3301 – Die Zahlen-Jongleure beim DKFZ und BAG

«Passivrauchen» als statistisches Konstrukt

Von Prof. Dr. Günter Ropohl

Seit einem Jahr greifen auch in Deutschland die Rauchverbote um sich. Sie werden damit begründet, die nicht rauchenden Menschen müßten vor den Gefahren des Tabakrauchs geschützt werden. So heißen die entsprechenden Gesetze denn auch schönfärberisch «Nichtraucherschutzgesetze», obwohl sie tatsächlich auf weitreichende Verbote für den rauchenden Teil der Bevölkerung hinauslaufen. Seit 30 Jahren wird, zunächst in den USA und später dann auch in Europa, die Behauptung verbreitet, Tabakrauchen würde die Umgebungsluft derart verunreinigen, daß Nichtraucher durch Passivrauchen» Schaden an ihrer Gesundheit nehmen und womöglich gar vorzeitig sterben würden. Diese Unterstellung hat sich weltweit als herrschende Lehre durchsetzen können, und abweichende Minderheitsmeinungen(1) werden von der dominierenden Mehrheit heftig angefeindet und unterdrückt.(2) Die deutschen Gesetzgeber von Bund und Ländern berufen sich bei ihren Verboten durchgängig auf ein Papier aus dem «WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle» beim Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg(3). Dieses Papier behauptet, am «Passivrauchen» stürben jedes Jahr 3301 (!) Menschen – eine Aussage, die weithin als «wissenschaftliche Wahrheit» aufgefaßt wird. Weil hier die Wissenschaft der Politik die Rechtfertigung liefert, die Freiheitsrechte von Millionen rauchender Menschen drastisch zu beschneiden, ist es angebracht, die Seriosität dieser «wissenschaftlichen Wahrheit» kritisch zu prüfen.

Grundprobleme der Medizin

Die medizinische Wissenschaft will Erkrankungen mit eindeutigen Ursachen erklären, um prophylaktisch und therapeutisch gegen solche Ursachen anzugehen und damit die Erkrankungen zu vermeiden oder zu heilen. Diese ätiologische Perspektive ist das medizinwissenschaftliche Ideal: Immer wenn eine bestimmte Ursache auftritt, folgt daraus notwendig eine bestimmte Erkrankung. Doch schon für die Infektionskrankheiten muß die ursprüngliche Annahme ergänzt werden, weil von zwei Personen, die derselben Erregerkontamination ausgesetzt sind, u.U. nur die eine erkrankt, während die andere mit ihrem Immunsystem die Infektion erfolgreich abwehrt. Korrigiert heißt dann die Hypothese: Immer wenn eine externe Ursache auftritt und eine interne Bedingung vorliegt, folgt daraus die Erkrankung. Aber auch diese Erklärung ist vielen Erkrankungen nicht angemessen. Für den Lungenkrebs kommen zwei Dutzend, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sogar mehr als 200 mögliche Ursachen in Betracht. Die ätiologische Hypothese nimmt dann die folgende Form an: Immer wenn eine oder mehrere externe Ursachen auftreten und eine oder mehrere interne Bedingungen vorliegen, folgt daraus die betreffende Erkrankung. In dieser multifaktoriellen Formulierung ist diese Hypothese nun zwar logisch korrekt, doch in substantieller Hinsicht stellt sie den Medizinwissenschaftler vor kaum überwindbare Anwendungsprobleme. Das zeigt sich in der sogenannten «evidenzbasierten Medizin». So ist die medizinische Ursachenforschung weit von jenen Exaktheitsstandards entfernt, die sonst in den Naturwissenschaften üblich sind. Vielfach ist es unmöglich, eine Erkrankung ganz bestimmten externen oder internen Faktoren eindeutig zuzuschreiben(4).

In der Tabakforschung scheint man diese wissenschaftstheoretischen Komplikationen weithin ignoriert zu haben. Tabakrauch, ob aktiv inhaliert oder passiv aufgenommen, wird als einzige Ursache isoliert, und Lungen- oder Herz- Kreislauf-Erkrankungen sowie daraus folgende Todesfälle werden als Wirkungen allein dieser Ursache zugerechnet. Andere mögliche externe Ursachen und interne Bedingungen werden meist gar nicht oder allenfalls unzureichend in Rechnung gestellt. Ein solch monokausaler Ansatz aber wird durch die hinlänglich bekannte Tatsache diskreditiert, daß selbst viele aktive Raucher nicht an Krankheiten leiden oder sterben, die dem Tabakrauch zugeschrieben werden, und daß andererseits auch zahlreiche Nichtraucher von eben diesen Krankheiten befallen werden. Da eine befriedigende ätiologische Erklärung vieler Erkrankungen aus den genannten Gründen scheitern muß, hat sich ein Zweig der medizinischen Forschung, die Epidemiologie, auf statistische Argumente verlegt. Anstelle kaum möglicher Einzelfallanalysen untersucht sie Kollektive von einschlägig betroffenen Personen und ermittelt in der Stichprobe die Anzahl derjenigen, die einem bestimmten Faktor während ihres Lebens in besonderer Weise ausgesetzt waren. Wenn diese Personen häufiger erkranken oder sterben als die anderen, bei denen der betreffende Faktor auszuschließen ist, dann definiert man diese gegenüber dem Normalwert 1 erhöhte Häufigkeit als relatives Risiko RR und nimmt an, daß der unterstellte Faktor die Erkrankung bzw. den Tod verursacht. Freilich geht man in der Epidemiologie im Allgemeinen davon aus, daß RR größer als 2 sein muß, wenn man dem betreffenden Risikofaktor Aufmerksamkeit schenken soll; für manche Autoren ist dieser Grenzwert erst bei 4 oder 5 erreicht.(5)

Mit der Auswahl der Variablen unterstellt man von Anfang an einen ursächlichen Zusammenhang, den man hernach mit rein numerischen Operationen zu beweisen wähnt. Diese höchst fragwürdige Argumentationsform ist in keiner Weise gegen den Trugschluß der Scheinkorrelation gefeit, für die in den Lehrbüchern der Statistik höchst aparte Beispiele angeführt werden. So hat man etwa eine überaus positive Korrelation zwischen dem Geburtenrückgang und der Abnahme der Klapperstorchpopulation errechnet. Hier sieht jeder sofort, daß dieses statistische Kunststück das alte Ammenmärchen kein bißchen wahrer macht, doch oft sind Scheinkorrelationen wesentlich schwieriger zu identifizieren. Mit einem Wort: Es ist ein Kardinalfehler der Epidemiologie, aus einem rein statistischen Zusammenhang zwischen irgendwelchen Variablen zu folgern, die eine Variable wäre die Ursache der anderen.

Toxikologische Argumentation

Der Umgebungsrauch, der in der Tabakforschung als Erkrankungs- und Todesursache hingestellt wird, ist Folge des sogenannten Nebenstromrauchs, der vom Raucher nach der Inhalation wieder ausgeatmet sowie bei der Tabakverbrennung unmittelbar an die Umgebungsluft abgegeben und darin im Allgemeinen stark verdünnt wird. Gleichwohl enthält der Umgebungsrauch Gefahrstoffe in geringer Konzentration. Die Toxikologie befaßt sich damit, sie zu identifizieren, zu analysieren, zu klassifizieren und das Ausmaß ihrer Gefährlichkeit in Abhängigkeit von der jeweiligen Konzentration zu beurteilen. Dabei versucht man Grenzwerte festzulegen, deren Überschreitung als bedenklich gilt. Auf den ersten Blick scheint hier eine ätiologische Erklärungsstrategie vorzuliegen. Ein Gefahrstoff, der die Grenzkonzentration überschreitet, bewirkt, so scheint es, notwendig eine Schädigung der exponierten Person. Doch tatsächlich gelten auch hier die oben genannten Einschränkungen. Da sich Realexperimente mit Menschen verbieten und die Übertragbarkeit von Ergebnissen aus Tierversuchen umstritten ist, erweisen sich auch die Grenzwerte als Schätzungen, die meist nur statistisch zu begründen sind und in kontroversen Expertendiskussionen letztlich ausgehandelt werden. Es kommt hinzu, daß für die Gefahrstoffe, die in den bisherigen Grenzwerten erfaßt werden, exakte Erkenntnisse über den Zusammenhang von Dosis und Wirkung häufig überhaupt nicht bekannt sind(6). Daraus ziehen Pötschke-Langer u.a. den Schluß, daß «für die im Tabakrauch enthaltenen Kanzerogene keine Wirkungsschwellen als Dosismaß definiert werden können, unterhalb derer keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten wäre»(7). Was nicht nachweislich ungefährlich ist, muß als gefährlich gelten, lautet mithin die merkwürdige Logik. Sie widerspricht dem anerkannten Grundsatz der Toxikologie, den schon Paracelsus aufgestellt hat: «Jeder Stoff ist Gift, es kommt aber auf die Dosis an.» Tatsächlich stammen Gefahrstoffe aus den verschiedensten Quellen und sind in minimaler Konzentration ubiquitär verbreitet. Die Maxime von Pötschke-Langer läuft darauf hinaus, daß jeder Kontakt des menschlichen Organismus mit der Außenwelt die Gesundheit gefährdet – ein Umstand, der ebenso trivial wie unvermeidlich ist, da man ja nicht die gesamte Menschheit unter Quarantäne stellen kann.

Weil die Relevanz von Grenzwerten grundlegend bestritten wird, verzichtet das Papier völlig darauf, gemessene oder geschätzte Gefahrstoffkonzentrationen jenen Arbeitsplatzgrenzwerten gegenüberzustellen, die in Arbeitswissenschaft und Toxikologie als zulässig gelten. So soll die Nikotinkonzentration an Arbeitsplätzen in Raucherbüros 14 g/m3, in Nichtraucherbüros weniger als 1 g/m3 betragen (und nicht mg/m3, wie Pötschke-Langer fälschlich angibt!(8). Dieser Befund ist natürlich alles andere als erstaunlich; erstaunlich ist dagegen, daß der entsprechende Arbeitsplatzgrenzwert von 500 g/m3 verschwiegen wird(9). Für den Feinstaub werden Konzentrationswerte genannt, die auf einer einmaligen Bahnreise gemessen wurden, ohne daß die anerkannten Regeln für eine mehrfache und kontrollierte Probenentnahme eingehalten worden wären(10). Diese Meßübung hat Konzentrationen von kaum mehr als 500 g/m3 ergeben – nur in zwei Einzelfällen lag sie bei 700 bzw. 1300 g/m3 –, während der Arbeitsplatzgrenzwert 3000 g/m3, also das Sechsfache, beträgt(11). Zudem belegen die Messungen, daß die Feinstaubbelastung in Nichtraucherabteilen der Bahn nicht höher ist als in einer städtischen Fußgängerzone. Gleichwohl fordert die Schrift in ihrem politischen Teil die Abschaffung abgetrennter Raucherabteile, als würde sie ihre eigenen Befunde nicht zur Kenntnis nehmen; aber die Deutsche Bahn (und die SBB, Anm. CM) ist der Forderung gefolgt.

Die Belastungen durch Umgebungsrauch liegen also deutlich unterhalb der Arbeitsplatzgrenzwerte. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Arbeitsplatzgrenzwerte eine andauernde Gefahrstoffbelastung für die Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche ansetzen. Die Exposition in öffentlichen Räumen, Gaststätten usw., in denen sich Menschen nur gelegentlich und kurzzeitig aufhalten, ist selbstverständlich erheblich geringer. Von einer besonderen Gefährlichkeit des Umgebungsrauchs kann demnach keine Rede sein. Schließlich versucht man die Schadwirkung des Umgebungsrauchs dadurch zu belegen, daß man Nikotinwirkungen im menschlichen Körper mißt, so vor allem das Cotinin, ein Abbauprodukt des Nikotins, das sich im Urin nachweisen läßt(12). Eine Tabelle, die mehr als ein Dutzend Untersuchungen auswertet, zeigt wohl, daß die Cotininwerte bei «Passivrauchern» 1,2- bis 5,3-mal höher sind als bei Nichtrauchern, die keinem Umgebungsrauch ausgesetzt sind(13). Immerhin streuen diese Werte um mehr als 400 Prozent! Erst recht wird die Beweisführung fragwürdig, wenn man diese Werte mit den in derselben Tabelle mitgeteilten Zahlen für aktive Raucher vergleicht, die 100- bis 600-mal höher liegen. Daraus folgt – und hätte auch für die Autoren des Papiers folgen müssen –, daß «Passivraucher» eine tägliche Nikotindosis aufnehmen, die zwischen einem Zwanzigstel und einem Fünftel einer einzigen Zigarette liegt. Nun bringt aber der aktive Konsum einer einzigen Zigarette pro Tag ein kaum noch beachtenswertes Zusatzrisiko RR mit sich; bei Bruchteilen einer Zigarette wäre es überhaupt nicht mehr meßbar(14). Diese Überlegungen führen zu dem Schluß, daß eine Gefahrstoffbelastung, der Nichtraucher durch Umgebungsrauch ausgesetzt sein könnten, toxikologisch völlig zu vernachlässigen ist.

Epidemiologische Argumentation

Weil die toxikologische Argumentation die These von der Gefährlichkeit des «Passivrauchens» nicht zu bestätigen vermag, dominiert in der Tabakforschung seit Langem die epidemiologische Argumentation. Was man im Einzelfall ätiologisch nicht beweisen kann, möchte man mit dem statistischen «Gesetz der großen Zahl» glaubhaft machen. So verlegt man sich auf Umfragen des Typs «Halten Sie sich tagsüber oder abends häufiger in Räumen auf, in denen geraucht wird?»(15). Aus den Antworten wird gefolgert, daß «mehr als 20 Millionen Nichtraucher den Gefahren des Passivrauchens ausgesetzt» sind, Gefahren, die – wie gesagt – ätiologisch nicht nachzuweisen sind(16). Diese Antworten sind überdies wissenschaftlich unbrauchbar, da sie keine Auskunft darüber geben, wie groß die Räume jeweils sind, ob und wie sie belüftet werden und wie viel in diesen Räumen geraucht wird. Wer immer jene Frage bejaht, wird als «Passivraucher» eingestuft, gleichgültig, ob der Befragte fortgesetzt die Wohnung mit einem rauchenden Partner teilt oder ob er sich wenige Stunden pro Woche in einer Gaststätte aufhält, in der einige Besucher rauchen.

So streuen denn auch die Befragungsergebnisse. Für die Umgebungsrauchexposition in der Freizeit werden nach der einen Untersuchung 40 Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen zwischen 18 und 59 Jahren genannt,(17) nach einer anderen Untersuchung jedoch 50 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen zwischen 18 und 79 Jahren(18). Daß diese Zahlen um ein Viertel bzw. um mehr als die Hälfte steigen, wenn die älteren Jahrgänge einbezogen werden, scheint wenig plausibel. Solche wunderbare Vermehrung wird noch erstaunlicher, wenn dann statt der ursprünglich genannten 20 Millionen jetzt plötzlich 35 Millionen Nichtraucher von Umgebungsrauch behelligt werden(19). Offenbar liegt ein krasser Rechenfehler für die in der Freizeit betroffenen Nichtraucher vor. Wer sich in diesem einfachen Fall um 10 bis 15 Millionen Menschen verrechnet, kann nicht erwarten, daß man den späteren, im Detail ohnehin kaum nachvollziehbaren epidemiologischen Rechenexperimenten vertraut. Allerdings spielen die zuvor genannten, alarmierend wirkenden Zahlen für die folgenden epidemiologischen Hochrechnungen überhaupt keine Rolle. Insbesondere wird die diffuse Freizeitsituation, die ohnehin nicht näher spezifiziert wird, für die statistischen Hochrechnungen gar nicht berücksichtigt, da dafür «gesicherte Erkenntnisse über den Einfluß des Passivrauchens auf das Erkrankungs- und Sterberisiko» überhaupt nicht vorliegen(20). Gleichwohl fordert das Papier drastische Rauchverbote für alle Orte, in denen sich Menschen in der Freizeit aufhalten, insbesondere für Gaststätten, Vereinsheime, Musiklokale, Foyers kultureller Veranstaltungen und andere öffentliche Gebäude. Obwohl keine wissenschaftlich verläßlichen Zahlen bekannt sind, werden dramatische Gefahren beschworen. Tatsächlich wird lediglich die Belastung durch Umgebungsrauch «zu Hause» erfaßt, also in Privatwohnungen, in denen Raucher und Nichtraucher zusammenleben; denn die meisten epidemiologischen Untersuchungen haben sich darauf konzentriert, nicht rauchende Partner in Lebensgemeinschaften mit Rauchern zu beobachten.

Die prominenteste und datenreichste Untersuchung hat, lange Zeit im Auftrag der American Cancer Society, über einen Zeitraum von 39 Jahren Daten von mehr als 35.000 Nichtrauchern erhoben, die in häuslicher Gemeinschaft mit Rauchern lebten(21). Für diese «Passivraucher» wurden relative Risiken RR, an Lungenkrebs, koronarer Herzkrankheit oder chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen zu sterben, zwischen 0,8 und 1,2 ermittelt. Pötschke-Langer u.a. berufen sich auf jene Untersuchung, nehmen aber das höchste relative Risiko RR = 1,2 an. Daß bereits derart niedrige Werte als alarmierend betrachtet werden, gehört zu den Merkwürdigkeiten tabakkritischer Untersuchungen, da die Epidemiologie üblicherweise erst Werte von RR größer als 2 für beachtenswert hält. So verschweigt das Papier die Schlußfolgerung, die jene Autoren aus ihrer Untersuchung ziehen: «It seems premature to conclude that environmental tobacco smoke causes death from coronary heart disease and lung cancer.»(22) – Umgebungsrauch ist nicht tödlich! Mit anderen Worten: Das Papier zitiert eine Untersuchung, ohne deren Schlußfolgerung zu erwähnen und sich damit auseinanderzusetzen. Würde man die Anzahl derjenigen Nichtraucher kennen, die an einer der entsprechenden Krankheiten sterben, und wüßte man außerdem, wie viele dieser Nichtraucher während ihres Lebens von Umgebungsrauch affiziert worden waren, könnte man eine, wenn auch spekulative, so doch übersichtliche Rechnung aufmachen. Für solche Zahlen aber gibt es keinerlei empirische Grundlagen. Noch niemand hat einen toten Nichtraucher gesehen, der nachweislich an Umgebungsrauch gestorben wäre. Die amtliche Statistik erfaßt lediglich die Todesfälle, die von einer bestimmten Krankheit verursacht werden. Über die Zuordnung der Todesfälle zu Nichtrauchern bzw. Rauchern und über die Ursachen der jeweiligen Erkrankung sagt die amtliche Statistik – aus guten Gründen! – nichts aus.

Um diesem eklatanten, aber nicht ausdrücklich erwähnten Wissensdefizit zu begegnen, bedient sich das Papier statistischer Kunstgriffe, um spekulativ zu berechnen, was grundsätzlich nicht zu messen ist. Unschwer erkennt man in diesem Gedankengang die problematischen Voraussetzungen der Epidemiologie: zum einen die monokausale Reduktion auf einen einzigen Faktor, hier den Umgebungsrauch, und zum anderen die Annahme, eine statistische Korrelation beweise einen Kausalnexus. Vor allem dieser grundlegende Denkfehler belastet das Papier, für das «ein kausaler Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Lungenkrebs als nachgewiesen gilt», obwohl die herangezogenen Quellen lediglich statistische Korrelationen ermittelt haben(23). Das Papier genügt also elementaren wissenschaftstheoretischen Standards in keiner Weise. Die darin angestellten Berechnungen sind in methodologischer Hinsicht höchst fragwürdig. Sie werden noch fragwürdiger, wenn sie zu allgemeinen statistischen Daten in Bezug gesetzt werden. Wenn in Deutschland jährlich etwa 820.000 Menschen sterben, dann würden die errechneten 3301 toten «Passivraucher» gerade einmal 0,4 Prozent der Todesfälle ausmachen. Selbst wenn diese spekulative Zahl wirklich zutreffen würde, könnte man keinesfalls behaupten, «daß Passivrauch erheblich zur Sterblichkeit in Deutschland beiträgt»(24). Derart unsachliche Übertreibungen in einem angeblich wissenschaftlichen Bericht sind höchst verwunderlich.

Mit akribischer Scheingenauigkeit dokumentiert das Papier für die einzelnen Erkrankungen, wie viele «Passivraucher» jeweils in bestimmten Altersgruppen sterben. Für die Gesamtzahl der Todesfälle wird eine entsprechende Aufgliederung auch von der amtlichen Statistik vorgenommen (Statistisches Bundesamt 2005, 2.1.1.). Tabelle 1 vergleicht die Angaben für «Passivraucher» (ohne plötzlichen Kindstod) mit denen für alle Todesfälle. Die Rechenergebnisse des Papiers sind, abgesehen von den Fragwürdigkeiten ihrer Ermittlung, auch völlig unplausibel.

Wie man sieht, liegt die errechnete Mortalität der «Passivraucher» bis zum 65. Lebensjahr niedriger als die allgemeine Mortalität. (Das bedeutet, daß Passivrauch positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat, Anm. CM). Zwischen dem 65. und dem 84. Lebensjahr entspricht sie der allgemeinen Mortalität, nämlich rund 53 Prozent. Erst jenseits des 85. Lebensjahrs liegt sie geringfügig höher, und eigentümlicherweise stirbt angeblich genau ein Drittel der errechneten «Passivraucher» erst in diesem hohen Alter(25). Nun soll jedoch die Belastung durch Umgebungsrauch ab dem 60. Lebensjahr nur noch halb so hoch sein wie in jungen Jahren und mit zunehmendem Alter weiter sinken(26). Überdies soll das Zusatzrisiko einer koronaren Herzkrankheit, der größte Anteil in der ganzen «Passivraucher»-Statistik, bald nach Ende der Exposition verschwinden(27). Folglich sind die dem Umgebungsrauch zugeschriebenen Todesfälle, selbst wenn sie korrekt berechnet worden wären, in Wirklichkeit wohl eher auf zahlreiche andere altersbedingte Krankheitsursachen zurückzuführen. Mit einem Wort: Die «Gefahr des Passivrauchens» ist ein unglaubwürdiges statistisches Konstrukt. Die höchst unterschiedlichen Expositionsgrade in den verschiedenen Lebenssituationen von Nichtrauchern werden völlig außer Acht gelassen. Die statistischen Manipulationen arbeiten mit quantitativen Annahmen, deren Brauchbarkeit selbst in der Epidemiologie umstritten ist. Statistische Korrelationen, wie immer sie zustande gekommen sind, werden unreflektiert zu Kausalerklärungen umgedeutet. Die errechneten Zahlenwerte schließlich entbehren jeder Plausibilität.

Wissenschaft und Politik

In den Wissenschaften hat es immer wieder Kontroversen gegeben, in denen zeitweilig eine der beiden Positionen die Oberhand gewann und die gegenteilige Position mit allen Mitteln zu unterdrücken suchte, bis dann irgendwann die «normale Wissenschaft» in einer «wissenschaftlichen Revolution» durch ein neues «Paradigma» abgelöst wurde(28). Wer an die Unfehlbarkeit der Wissenschaft glaubt, den wird dieser Befund desillusionieren, doch kann er immerhin erwarten, daß die wissenschaftliche Entwicklung, wenn sie immer wieder das Prinzip der kritischen Prüfung beherzigt, frühere Irrtümer überwindet und zu Ergebnissen gelangt, die sich dann besser bewähren(29). Vor allem aber kann der Beobachter dieses Wechselspiel von Behauptungen und Widerlegungen mit einiger Gelassenheit verfolgen, solange es sich allein in der wissenschaftsinternen Diskussion abspielt. Nur selten nämlich berühren wissenschaftliche Kontroversen unmittelbar das Alltagsleben der Menschen, nämlich dann, wenn eine der beiden Positionen vorschnell die Politik zu usurpieren sucht. Wissenschaftliche Irrtümer lassen sich im Erkenntnisfortschritt korrigieren, ohne daß enorme politische und psychosoziale Kosten zu tragen wären. Sobald jedoch solche Irrtümer die Politik zu blindem Aktionismus verleiten, richten sie gesellschaftliche Schäden an, die womöglich auch nach späterer Korrektur der Irrtümer kaum noch gutzumachen sind.

Genau dies scheint gegenwärtig bei den staatlichen Restriktionen gegen rauchende Menschen zu geschehen. Angestachelt von pseudowissenschaftlichen Vorurteilen erläßt die Politik derzeit Antirauchergesetze, die mit einem wohlverstandenen Schutz von Nichtrauchern gegen die möglichen Belästigungen durch Umgebungsrauch kaum noch etwas zu tun haben und darum den Rechtsgrundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzen. Wissenschaft gibt sich dazu her, die Persönlichkeitsrechte von Millionen rauchender Menschen und die Gewerbefreiheit von Tausenden gastronomischen Betrieben auf dem Altar fiktiver Gesundheitsgefahren zu opfern. Wissenschaft gibt sich dafür her, eine Verbotsgesellschaft zu legitimieren, in der die Gesundheitsobsessionen einer fundamentalistischen Minderheit zum allgemeinen Gesetz erhoben werden. Mit einem Wort: Solche Wissenschaft, die sich unzuständigerweise in die Politik einmischt, macht sich der totalitären Anmaßung schuldig!

Günter Ropohl ist Wissenschafts- und Technikphilosoph und war bis zum Jahr 2004 Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt. Befreundeten Kollegen gebührt Dank für wertvolle Hinweise. Leider zwingen die in dieser Diskussion üblichen Unsachlichkeiten zu der Versicherung, daß dieser Beitrag von der Zigarettenindustrie weder angeregt noch finanziert worden ist. Allerdings bekennt sich der Verfasser zur jahrhundertealten Kultur des Tabakgenusses.


Quellen
1 J. E. Enstrom / G. C. Kabat: «Environmental tobacco smoke and tobacco related mortality in a prospective study of Californians 1960-98» in: British Medical Journal, Nr. 326/03, S. 1057–1061; – R. Grieshaber: «Aussagen zur Passivrauch-Problematik» unter praevention.portal.bgn.de.
2 S. Ungar / D. Bray: «Silencing science: partisanship and the career of a publication disputing the dangers of secondhand smoke» in: Public Understanding of Science, Nr. 14/05, 1, S. 5–23.
3 M. Pötschke-Langer (Hg.): Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg 2005.
4 H. Schaefer: Süssmilchs göttliche Ordnung der Natur – oder: Wie lange lebt der Mensch, Passau 1997, S. 32ff.
5 G. Taubes: «Epidemiology faces its limits» in: Science, Nr. 269/95, S. 164–169.
6 H. Luczak: Arbeitswissenschaft, Berlin, Heidelberg, New York 1993, S. 259ff.
7 M. Pötschke-Langer, S. 8.
8 ebd., S. 38.
9 TRGS 900: Technische Regeln für Gefahrstoffe, hg.v.d. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund/Berlin 2006, www.baua.de, S. 26.
10 Pötschke-Langer, S. 40ff.
11 TRGS 900: Technische Regeln für Gefahrstoffe, hg.v.d. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund/Berlin 2006, www.baua.de, S. 10.
12 G. Scherer / E. Richter: «Biomonitoring exposure to environmental
tobacco smoke (ETS): A critical reappraisal» in: Human and Experimental Toxicology, Nr. 16/97, S. 449–459.
13 M. Pötschke-Langer, S. 11.
14 J. E. Enstrom / G. C. Kabat:: «Environmental tobacco smoke and coronary heart disease mortality in the United States – a metaanalysis and critique» in: Inhalation Toxicology, Nr. 18/06, S. 202.
15 M. Pötschke-Langer, S. 63.
16 ebd., S. 14.
17 ebd., S. 15, Abb. 9.
18 ebd., S. 16.
19 ebd., S. 18.
20 ebd., S. 22.
21 J. E. Enstrom / G. C. Kabat: «Environmental tobacco smoke and tobacco related mortality in a prospective study of Californians 1960-98» in: British Medical Journal, Nr. 326/03.
22 ebd., S. 1060.
23 M. Pötschke-Langer, S. 22.
24 ebd., S. 32.
25 R. Grieshaber: «Aussagen zur Passivrauch-Problematik» unter praevention.portal.bgn.de.
26 M. Pötschke-Langer, S. 15.
27 ebd., S. 25.
28 Th. S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Frankfurt 1976.
29 H. Albert: Traktat über kritische Vernunft, Tübingen 1968, S. 29ff.

14 thoughts on “3301 – Die Zahlen-Jongleure beim DKFZ und BAG

  1. Viele Statistiken taugen lediglich für den geplanten Missbrauch. Aber: Ich fahre zwar wenig mit der Bahn, aber seit nicht mehr geraucht wird, ist es angenehmer und bequemer. Ich brauche keinen Nichtraucher mehr zu suchen. Selbst im Airliner ist es angenehm, wenn die Toilette wenigstens nicht nach Rauch stinkt. Man muss den Dingen auch etwas positives abgewinnen können. Ausserdem dürfte der Reinigungsaufwand geringer sein. In Singapur haben wir vor 10 Jahren schon gesehen, dass die Raucher im Flughafen ihr Geschäft in einem speziellen Raum erledigen konnten. MRT (U-Bahn), Öffentliche Lokale, – alles rauchfrei, Strassen und Trottoirs, frei von jeglichen Kippen. Und besuchst du ein Hawker Center (Food Court), dann raucht dir nicht plötzlich während des Essens eine Tabakfahne ins Gesicht! In Luzern hingegen passiert das an bester Lage und im besten Gartenrestaurant! Interessant ist, dass sich die Restaurants und Food Courts einer grosser Beliebtheit erfreuen. Die Funktionieren alle ohne Raucher! Beizensterben kennt man dort nicht. Die Kleinunternehmer lassen sich eben etwas einfallen und arbeiten hart für ihr Business. Aber wenn einer in seinem Imbissstand die Hygienevorschrift nicht einhält, ist morgen schon der Rolladen unten und an einem Plakat wird der Sünder an den Pranger gestellt. So ist jeder interessiert, sauber zu arbeiten.
    Die oben abgebildete Statistik ist für mich unglaubwürdig. Für exakte Aussagen müssten die Todesursachen minutiös untersucht werden. Wer soll das bezahlen? Wenn ich für eine Bagatelle vom Hausarzt zum Notfall bis zum behandelnden Arzt im Spital durchgereicht wurde, habe ich meine Geschichte drei mal erzählt, weil niemand die vorhergehenden Berichte gelessen hat. Man muss die zwar schreiben, aber offenbar erst dann lesen, wenn sich eine Haftpflichtversicherung oder sonst wer dafür interessiert. So ähnlich wird es mit den Todesfällen gehen. Stirbt ein Alkoholiker, der auch Raucher ist an einer Lungenentzündung, wird die Lungenentzündung als Ursache eingetragen und nicht noch lange gefackelt, ob dies nun zum Alkohol oder zum Rauch hinzugezählt werden soll. Wem würde es nützen, geht man von den Angehörigen und dem Bekanntenkreis aus?!

  2. «Man muss den Dingen auch etwas positives abgewinnen können.»

    Muß man tatsächlich? Die Freiheit war noch nie selbstverständlich und mußte bisher über Jahrhunderte stets von neuem erkämpft werden. Dir hingegen scheint es bereits als Selbstverständlichkeit seit dem WWII vorzukommen. So schnell gewöhnt man sich an die Errungenschaften und legt die Beine hoch.

    «Selbst im Airliner ist es angenehm, wenn die Toilette wenigstens nicht nach Rauch stinkt.» – «Ausserdem dürfte der Reinigungsaufwand geringer sein.»

    Besten Dank! Mir ist der Geruch von Rauch noch allemal angenehmer als der des Gekotzes, Geschissenes, stinkenden Binden sowie die Düfte von feuchtnaß urinierten Toilettenböden ängstlicher Flugpassagiere! Das mit dem Reinigungsaufwand bezweifle ich deshalb zumindest auf der Toilette heftig!

    «In Luzern hingegen passiert das (Rauchen) an bester Lage und im besten Gartenrestaurant!»

    Nun, wir wissen, daß katholische Luzerner den Hauptharst der Vatikanischen Garde bereitstellen – Vielleicht liegt es an deren Freiheits- und Solidaritätsgesinnung – an unbedingter Bereitschaft, die eidgenössischen Werte aufrechtzuerhalten.

    «So ist jeder interessiert, sauber zu arbeiten.»

    Ich rauche, trinke und arbeite immer nur sauber! -> siehe http://www.sackstark.info

    «Die oben abgebildete Statistik ist für mich unglaubwürdig.»

    Etwas Glaubwürdigeres wirst du nirgends finden – es zeigt lediglich auf, wie unglaubwürdig die Epidemiologie in solchen Studien ist. Aber sie ist genau so klar und seriös, wie alle andren auch, sogar seriöser als etwa 20 Prozent von Pseudostudien.. Alle Studien in bezug auf das Rauchverbot/ETS in Relation zur Gesundheit und/oder Mortalität von Passivtabakrauch sind schlicht unbrauchbar. Keine kann auch nur im Geringsten beweisen, daß Passivtabakrauch irgendeine Relation auf die Gesundheit hätte, wenn man akzeptiert, daß in der Epidemiologie erst ein Relatives Risiko RR von 4-5 relevant ist (Aussage des obersten Bosses der US-Gesundheitsbehörde FDA, die für die Zulassung von Medikamenten verantwortlich ist!). Das RR des Passivtabakrauches auf die Gesundheit ist nur mit einem Wert von 1.2 bis 2.0 epidemiologisch eruierbar. Also völlig irrelevant!

    «Für exakte Aussagen müßten die Todesursachen minutiös untersucht werden. Wer soll das bezahlen?

    Wer denn sonst als die WHO, die den ganzen Hoax erst über bezahlte Massenmedien und entsprechend beauftragte Wissenschaftler in die Welt setzte? – Sie gibt ja offen für alle einsehbar alleine für die Medienmanipulation 6.775 Mrd. Dollar aus. Das sind 6.8 Prozent des Gesamtbudgets von 80 Mrd. Dollar über die Jahre 2000 bis 2008 alleine für Anti-Tabak-Werbung!

    «Man muß die zwar schreiben, aber offenbar erst dann lesen, wenn sich eine Haftpflichtversicherung oder sonst wer dafür interessiert. So ähnlich wird es mit den Todesfällen gehen. Stirbt ein Alkoholiker, der auch Raucher ist an einer Lungenentzündung, wird die Lungenentzündung als Ursache eingetragen und nicht noch lange gefackelt, ob dies nun zum Alkohol oder zum Rauch hinzugezählt werden soll. Wem würde es nützen, geht man von den Angehörigen und dem Bekanntenkreis aus?!»

    Völlig deiner Meinung – eine veritable Sauerei! – Gegen die Schweizer Behördenpropaganda hätte man bei der Initiative «Volkssouveränität statt Behördenpropaganda» letzten Jahres im Juni 2008 mit JA abstimmen können! 75 Prozent der Stimmenden hielten dies hingegen außer mir und 25 Prozent weitere Vorausschauende und hinter die Kulissen Blickende nicht für notwendig.

  3. Bezüglich „müssen“: Müssen tut man lediglich sterben und Steuern bezahlen…
    Airlinertoilette: die ist nun mal zum Scheissen und Pissen da, aber nicht zum Rauchen!

    Dass wir in Sachen Rauchen das Heu nicht auf gleicher Bühne haben ist offensichtlich. Also lassen wir unseren gefühlen etwas freien Lauf. Ich brauche nicht für alles eine Statistik. Das Bauchgefühl gibt mir in vielen Fällen recht. Ob freuhändig Veolo fahren gesund ist oder nicht, hat wohl noch niemand untersucht. Fällt man auf die Schnauze, ist es ungesund. Aber man fällt nicht wegen der Stabilisierung der Räder infolge Kreiselwirkung. Von der Sitzhaltung her ist es gesünder als die „Rennfahrerposition“, wo man den Rücken spannen muss wie den Pfeilbogen…Aus der Sicht der Verkehrspolizei ist es verboten. Aus meiner Sicht: Man darf nicht, aber man kann…!
    lch respektiere kritische Haltungen und das Recht, sein „Recht“ zu verteidigen. Wie steht es mit dem Aufwand und der Wirkung? Was bringt es, gegen Windmühlen zu blasen? Gäbe es eine Möglichkeit, die Windmühle für eigene Zwecke einzusetzen? Ich weiss, auch ich rege mich über gewisse Dinge auf und ich wettere dagegen. Die Illusion, als Einzelkämpfer etwas bewirken zu können, habe ich längst aufgegeben.
    Heute für dich gelesen: „(…) BERLIN – Ein Argument mehr, den Glimmstängel endgültig auszudrücken: Nicht nur Passivrauchen ist schädlich, auch die stinkende Kleidung ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr!…Wer sich in einem verrauchten Raum aufhält, stinkt oft noch Stunden später wie ein Aschenbecher. Doch damit nicht genug: Jetzt warnen Mediziner vor dem so genannten «Third Hand Smoke». Denn in der Kleidung bleibt nicht nur der Gestank, sondern auch Gift hängen…)“. Gesehen im Blick: …“In Raucher-Kleidung lauert der Tod“…
    Nun, zum Gestank: Das unterschreibe ich voll. Ist mein Bekannter zu Besuch, dem ich das Rauchen in der Wohnung ausnahmsweise gestatte, muss ich die Wohnung mindestens eine Woche lang dauernd gründlich Lüften, bis der Gestank draussen ist. Wenn ich bei ihm zu Besuch gehe, stinken die Kleider und gar das Auto noch nach Tagen, wenn ma das Zeug nicht sofort auslüftet oder gar wascht!
    Mein „Häuptling“ hat dem blauen Dunst gefrönt. Anfänglich waren es Zigaretten (Parisien rund), später Rössli Stumpen. Und, oh Graus, er gönnte sich zwischendurch einen „Schigg“ (Ormond Abschnitt)… Ich will ja nicht behaupten, das ich deswegen umgekommen wäre, aber als Kind machte ich meist einen grossen Bogen um das Oberhaupt…
    Der Loch-Kari, Lehrer in Stans, war auch für das Fach gewerbliches Rechnen zuständig. Wenn man dem ein Schulheft vorelgen musste und er einige Erklärungen anbarchte, war die Seite jeweils mit lauter braunen Punkten bespritzt (nasse Aussprache eines intensiven Rauchers der Marke Virgiia Six).
    So interessieren mich die Statistiken weniger und die Todesgefahren auch nicht. Einzig obes mich stört oder nicht, ist für mich wichtig. Würde man mit gleichem Massstab messen, müssten die Autos ebenfalls verhindert werden. Sie verbrauchen energie bei der Herstellung und bein Gebrauch. Sie verunreinigen die Umwelt bei Herstellung und Gebrauch undsie brauchen Energie und produzieren Schadstoffe bei der Verschrottung. Man könnte den Baustahl direkt und nicht auf dem Umweg über das Auto herstellen…!
    Salut

  4. «Gäbe es eine Möglichkeit, die Windmühle für eigene Zwecke einzusetzen? Ich weiss, auch ich rege mich über gewisse Dinge auf und ich wettere dagegen. Die Illusion, als Einzelkämpfer etwas bewirken zu können, habe ich längst aufgegeben.»

    Ich glaube, du unterschätzt dich gewaltig!

    «Heute für dich gelesen: “(…) BERLIN – Ein Argument mehr, den Glimmstängel endgültig auszudrücken: Nicht nur Passivrauchen ist schädlich, auch die stinkende Kleidung ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr!»

    Ja, das nennt man Third Hand Smoking und zeigt, wie absurd die ganze Diskussion darüber ist.

    «Würde man mit gleichem Massstab messen, müssten die Autos ebenfalls verhindert werden. Sie verbrauchen energie bei der Herstellung und bein Gebrauch. Sie verunreinigen die Umwelt bei Herstellung und Gebrauch undsie brauchen Energie und produzieren Schadstoffe bei der Verschrottung.»

    Wäre es da nicht wichtig, erst die tatsächlich bewiesenen schädlichen Gesundheitsgifte zu eliminieren, als sich mit Passivtabakrauch mit einem epidemiologischen Relativen Risiko RR von 1.2 bis 2.0 (also irrelevant) eine jahrhundertelange Kultur, ein gesamter Wirtschaftszweig zu eliminieren, bloß weil Fanatiker dies so wollen und dem Wahn nahe frustriert sind, eine gesundheitliche Schädigung nicht nachweisen zu können?

    Wo bleibt hier der gesunde Menschenverstand – verarschen kann ich mich selbst. Das ist an die Regierungen und Gesundheitsfaschisten gerichtet, nicht an dich!

    P.S. Bewußtes Töten ist effektiver und tödlicher

  5. Langsam kommen wir auf den Punkt: „XM“ wäre gefragt (xunder Menschenverstand)
    Wenn die Theoretiker und Praktiker das Einschlagen eines Nagels definieren müssten, würden wir heute noch Steine aufschichten. Aber nach den gleichen Methoden könnte man auch das Steine aufschichten abhandeln usw. Wir würden also immer noch blutt durch die gegend flitzen… Wahrscheinlich würden einige Lianen rauchen und andere sich von denen etwas entfernen, sofern ihnen der Rauch in die Nase stechen würde.

    Stelle dir vor, man müsste das freihändige Velo fahren zuerst wissenschaftlich (statisch, dynamisch, xundheitsrelevant usw.) in sich ziehen – wir würden alle laufen…

    P.S. Bewußtes Töten ist effektiver und tödlicher: aber Rädli für Rädli abschneiden tut länger weh

    salut

  6. EDIT by Admin – Kommentar gelöscht!

    Der Kommentator läßt eine eigene Meinung vermissen und beschränkt sich ausschließlich auf die primitive Verunglimpfung und Rufschädigung von Herrn Prof. Dr. Günter Ropohl sowie Sackstark.

    • Bei Beiträgen, die lediglich Beleidigungen und Verunglimpfungen zum Inhalt haben, kann man nichts zensieren, denn sie beinhalten weder eine Meinung, weder einen Content, weder Information noch einen Beitrag zum Weltwissen. – Und schon gar nicht, wenn feige Fäkalsprachige sich hinter einer falschen E-Mail-Adresse verstecken.

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