Raucher steigen auf Cannabis um

«Schwarzer Afghan»

Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Der Kampf gegen den Tabak lässt mehr und mehr Jugendliche, aber auch Erwachsene, auf Cannabis umsteigen. Cannabis wurde seit jeher kaum in der Öffentlichkeit geraucht, da es in den meisten Ländern verboten ist. Weil Tabak nun in den letzten Jahren auf Drängen der WHO denselben Sozial-Status in nur leicht abgeschwächter Form wie Cannabis erhalten hat, das eine ist illegal, das andere unerwünscht, die Raucher aber heute genauso ausgrenzt wie «Hascher», fühlen sich mehr und mehr, insbesondere Jugendliche, zur «Tüte» hingezogen.

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Dieser gesteigerten Nachfrage kommt Afghanistan noch so gerne nach. Es ist zu einem El Dorado für Drogenbarone und Mafia ähnliche Strukturen geworden. Dass im gescheiterten Staat am Hindukusch seit der Vertreibung des Taliban-Regimes die Heroin-Produktion auf Hochtouren läuft, war schon bekannt. Doch nun ist das Herkunftsland des beliebten «Schwarzen Afghans» auch beim Cannabis weltweit der größte Exporteur.

2007 haben afghanische Bauern auf 70´000 Hektaren die berauschende Pflanze angebaut, meldete das UNO-Büro für Drogen und Kriminalität (UNODC) heute in Tokio. Zum Vergleich: Diese Fläche ist fünfmal größer als jene, die für den Kartoffelanbau in der Schweiz zur Verfügung steht.

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Ein Ende des Drogen-Rauschs ist nicht abzusehen: Die Anbaufläche von Schlafmohn (Papaver somniferum), aus dem Drogenkartelle Rohopium gewinnen, um dann mittels chemischer Prozesse das hoch süchtigmachende Heroin herzustellen, werde 2008 ähnlich hoch wie im Vorjahr oder knapp unter diesem Rekordwert liegen, prophezeit die UNODC.

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«Der Opiumanbau mag einen Höhepunkt erreicht haben, aber die Menge 2008 wird immer noch schockierend hoch sein», sagte UNODC-Chef Antonio Maria Costa. (SDA)

Zum Reinhören

[audio:http://www.sackstark.info/wp-content/uploads/2008/02/06-dont-bogart-me-fraternity-of-man.mp3]

update 01.03.2008

Jeder siebte Afghane baut Drogen an
Afghanistan ist der grösste Opiumproduzent der Welt. Dies zeigt sich auch in der Beschäftigungsstatistik: 15 Prozent der Afghanen arbeiten im Mohnanbau.
Dies geht aus einem gestern veröffentlichten Bericht des US-Aussenministeriums über die Drogenproduktion in Afghanistan im vergangenen Jahr hervor.

Im Jahr zuvor war jeder achte Afghane am Mohnanbau beteiligt. Afghanistan produzierte im vergangenen Jahr 93 Prozent des weltweit gehandelten Opiums, wie es in dem Bericht unter Berufung auf Schätzungen der US-Regierung hiess. Dies bedeute einen Anstieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zu 2006.

Allein die Anbaufläche für Mohn in Afghanistan sei in diesem Zeitraum um 17 Prozent auf 193’000 Hektar gestiegen. Aussergewöhnlich günstiges Wetter trug dem Bericht zufolge dazu bei, dass die afhganischen Bauern 2007 eine Opium-Rekordernte einfuhren, die um 34 Prozent höher lag als noch im vorhergegangenen Jahr.

Insgesamt habe das 2007 in Afghanistan produzierte Opium einen Wert von vier Milliarden US-Dollar gehabt – mehr als ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes von Afghanistan. (Quelle: 20 Minuten.ch)

Carolus Magnus

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