USA: 175 000 Dollar Schulden pro Kopf!

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Vorläufer der Weltwirtschaftskrise

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Ein kaputtes Finanzsystem

Der einstige Vorsitzende der Zentralbank, Paul Volcker, sagt, daß das amerikanische Finanzsystem „kaputt“ sei.

Bei einer Bankenkonferenz in Calgary hatte er vorhergesagt, daß das Wachstum der Wirtschaft in diesem Jahrzehnt langsamer ausfallen wird als in irgendeinem anderen Jahrzehnt seit der Weltwirtschaftskrise, und das inmitten all dieser finanzwirtschaftlichen Innovationen. „Es ist die komplizierteste Finanzkrise, die wir je erlebt haben, und ich habe einige erlebt“, sagte Volcker. Und das ist schon eine happige Aussage von dem Mann, der als Vorsitzender der Zentralbank zwischen 1979 und 1987 die Aufgabe hatte, eine ausufernde Inflation in den Siebzigern niederzuschlagen.“

Einem Filmteam gegenüber, das ein Interview mit ihm im Rockefeller Center in New York führten, äusserte sich Volcker Ende letzten Jahres, daß er das Gefühl habe, die Vereinigten Staaten würden einen Pfad hinabschlittern, den sie zuvor schon bereist haben, als die Inflation am Ende die Nase vorn hatte. Unter Berücksichtigung der fiskalischen Krise, die in der Zukunft auf uns lauert“, sagte er, „werden wir sehen, ob eine Demokratie mit dem offensichtlichen Problem umgehen kann, vor das sie in einigen Jahren gestellt sein wird. Je früher wir anfangen, uns damit zu befassen desto besser.“

Und die Rechnung zahlt der Steuerzahler

Die Steuerzahler nehmen Risiken im Umfang von Milliarden auf sich“, heißt es in einer Schlagzeile der «USA Today» aus dieser Woche.

„Sie können das als eine Finanzspritze bezeichnen, sie können es als Sicherheitsnetz bezeichnen oder sie können es als Rettungspaket bezeichnen“, zitierte das Papier den Forschungsdirektor bei Argus Research, „Aber letzten Endes steht der amerikanische Steuerzahler da und muß die Rechnung bezahlen.“

Die Geschichte ist atemberaubend, niederschmetternd, unglaublich. Aber hier ist sie – die größte Verstaatlichung in der Geschichte. Freddie und Fannie finanzieren drei von vier Hypotheken. Und jetzt hängt die Hypothekenindustrie weder von den willigen Käufern noch von den Verkäufern ab, auch nicht von den willigen Kreditgebern und Kreditnehmern, sondern von der amerikanischen Regierung!

Im Land der Freiheit stehen die Immobilien unter der Kontrolle des Staates.

Ja, es gibt immer noch Raum für private Initiativen und private Entscheidungsfindungen. Aber letzten Endes sind heute Millionen von Amerikanern von der amerikanischen Regierung abhängig, wenn es um das Dach über ihren Köpfen geht.

Ich habe noch einmal in der amerikanischen Verfassung nachgelesen, um mir das klar zu machen. Ich suchte nach einer Eingabe, in der es heißt, daß die amerikanische Regierung in das Hypothekengeschäft einsteigen soll und das Geld der Steuerzahler dazu nutzen soll, die verantwortungslosen Kreditgeber und idiotischen Hausbesitzer vor ihren eigenen Fehlern zu retten. Es gab diese Eingabe nicht. Aber egal – Wenn es etwas gibt, was eine Regierung nicht tun kann, dann muß ich es erst noch finden.

Sicherlich, die Vorstellung, daß die Steuerzahler die Hypothekenfinanzierungsindustrie freikaufen, ist einfach lächerlich. Die Steuerzahler können noch nicht einmal die bestehenden Verpflichtungen des Bundes finanzieren. Nicht einmal annähernd. So fehlten ihnen z.B. in diesem Jahr eine halbe Billion Dollar. Wenn sie genau nachsehen würden, dann würde das Defizit bei mehreren Billionen liegen.

Die Regierung geht weiterhin dem Geschäft nach, einen gewaltigen Betrug auf den anderen zu stapeln und zu versuchen, bei jedem die Vorstellung aufrechtzuerhalten, daß er auf Kosten eines anderen leben kann. Früher oder später wird der gesamte Berg der Betrügereien zusammenbrechen.

„Jedoch sollten sie einen neuen Finanzierungsplan für die Hypothekeninvestoren nicht als ein Zeichen dafür interpretieren, daß der Bärenmarkt der Finanzaktien hinter uns liegt“, warnt Dan Amoss. „Es ist nicht vorbei – zumindest nicht für die Banken, die den Krediten am stärksten ausgesetzt sind. Im Laufe der Zeit werden diese Institutionen Verluste eingestehen müssen und Abschreibungen auf sich nehmen und neues, verwässerndes Kapital aufnehmen müssen. Viele werden von der FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) übernommen werden, und das wird die Aktionäre ohne Geld dastehen lassen.“

Trotz der Warnungen werden die Investoren durch die Finanzspritzen ermutigt.

„Der Weltmarkt ist nach der Rettung von Freddie und Fannie in die Höhe geschossen“, berichtet AP. Der Dow ist am Montag um 289 Punkte gestiegen. Der Dollar ist auf 1,41 Dollar pro Euro gestiegen. Und auch Gold hat etwas zugelegt – und kletterte auf 807 Dollar. Gleichzeitig machte der Federal Highway Trust Fund Pleite. Höchstwahrscheinlich wird da, wo das herkommt, noch sehr viel auf uns warten.

Das wahre Ausmaß der Finanzierungslücke

Alle Anzeichen verweisen auf eine zögerliche Wirtschaft, aber jetzt kommt das das Interessante: Das Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) sagt, daß die Regierung in diesem Jahr ein Defizit von 407 Milliarden Dollar anlaufen lassen will. Und es gibt die Möglichkeit, daß es noch weiter steigt, wenn man erst einmal Fannie und Freddie mit eingerechnet hat.

Die Wirtschaft wird vermutlich mindestens sieben weitere Monate schwachen Wachstums verbuchen“, heißt es in einem Bericht aus den Nachrichten. „Ob diese Phase letzten Endes als Rezession bezeichnet wird oder nicht ist immer noch unsicher, aber der Anstieg der Arbeitslosenzahlen und das Tempo des wirtschaftlichen Wachstums gleichen den Bedingungen in früheren Phasen einer leichten Rezession.“

Aber werden diese hohen Zahlen irgendeinen Einfluß auf die wirtschaftlichen Pläne von Obama oder McCain haben? Nun, wenn es hier irgendeinen Hinweis gibt, dann der, daß beide Parteien behaupten, sie wollten Bushs Steuernachlässe noch erweitern, wenn sie gewählt würden. Doch das Haushaltsbüro des Kongresses weist darauf hin, daß selbst wenn Bushs Steuernachlässe 2010 auslaufen würden, damit nur etwa 10% der amerikanischen Finanzlücke abgedeckt werden können. Und David Walker sagt in einem Film:

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„Wenn die Amerikaner an Schulden und Defizite denken, dann ist ihre reflexartige Reaktion, den Krieg im Irak oder die Ausgaben für die Verteidigung dafür verantwortlich zu machen. Einige Leute gehen davon aus, daß man die Finanzprobleme des Landes lösen kann, indem man Betrug, Verschwendung und Mißbrauch unterbindet, oder indem man die Steuernachlässe von Bush beendet. Die Wahrheit ist, daß die Vereinigten Staaten all das tun könnten, und immer noch nicht annähernd die fiskalischen Herausforderungen des Landes gelöst hätten.“
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Die Vereinigten Staaten haben bereits fiskalische Verpflichtungen im Wert von 11 Billionen Dollar, inklusive öffentlicher Schulden. Hinzu kommen noch die momentan nicht finanzierten Verpflichtungen für die Leistungen der Social Security von ungefähr 7 Billionen Dollar. Und dann muß noch das unfinanzierte Versprechen von Medicare hinzugefügt werden: 34 Billionen Dollar, von denen sich ungefähr 26 Billionen auf Medicare (Teile A und B) beziehen und ungefähr 8 Billionen auf Medicare D, die neue Beihilfe für verschreibungspflichtige Medikamente, von der einige behaupteten, sie würde dem allgemeinen Medicare Programm Geld einsparen. Fügt man noch eine weitere Billion für unterschiedliche Posten hinzu, dann steht man am Ende mit 53 Billionen Dollar da.

Die Vereinigten Staaten würden also 53 Billionen Dollar investieren müssen, und das sind ungefähr 175 000 Dollar pro Person, (Zum Vergleich: Deutschland 18 880 €) um den Verpflichtungen und Versprechen der Regierung nachkommen zu können. Und wie viel davon hat der Steuerzahler in Amerika?

Nichts! Rien! Nada!

Und der Rest der Welt schlittert wegen den Amis in eine Weltwirtschaftskrise.

2 thoughts on “USA: 175 000 Dollar Schulden pro Kopf!

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