(g)astronomische Pleite


Mit einem kühlen Weißbier und einer Zigarette sitzt unser bayerischer Schelm im sonnigen Biergarten eines Wirtshauses – drinnen herrscht Rauchverbot, doch hier im Garten unter den Kastanienbäumen lässt es sich bei diesem herrlichen Sonntagswetter sowieso besser sitzen. Er genießt die Gemütlichkeit – und bemerkt nicht die Schatten der Geier, die bereits über seinem Kopf und dem der anderen Gäste kreisen.

Es sind die Pleitegeier, die mit ihrem Krächzen die Zerschlagung einer liebgewonnenen, Jahrhunderte alten Tradition ankündigen: Die Vernichtung der bayerischen Lokale und ihrer Gemütlichkeit.

Beim Anblick zweier rauchender irischer Touristen fragt sich unser Schelm, was Bayern und Irland wohl gemeinsam haben. Auf den ersten Blick nicht viel – Bayern ist weiß-blau, Irland grün. In Bayern gibt es Wolpertinger, in Irland Trolle. Hier gibt es Stammtische, dort Pubs. In Bayern hält man sich nicht wirklich an das Rauchverbot, in Irland klappt es hingegen wunderbar … oder?

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Durch das Rauchverbot in Irland mussten 1000 Pubs schließen*

In Irland wird das Rauchverbot mit Strafen von bis zu 3000 € durchgesetzt*. Als Folge bleiben die Gäste zu Hause, die irischen Pubs sind vom Aussterben bedroht*; die Geier haben bei der Zerschlagung von Kultur ganze Arbeit geleistet. Umso perfider, dass gerade Irland für das Funktionieren der Rauchverbote immer wieder als Paradebeispiel herangezogen wird. 7500 entlassene Arbeitskräfte in der irischen Gastronomie werden von den Rauchverbotsbefürwortern ebenfalls unter den Teppich gekehrt.

Nicht weiter schlimm, denkt sich unser bayerischer Schelm, Irland ist weit weg, und keiner wird meinem Stammwirt und mir dazwischenfunken, wenn er mich in seinen Raucherclub lässt … oder?

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Polizei-Razzien gegen Raucher

Am 8. März diesen Jahres fand in Freisinger Lokalen eine Groß-Razzia mit 21 Polizisten statt*, aber nicht etwa gegen Drogenhändler, Kinderpornographie oder internationale Menschenhändler. Nein, diese Razzia richtete sich gegen Menschen, die in geselliger Runde genau das tun wollten, was sie schon Jahrhunderte lang taten – gemütlich ihr Bier trinken, Informationen austauschen und dabei zu rauchen.

„Ehrenamtliche“ Denunzianten tun ihr übriges, um Raucherclubs ans Messer zu liefern. Verschlossene Türen, komplette Angaben der persönlichen Daten in Mitgliederlisten, keine Bewirtung von Laufkundschaft*, all das sind nur kleine Bestandteile der voranschreitenden staatlichen Einschüchterung von Wirten und Rauchern.

Aber wie kann das alles funktionieren? Schließlich ist doch ein Wirt immer noch Herr im eigenen Haus. Das fragt sich unser Schelm. Er kann doch selbst entscheiden, wen er bewirten möchte, und also doch auch, ob der Gast rauchen darf … oder?

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Enteignung von Wirten, Entmündigung von Gästen

„Gesundheitsschutz“ heißt das Zauberwort, das neben Anti-Rauchern auch das Bundesverfassungsgericht jüngst als obersten Maßstab verankerte*. Jedermann, ob Raucher oder Nichtraucher, solle Zutritt zu jedem Lokal haben, ohne dort „passivberaucht“ zu werden. In Deutschland leben rund 70 % Nichtraucher und 30 % Raucher*; dennoch soll die Gastronomie zu 100 % den Nichtrauchern zur Verfügung gestellt werden. Noch verrückter wirkt dieser politische Eingriff, wenn man weiß, dass nur 26 % der Bevölkerung 93 % des Umsatzes der Gastronomie ausmachen*. Wie viele von diesen 26 % Raucher sind? Es passiert oft genug, dass 10 rauchende Gäste einer Eckkneipe samt Wirt zum Rauchen vor die Tür müssen, um im Innenraum genau null Nichtraucher vor dem Passivrauchen zu schützen, während 10 weitere frühere Stammgäste gar nicht erst gekommen sind. Da liegt der Verdacht nahe, dass die 74 % der Bevölkerung, von denen die Gastwirte nicht leben, hauptsächlich Nichtraucher sein müssen.

Gleichheit in Ungerechtigkeit heißt die Devise – und so finden nicht nur im Freistaat Bayern dunkelrote sozialistische Eingriffe in den einstmals freien Markt der Gastronomie statt. Der Staat nimmt effektiv auch den Gästen die Möglichkeit, frei zwischen rauchfreundlicher und rauchfreier Gastronomie zu wählen – unter dem Deckmäntelchen des „Gesundheitsschutzes“ wird allen eine Verbotsgastronomie aufgezwungen, ob man sie möchte oder nicht.

Offenbar bleibt also unserem Schelm nur noch der Biergarten zum Rauchen … oder?

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Auch Biergärten auf der Abschussliste

Wenn es nach den Grünen geht, soll das Rauchen auch in Biergärten und auf Terrassen verboten werden*. Die fadenscheinige Begründung liegt auf der Hand: Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen. Was das noch mit dem ursprünglichen Gedanken des „Gesundheitsschutzes“ zu tun hat? Richtig, überhaupt nichts mehr.

Und man darf davon ausgehen, dass die Grünen nicht die Einzigen sind, die solche Gedanken hegen – die beiden großen Parteien sprechen sie angesichts des Wahlkampfes in Bayern einfach nur nicht aus.

Doch zum Glück bleibt unserem rauchenden Schelm noch sein Raucherclub, mit dessen Wirt er seit vielen Jahren per Du ist und wo die gesamte Kundschaft vorwiegend aus Rauchern besteht … oder?

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Raucherclubs droht nach der Landtagswahl das Aus

Irrtum! Der bayerische SPD-Vorsitzende Franz Maget sieht sich als Opfer der bayerischen Zustände*; gemeint sind die Raucherclubs. Er sei Nichtraucher, jedoch gezwungen, in mehreren Raucherclubs Mitglied zu werden, um Zutritt zu erhalten. Ob er aus diesem Grunde auch ein Verbot von besagten Raucherclubs befürwortet, diese Antwort bleibt er schuldig. Seine Fraktion aber hat letztes Jahr das totale Rauchverbot der CSU ohne Weiteres mitgetragen.

Vielen CSU-Politikern sind die Raucherclubs ebenfalls ein Dorn im Auge. Georg Schmid wird sinngemäß zitiert, dass diese Clubs zum Teil nicht in Ordnung seien und nicht dem Gesetz entsprächen. Nächstes Jahr gelte das Rauchverbot ohnehin für alle*, sicher nicht nur in den Bierzelten. Auch die Junge Union Dachau forderte bereits lauthals ein Verbot der bayerischen Raucherclubs*. Damit blasen sie in das gleiche Horn wie die bayerischen Grünen. Raucher haben also von keiner dieser drei Parteien etwas Gutes zu erwarten.

Am Ende könnte unser bayerischer Schelm seine Zigarette bald nirgendwo mehr anzünden, vielleicht nicht einmal mehr noch in den viel beschworenen „Geschlossenen Gesellschaften“, wie Geburtstags- und Hochzeitsfeiern.

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“, sollte ihm daher auch bei der anstehenden Landtagswahl in den Ohren klingeln, wenn er auch nur für die nächsten fünf Jahre sein Kreuzchen macht.
Denn er erkennt so langsam, wer die drei Geier sind, die über seinem Kopf kreisen. Es sind ein großer schwarzer, ein roter und ein kleiner grüner Geier, die sich zwar sonst gerne im bayerischen Landtag um die größten Fleischbrocken zanken, aber am 12.12.2007 in seltener Harmonie das strengste Rauchverbot Europas verabschiedet haben. Es sind drei Geier, die sich zum Ziel gesetzt haben, den bayerischen Raucher zur Schlachtbank zu führen – auf dass er auf Nimmerwiedersehen aus dem Blickfeld der Gastronomie verschwindet, getreu dem Motto: Lieber gar keine Gastronomie als raucherfreundliche Gastronomie.

Geier haben in bayerischen Biergärten nichts zu suchen, schon gar keine Pleitegeier. Und beim Füttern der kleinen Spatzen unter den Tischen des Biergartens fasst unser rauchender Schelm den Entschluss, sich auch mal mit dem Parteiprogramm der „Kleinen“ auseinander zu setzen.

Denn wer für Rauchverbote mit Wählerstimmen belohnt wird, der macht entgegen allen Beteuerungen dann sicherlich mit Alkoholverboten und der Sperrstunde weiter – und wer weiß, was ihnen sonst noch einfällt. Und zum Lachen wollen die bayerischen Schelme doch eigentlich nicht ins Ausland fahren müssen, sondern am liebsten in seiner Heimat, oder nicht?

*Zu den sehr lesenswerten Quellen dieses Artikels


Hinweis
Dieser Text wurde, leicht abgeändert, der Aufklärungskampagne

NEUES VOM SCHELM (Faltblatt hier herunterladen)

entnommen. Der Text kann dort in Form eines Faltblattes heruntergeladen und an Freunde und Bekannte verteilt werden. Die Webseite enthält weitere interessante Informationen, die nach und nach erweitert werden.

Hier geht’s zum Download der praktischen Visitenkärtchen

3 thoughts on “(g)astronomische Pleite

  1. Nur wir Raucher?
    Die Kampagne gegen die „Fresser“ läuft doch auch schon, wenn z. Zt. nur auf niedrigen Touren.
    Weshalb, glaubst du, lesen wir jeden Montag in der Zeitung von den vielen besoffenen, gewalttätigen Jugendlichen?

    „Man“ versucht, jeder Gruppe die Kosten (vor allem Krankheit) anzuhängen, die sie angeblich verursacht.
    So kann man die Gründe für die immer höheren KK-Prämien elegant von der Politik weg, anderen anhängen.

    Laut BAGkostet
    – Rauchen 10 Mia CHF
    – Übergewicht 5.6 Mia CHF
    – Alkohol 6.5 Mia CHF

    Zusammen also CHF 22.1 Mia

    (ich weiss, das sind nicht nur Krankheitskosten drin)

    Als Vergleich:
    Die Krankekassen kosten schätzungsweise
    250 (Monatsprämie)x12(Monate)x8’000’000(Einwohner) = CHF 24 Mia.

    Nur eine Frage
    Ist das pausibel?

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