Verbot von Heizpilzen?

Bald staatlich verordnet frieren?

Das Bundesamt für Energie will unsinniges Verbot von „Heizpilzen“ durchsetzen

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Immer mehr Restaurants installieren während der kalten Jahreszeit im Freien wärmende Terrassenstrahler. Dies geschieht nicht zuletzt als Folge oder im Hinblick auf kantonale Rauchverbote. Das Bundesamt für Energie will diese „Heizpilze“ jetzt kurzerhand verbieten, weil der Energieverbrauch zu hoch sei. Die IG Freiheit erachtet diesen isolierten Ansatz zur Problemlösung via staatliche Verbote als grundfalsch. Bald staatlich verordnet frieren? Das Bundesamt für Energie will ein unsinniges Verbot von „Heizpilzen“ durchsetzen.

Ist bald Schluß mit gemütlichem winterlichem Zusammensein an der Schneebar? Michael Kaufmann, Vizedirektor des Bundesamts für Energie, will die sogenannten Heizpilze in der Schweiz möglichst bald eliminieren. Laut „NZZ am Sonntag“ prüft das genannte Bundesamt „drastische Vorschriften“. Was das heißen könnte, führte Kaufmann im „Kassensturz“ von SF DRS aus: Er fordert die Kantone auf, die Wärmestrahler per Gesetz zu verbieten. Allenfalls sei auch ein Verbot via Bundesgesetzgebung zu erlassen. Hauptsache sei, daß die Heizpilze verschwinden.

Das geplante Heizpilz-Verbot ist ein weiteres Beispiel für die kurzsichtige Politik, die in der Schweiz grassiert. Es steht einer liberalen Gesellschaft denkbar schlecht an, Probleme stets lösen zu wollen, indem neue Verbote erlassen werden. Sonst wird einer Kettenreaktion Vorschub geleistet, die aus Sicht der IG Freiheit in die verkehrte Richtung führt. Das zeigt sich drastisch am Beispiel der unseligen Rauchverbote. Wenn Raucherinnen und Raucher in Gaststätten und Bars zusehends vor die Tür getrieben werden, ist es naheliegend, daß die Wirtsleute im Winter Terrassenstrahler aufstellen, um die rauchenden Kunden bei der Stange zu halten. Nun soll auf ein Verbot ein neues Verbot folgen, um die negativen Folgen des ersteren zu beseitigen. Dieser Kreislauf ist absurd.

Die Wärmestrahler werden im Übrigen nicht nur in Restaurants verwendet, sondern beispielsweise auch an Markt- und Messeständen. Das hat den Vorteil, daß an exponierten Orten ganz gezielt und selektiv geheizt werden kann. Will das Bundesamt für Energie die Geräte allenfalls nur in Beizen verbieten? Das käme einer klaren Diskriminierung gleich.

Wie stark will der Staat die Entscheidungsfreiheit der Bürgerinnen und Bürgern noch einengen? Die IG Freiheit will nicht, daß ein Verbot das nächste jagt.

Martin Baltisser, Vorstandsmitglied IG Freiheit; Mobile 079 351 92 22

Homepage IG Freiheit

12 thoughts on “Verbot von Heizpilzen?

  1. Mir stellt sich da eher die Frage, ob dieses Verbot zugunsten der Umwelt erarbeitet wird, oder eine neue Massnahme darstellt um Raucher aus dem „Verkehr zu ziehen“!
    Das Bundesamt für Energie sollte sich besser mit der Tatsache auseinnadersetzten, dass auf dem kleinen Matterhorn ein Hotelbau geplant ist, und wie viel Energie dieses Problem wohl verbraucht! Ob in dieser Höhe Wärmestrahler nicht gebaucht werden? Kann ich mir bei der High-Society in Zermatt kaum vorstellen, aber es gibt ja noch tote Tiere mit denen man sich warm halten kann.

  2. Es gibt sie also doch noch: Politiker, welche den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen:

    Österreichs Gesundheitsministerin stellt klar: Dass Passivrauchen bis zu hundert Tote pro Jahr verursache, ist nicht bestätigt
    Ministerin Kdolsky: Generelles Rauchverbot in Österreichs Lokalen sinnlos
    Österreichs Gesundheitsministerin Kdolsky hält ein generelles Rauchverbot in Lokalen für „sinnlos“. Wie die ÖVP-Politikerin dem „trend“ mitteilte, gebe es keine aktuellen Studien, dass sich durch ein Rauchverbot in Lokalen das Rauchverhalten der Bevölkerung ändere. Als Beispiel für den Misserfolg von generellen Rauchverboten verwies Kdolsky auf Italien: Dort werde „leider nicht weniger geraucht als vorher, nur eben auf der Straße.“

    Auch zur Gefahr durch Passivrauchen verwies sie auf Studien: Dass Passivrauchen bis zu hundert Tote pro Jahr verursache, werde darin nicht bestätigt.

  3. Wie so oft wird symbolische Politik betrieben.
    An die Lösung wirklicher Probleme getraut man sich nicht heran.
    Also werden Scheinprobleme erfunden und mit Scheinlösungen „gelöst“

  4. Immerhin gibt es in der Schweiz noch einige wahrgenommene Leute die einer liberalen Gesellschaft fürsprechen, so vielseitig das Wort liberal auch im deutschsprachigen Raum ausgelegt wird. In D und A sind die wahren Liberalen längst eine in der Öffentlichkeit nicht mehr wahrgenommene Splittergruppe. Und die Heizpilze wohl nur der Anfang von vielen weiteren abstrusen Ideen…

  5. Ich gehe mit @veryjane einig und glaube auch eher, daß dies eine weitere Schikane gegenüber den Rauchern darstellt. Daß Heizpilze draußen im Kalten mehr Energie verbrauchen ist logisch.

    Man darf also ruhig annehmen, daß ein mögliches Rauchverbot mehr CO2 verursacht. Rauchende Menschen, die man vor die Türe schickt zum Rauchen, öfter erkältet sein werden und öfter am Arbeitsplatz ausfallen, sie mehr Alkohol trinken um draußen weniger zu frieren im Winterhalbjahr.

    Man will den erwachsenen und mündigen Rauchern das Rauchen so unangenehm wie möglich machen um sie besser aus der Gesellschaft ausgrenzen zu können – und das alles basierend auf sogenannten „Studien“ die bisher höchstens „Spekulationen“ zulassen, nicht aber gesichertes Wissen.

    Eine innovative Firma ginge mit solch wackligen Zahlen sehr schnell bankrott. Somit darf angenommen werden, daß es dem Staat absolut nur um Bevormundung mündiger Bürger geht. Der Staat mischt sich genau dort ein, wo er nichts zu suchen hat und hat die Grenze dazu schon längst überschritten.

    Wetten daß ein solches Verbot ab irgend einem 1. Juli gelten wird, um die Akzeptanz zu vergrößern und das Kneipensterben in den Winter zu verzögern? Wetten, daß es nicht während der Euro ’08 geschieht!

    Ja @kikri, zurzeit scheint mir die Kdolsky noch die einzig vernünftige Politikerin mit einigermaßen Gewicht in einem EU-Land zu sein. Ich komme mir vor wie in Seldwyla.

  6. @U9TA

    Ja, auch mir liegt die EU schmerzlich auf dem Magen und ich ahne Schlimmes nach dem Lissabon-Vertrag. Die 12 EU-Ratsmitglieder erhalten einen Blankoscheck und eine Generalvollmacht, wie es sie bisher nur in Russland und China gibt.

    EU, mir graut vor dir.

  7. Andre, wie etwa Frau Yvette Estermann SVP, haben für 10 Jahre ein Lager an Glühbirnen von Edison angelegt, um nicht von E-Lampen vergast zu werden… Nicht alle haben eine Kneipe.

  8. Die Politiker sind in einer Demokratie die Knechte des Volkes. Dieses Verbot und viele weitere hingegen ist die Politik der Elite, die an den Bürgern völlig vorbei politisiert.

    Tun Sie etwas dagegen, und sei es nur, daß Sie unsere Webseite weiter empfehlen.

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