Papst modernisiert Todsünden

Die Neuen Todsünden

Wer kennt sie nicht – die sieben Todsünden Trägheit, Geiz, Stolz, Neid, Zorn, Wollust und Völlerei.

Diese Hauptlaster sind, nicht zu verwechseln mit den 10 Geboten, im Glauben der römisch-katholischen Kirche der Ursprung aller Sünden und sichern quasi ein direktes Ticket hinab in die Hölle.

Doch die Begriffe scheinen immer weniger Anklang und Beachtung in der Bevölkerung gefunden zu haben; waren sie zu abstrakt, zu weit gefasst, am Ende einfach zu unmodern?

Scheinbar, denn die Kirche sah sich offenbar in der Pflicht, die mittelalterliche Vergehens-Liste der globalisierten Welt anzupassen, und beauftragte den obersten Beichtvater des Vatikans, Bischof Gianfranco Girotti mit der Überarbeitung der Jahrhunderte alten Hauptsünden.

Wollen wir nun also einen Blick auf den neuen Katalog des Bösen werfen:

Sex gegen Bezahlung

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Ganz klar, diese Richtlinie darf einer Überarbeitung, „Wollust“ wird der heutigen Zeit nicht mehr gerecht.
Sex gegen Bezahlung – eine typische Tätigkeit, die erst durch Globalisierung in der Moderne aufgetreten ist. Eine glückliche Zeit, als es noch keine Lust-…äh…Luftreisen gab, Brasilien war noch nicht entdeckt, also gemeint ist das Land, und dieses völlig neu entstandene Gewerbe bedarf daher einer dringenden Aufnahme in den neuen Katalog der Hauptsünden. Gut so!

Die Manipulierung menschlicher Gene. Genmanipulationen bei Pflanzen und Tieren sind erlaubt

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Längst überfällig, dass sich die katholische Kirche der Bekämpfung von Frankenstein, Minotaurus und X-Men annimmt, wo doch jeder Mensch tagtäglich in der Versuchung dieser Hauptsünde steht. Ebenso gut und richtig ist es, die Genmanipulationen bei Pflanzen und Tieren wieder zu erlauben, da diese in der Schöpfungsgeschichte natürlich nur eine untergeordnete Rolle spielten.
Zudem wäre die Hölle ohne diese Ausnahme himmelschreiend überfüllt.

Andere aus persönlicher Profitgier in die Armut stürzen

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Ebenfalls eine notwendige Änderung. „Habgier“ alleine kann keine Todsünde mehr sein, es müssen eindeutige Folgen zu spüren sein. Und weise gewählt ist der Begriff „in die Armut stürzen“; wer sich bereits in der Armut befindet, kann dort nicht mehr hineingestürzt werden.

Umweltverschmutzung, vor allem das Einleiten von Giftstoffen in die Natur

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Auch wenn sich bereits zahlreiche fleißige Helfer weltweit der Bekämpfung von Umweltverschmutzung angenommen haben, und dieser in ihrem grenzenlosen Einsatzwillen an den betroffensten Schauplätzen wie dem Nordpol, auf Bali oder Mallorca höchstpersönlich vor Ort nachkommen, so ist eine Positionierung der katholischen Kirche hier unerlässlich, um die Weiter-Existenz der genmanipulierten Pflanzen und Tiere sicherzustellen.

Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen

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Ungemein wichtig, dass die katholische Kirche als erste Institution mutig den Finger in die Wunde der weltlichen Gesellschaft legt, und auf dieses heikle Thema aufmerksam macht, denn viel zu viele Kinder und Jugendliche werden gerade durch Familienmitglieder, Nachbarn und Lehrer missbraucht.

Verschwendung von Geld für Luxusartikel

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Gleich zwei ehemalige Todsünden werden hierdurch geschickt abgedeckt: Stolz und Neid. Denn wer nicht hochmütig auf High Heels durch die Gegend stolziert, der provoziert bei anderen auch keine Neidgefühle.

Drogenhandel und Rauschgiftkonsum

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Wasserpfeifen, halluzinogene Pilze, Alkohol, Tabak usw. sind selbstverständlich ein Werk des Teufels, wie es bereits der Islam lehrt, und somit war auch diese letzte Überarbeitung der Todsünden notwendig und richtig.
Denn wenn die Rauchverbote nach und nach durch die Verfassungsgerichte gekippt werden, können sich die Kämpfer für rauchfreie Luft noch immer auf den Tatbestand der Todsünde berufen. Gut so!

Und die Gegner des Tabakkonsums können ab sofort auch ohne schlechtes Gewissen weiterkämpfen; denn Zorn und Neid, bzw. Missgunst gehören nun Gott sei dank eben nicht mehr zum Katalog der sieben Todsünden. Wie vorteilhaft.

[Mr. Marple]

5 thoughts on “Papst modernisiert Todsünden

  1. Religiöse und Antirauchen weisen einige Parallelen auf:

    – es gibt Dogmen, die unbewiesen sind und einfach geglaubt werden müssen („der Papst ist unfehlbar“, „Passivrauchen tötet“ u.a)

    – in Foren gleichen sich Agressivität und Intoleranz von Religiösen und Antirauchern

    – Atheisten und Raucher argumentieren auf der Basis von Wissenschaft und Toleranz

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