Alkohol: Reiss mich auf und nimm mich!

Devil Bag

«Reiß mich auf und nimm mich!»

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Während sich Kapnophobiker und Misokapnisten nicht nur ihre eigene Lebensqualität vergällen, sondern auch meinen, ihre Vorstellungen andren per Gesetz aufzwingen zu müssen, indem sie sich an den Zipfel von weißen Laborkitteln manipulativer Ärzte im Dienste des BAG, pro aere, Lungenliga und derlei mehr Steigbügelhalter hängen, kaufen Kinder fröhlich, ohne das Wissen der Eltern und ohne Alterskontrolle hochprozentigen Alkohol in sogenannten «Devil Bags» ein.

Im Angebot stehen für € 0.99 pro Tütchen 36- bis 40-prozentige Alkoholika wie Whisky, Wodka, Cognac, Rum und Gin. Die 20-Milliliter-Briefchen sind leicht und unauffällig wie ein feuchtes Erfrischungstüchlein mitzunehmen und gezielt auf Kinder und Jugendliche in attraktiver Comic-Manier zugeschnitten. Ein sackgeiles weibliches Teufelchen mit großen, unschuldigen Kulleraugen fordert in der Überschrift doppeldeutig: «Reiss mich auf und nimm mich!». Welcher hormonüberschüssige Teenager könnte da noch widerstehen?

Gedacht sind diese kleinen Briefchen für den schnellen, heimlichen und enthemmenden Drinkmix in Cafés und Bars, indem man eine Cola oder einen Orangensaft bestellt um dann diskret den Beutel aufzureißen und den Inhalt unterm Tisch oder unter der Bartheke in das Glas zu schütten.

Chapeau! Dies scheint mir die bisher raffinierteste Marketingstregie seit Red Bull und der »längsten Praline der Welt« zu sein. Doch damit nicht genug: Die Zürcher Polizei beschlagnahmte bereits letztes Jahr eine Art Reagenzglas bei Jugendlichen, genannt «Red Bull Kick 80», welches 80 Prozent Alkohol enthielt.


Da erscheinen mir die Zürcher Behörden, die ein Verkaufsverbot für Bier ab 21:00 Uhr sowie den Verkauf in Kneipen über die Gasse verbieten wollen, nicht nur schmerzlich naiv, sondern absolut lächerlich und peinlich der Realität entrückt. Durch solch amtlich beglaubigte Bier-Ideen werden eher mündige, Erwachsene, statt die vorgeschobene »Zielgruppe« gegängelt. In diesem Zusammenhang möchte ich das Wort „mündig“ im Sinne des eigenständigen Denkens verstanden wissen und diese Fähigkeit somit stark in Frage stellen, denn kaum einer scheint sich gegen solche Schildbürgerstreiche wehren zu wollen.

Der Staat schlägt einfach blind, ohne legitimen Auftrag, analog der früheren klerikal verklemmten Sexualmoral, mit der Gesundheitsfaschismuskeule auf eigenständige, erwachsene, hart an der Sklaverei arbeitende Bürger ein und beschränkt sie zunehmend in ihrer ureigenen Privatsphäre und Persönlichkeitsentwicklung. Der „Neudenk“-Staatsapparat aus Orwells 1984 ist näher als die meisten vermuten und uns lieb sein sollte.

Allen ist bekannt, daß Verbote, die nicht einzuhalten sind, nebst Leerlauf und dadurch massiv steigender Staatsquote  immer auch Gegendruck erzeugen und die Kreativität und rebellisches Verhalten, sowohl der gegängelten Erwachsenen, als auch die durch den Staat überbehüteten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen beflügeln. Ebenso ist es Allgemeinwissen, daß Kinder und Jugendliche am Liebsten genau das tun, was verboten ist, um sich beim Abnabelungsprozeß von den Eltern abzugrenzen und um altersgemäß durchaus gesund zu rebellieren.

Wenn nicht bald europaweit eine Abkehr von diesem Gesundheitswahn erfolgt, werden wir „struben“ Zeiten entgegen sehen und je länger wir damit zuwarten, umso heftiger wir die Auseinandersetzung und umso mehr werden wir es bereuen.

Carolus Magnus

4 thoughts on “Alkohol: Reiss mich auf und nimm mich!

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  4. Ebenso ist es Allgemeinwissen, daß Kinder und Jugendliche am Liebsten genau das tun, was verboten ist, um sich beim Abnabelungsprozeß von den Eltern abzugrenzen und um altergemäß durchaus gesund zu rebellieren.

    Jedem?
    Jedem Menschen, der sich sein vernünftiges Denken auch in der Sicherheits- und Verbotsmanie erhalten konnte.

    Die Nannys und Menschheitsbeglücker haben das vergessen und merken dadurch nicht, dass ihre Verbote und Warnungen genau das Gegenteil bewirken.

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