Helikopter-Ben im Amt bestätigt

Der Liebling der Spekulanten

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Bull-and-Bear

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Gestern Abend bestätigte der US-Senat überraschend Ben Bernankes 2. Amtszeit als Chef der Federal Reserve Bank, kurz FED genannt, mit den notwendigen 51 Stimmen, obwohl im Vorfeld immer öfter Stimmen wichtiger Senatoren laut geworden waren, die seine Ablösung gefordert hatten. 30 Senatoren stimmten gegen ihn, was ein miserables Ergebnis ist.

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Bernanke ist stark umstritten. Seine wirtschaftlichen Fehleinschätzungen («Immobilienkrise bleibt auf den Sektor beschränkt«, oder «Wir haben keine Rezession») sind ebenso erschreckend wie legendär. Im März 2007 sagte er noch: «Wir glauben, daß die Folgen der Schwierigkeiten im Subprime-Sektor […] weitestgehend eingedämmt sind» [Sackstark berichtete].  Zu Beginn 2007, als sich die Subprime-Krise bereits unüberhörbar ankündigte, zögerte Bernanke bis in den Herbst hinein mit Zinssenkungen und verpasste somit die einmalige Chance, die Finanzkrise zu verhindern oder zumindest in Grenzen zu halten. Viel zu spät senkte der Unentschlossene dann am 17. August 2007 den Diskontsatz um 0.5 Prozent, beließ jedoch den Tagesgeldsatz, zu dem sich Banken bei der FED über Nacht refinanzieren konnten noch immer bei 5.25 Prozent. Als es dann endgültig zu spät war, öffnete er 2008 alle Schleusen mit der fatalistischen Einschätzung: «Nach mir die Sintflut.»

Seine heutige Strategie, mit Zinssenkungen und übermäßiger Liquidität die Blasen weiter anzuheizen, die früher oder später mit einem lauten Knall platzen werden, verursacht allerorten Kopfschütteln. Eigentlich hätte die FED damals nur sofort (!) die beiden halbstaatlichen Hypothekarinstitute Fannie Mae und Freddie Mac aufzufangen gehabt, und wir hätten heute keine Finanzkrise! Und es hätte die USA nur ein Trinkgeld dessen gekostet, als was diese bisher an Geld in den Markt butterten. Auch die Lehman Brothers würden noch existieren. Doch man entschied sich in den USA, die toxischen Papiere weltweit zu streuen, um nicht das Risiko alleine zu tragen. Umso unverständlicher ist es, daß Barack Obama ihm seine Unterstützung gewährt und schon vor Monaten nominierte. Noch unverständlicher ist, daß der Fed-Chef im Dezember, also letzten Monat, vom Nachrichtenmagazin »Time« zur »Person des Jahres« 2009 gekürt worden war. Bernankes Spitznamen «Helikopter Ben» erhielt er übrigens wegen seiner Aussage, Geld notfalls mit Helikoptern zu verteilen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Dennoch ist seine Rechnung bisher nicht aufgegangen. Sein öffentlich erklärtes Ziel, das Kreditwachstum wieder anzuheizen, erreichte er bis heute nicht. Da nutzten auch keine Steuergeschenke oder billiges Geld mit Zinssätzen für Banken zu 0 bis ¼ Prozent. In einer Krise, in der Staat, Unternehmen und Haushalte bereits unter der Schuldenlast ächzen, ist es kaum die ideale Strategie, auf Schulden noch weitere anzuhäufen. Ein eiserner Grundsatz der Banker lautet: «Werfe nie schlechtem Geld gutes nach!»

Einzig die Spekulanten freuts, denn die Bewertungen am Aktienmarkt sind kräftig gestiegen. Dafür lieben Sackstark und die andren Spekulanten ihn. Und natürlich auch die Großbanken, die sich mit fast zinslosen Krediten eine goldene Nase verdienen, wie die letzten Quartalszahlen und das Schweizer Großmaul Joe Ackermann von der Deutschen Bank zeigen. Ein Großteil der Gewinne kommt ja aus dem «Investmentbanking». Die Übrigen werden sich kaum am billigen Geld erfreuen. Zinsen geben’s so gut wie keine mehr auf sichere Geldanlagen, falls man überhaupt noch welche findet und noch mehr Kredite um sich zu verschulden braucht auch kaum noch einer. Dafür wird die Kaufkraft des hart erarbeiteten Geldes fleißig entwertet. Seit Einführung des Euros haben die partizipierenden Staaten Europas diesen kaufkraftmäßig halbiert. Schauen Sie nur mal auf die Benzinpreise. Haben Sie da je mal was von einer Krise bemerkt?

Gut möglich, daß die Börse die Bestätigung Bernankes in den nächsten Tagen hochschnellen läßt. Er ist ein Garant für niedrige Zinsen und fröhliche Blasenbildung. Wie lange das noch gut geht, weiß niemand. Sackstark hingegen hat mit einem Call auf Palladium in der Zeit vom 22. Dez. 2009 bis 15. Januar 2010, also in gerade mal 12 Handelstagen, 153 Prozent Gewinn erzielt. Kurz rein in den Markt und schnell wieder raus ist die derzeitige Devise. Denn den letzten beißen die Hunde!

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How ignorant Bernanke is, can be well seen in this Video

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Judge: «Where is the money?!»

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