich habe es in Wien, im 4en Bezirk erlebt. Groß stand in der Zeitung: Wiens erstes Nichtraucherlokal öffnet die Pforten. (vor ca. 8 Jahren)
    Nach ca. 3 Monaten hat der Betreiber den Namen des Lokales geändert und es durfte wieder geraucht werden.
    In Österreich sieht es ja jetzt so aus, dass sich der Wirt entscheiden muss: Raucher oder Nichtraucherlokal.
    Bin mal gespannt wie es ausgeht 🙂

  3. Bis zu Raumgröße 50m2 freie Wahl. Bis 80m2, wenn man nicht umbauen kann, freie Wahl.
    Und darüber muss ein Nichtraucherraum vorhanden sein.
    Und alle anderen werden halt auch zusperren. 🙂

  4. Pingback: Hilft Tabak aus der Finanzkrise? « Sackstark!

  5. Pingback: Rauchverbot: GastroSuisse übt harsche Kritik « Sackstark!

  6. Pingback: Britische Puritaner fordern Plastikbecher für Bierausschank « Sackstark!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.