Kosten des Rauchens

Berechnungen äußerst fragwürdig

Deutschland

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Immer wieder werden Berechnungen publiziert, nach denen Raucher die Gesellschaft viele Milliarden Euro kosten – durch erhöhte Krankenversicherungskosten ebenso wie durch Arbeitsausfall. Schon allein der Ansatz mutet ein wenig merkwürdig an, ist doch auf einen Schlag die Solidargemeinschaft vergessen, die uns alle eigentlich untrennbar aneinanderkettet: Menschen in hohen Einkommensklassen kommen für Menschen in niedrigen Einkommensklassen auf, Junge stehen für Alte ein und Gesunde für Kranke. Nur die Raucher werden aus irgendeinem Grund gesondert betrachtet. Dies ist moralisch fragwürdig, vor allem mit einem Gesundheitssystem, das den Menschen unterhalb eines bestimmten Mindesteinkommens gar nicht die Möglichkeit gibt, zwischen freiwilliger und gesetzlicher Krankenversicherung zu wählen.

Doch auch die Berechnungen selbst haben Schwächen, die die Ergebnisse in Zweifel ziehen: Wenn man einen Kostenvergleich zwischen der „Normalbevölkerung“ und den Rauchern anstellt, dabei jedoch nur die Kosten berücksichtigt und die gleichzeitigen Einsparungen außer acht läßt, kann kein seriöses Ergebnis zustandekommen. Raucher sorgen Jahr für Jahr mit der Tabaksteuer für einen nicht unerheblichen Geldsegen. Darüber hinaus sterben Raucher statistisch gesehen früher als Nichtraucher, wodurch beispielsweise die Rentenkassen Auszahlungen sparen. Darauf hinzuweisen ist weder zynisch noch unmenschlich, es gehört schlicht zwingend zu einer nüchternen Kosten-Nutzen-Rechnung. Auch muß das statistisch frühzeitigere Ableben von Rauchern nicht immer etwas mit ihrem Zigarettenkonsum zu tun haben, sondern kann ebensogut in weiteren Aspekten begründet sein, die Raucher von Nichtrauchern unterscheiden. So kam beispielsweise eine Studie in der US-Army zu dem Ergebnis, daß Raucher 50% häufiger Unfälle haben als Nichtraucher. Andere Untersuchungen zeigten, daß rauchende Frauen ein erhöhtes Risiko haben, an AIDS zu erkranken. Raucher ernähren sich anders als Nichtraucher; sie kommen häufiger aus den unteren sozialen Schichten und haben daher meist eine schlechtere medizinische Versorgung. Dies alles kann wohl kaum ursächlich auf den Zigarettenkonsum der Betroffenen zurückgeführt werden, während es ganz klar einen Einfluß auf die Lebenserwartung hat.

Zieht man all diese weiteren Aspekte in Betracht, ist durchaus nicht mehr so klar, ob Raucher der Gesellschaft überhaupt irgendwelche Kosten aufbürden. So kommt auch die Deutsche Krebsgesellschaft auf ihrer Website zu dem Schluß: Für die öffentlichen Kassen ist […] das Rauchen ein insgesamt positives Geschäft.“

Mit freundlicher Genehmigung von

Netzwerk-Rauchen

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