Offroader – Psychologische Krücke?

 

Deutlich mehr Dreckschleudern verkauft

 

Die Autoverkäufe in der Schweiz stiegen gegenüber Februar 2006 massiv an. Die Zulassung von Neuwagen erhöhte sich um 8,9 Prozent. In den ersten beiden Monaten 2007 liegen die Verkäufe um 2,1 Prozent über dem Vorjahr.

 

Im Februar wurden 19?079 neue Personenwagen immatrikuliert, wie die Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure (auto-schweiz) heute mitteilt. Ein volles Drittel (33%) davon waren neue nanopartikelbeglückende Dieselautos und jeder vierte (25%) selbstbewusstseinsdefizitäre, trottelige Angeber entschied sich für eine Neuzulassung der allseits bekannten CO2 Dreckschleudern und Kindeskillern, den amigeilen, allradangetriebenen Privatpanzern mit eingebauten Jagd-Hochsitzen und caterpillar-bewehrten Fronten und ‚Geh-Mir-Aus-Dem-Weg‘-Stossdämpfern. Sogar mein Nachbar machte dieses Jahr nicht halt davor und entschied sich für einen ebensolchen Zweitwagen (!) von den Bayerischen Motorwerken. Er lebt in einem Zweipersonenhaushalt.

 

Fakt: Schweizer bevorzugen schwere Autos

Lag im Jahr 1990 der Verbrauch eines 1’000 kg schweres Fahrzeug noch bei über 7.5 l/100 km, benötigt ein gleich schweres Auto heute nur noch 5.11 l/100 km. Trotz dieser grossen technischen Fortschritte in der Energieeffizienz sinkt der durchschnittliche Treibstoffverbrauch der Neuwagenflotte nur mässig, da die höhere Effizienz durch die stetig steigende Nachfrage nach immer grösseren, leistungsstärkeren und schwereren Fahrzeugen (mehr Sicherheits- und Komfortausstattungen, grössere Motoren und Fahrzeugvolumen) kompensiert wird. Die Abweichung von den vereinbarten Reduktionszielen ist zu einem grossen Teil auf diesen Nachfragetrend zurückzuführen, der trotz zunehmendem Angebot an leichten, energieeffizienten Fahrzeugen anhält.

Das durchschnittliche Leergewicht aller neu verkauften Personenwagen ist gegenüber dem Vorjahr wiederum um 13 kg (2004: +16 kg) angestiegen. Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1990 hat das Leergewicht von durchschnittlich rund 1’200 kg auf 1’491 kg zugenommen, davon alleine 128 kg in den letzten 6 Jahren. 100 kg Mehrgewicht entsprechen einem Mehrverbrauch von rund einem halben Liter auf 100 km.

 

Börsenrelevantes:

 

Der Absatz bei den deutschen Marken stieg um zehn Prozent auf 6700 Autos. Am stärksten zulegen konnten Audi (plus 27,4 Prozent) und Opel (plus 7,3 Prozent). VW musste indes einen Rückgang um 1,7 Prozent hinnehmen.

Bei den japanischen Marken konnten Daihatsu (plus 57 Prozent) und Toyota (plus 38 Prozent) die Absätze am stärksten steigern. Die Franzosen legten mit Citroën (plus 11,6 Prozent) und Peugeot (plus 7 Prozent) deutlich zu. Renault war dagegen um 19,7 Prozent rückläufig. Unter den italienischen Marken verdreifachte sich bei Maserati die Zahl der Neuzulassungen von 6 auf 18 Fahrzeuge. Fiat legte um 34,7 Prozent auf 714 Autos zu.

[Carolus Magnus]

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