Bloggerhatz und freie Meinungsäusserung

Die Taliban hat den Fanatismus nicht patentiert

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Die Diplomatie, so sagt man, sei die letzte Instanz vor einem Krieg. Wenn sie versagt, donnern die Kanonen!

Wenn die Eloquenz, der Stil oder der Wortschatz nicht mehr ausreichen und diese Beschränkungen einem seine eigenen Grenzen aufzeigen, dann wird aus Frust und Unterlegenheitsgefühl nicht mehr debattiert, sondern geschossen!

Wo bleibt da die Stärke der Frustrationstoleranz? Ich sag’s gleich vorweg; sie ist meist in einer verkorksten und von Eltern vernachlässigten Kindheit steckengeblieben und unausgegoren, nie erlernt und eher selten bei ungereiften Persönlichkeiten anzutreffen.

Die Absenz des sprachlich adäquaten Ausdruckes resultiert in der Folge dem hier bezeugten Fanatismus, egal zu welcher Rasse, Religion, Partei oder Alterszugehörigkeit man sich zählt, egal ob Westen oder Osten, Süden oder Norden, Erste oder Dritte Welt.

Wer mit Gewalt droht oder zu Gewalt greift, fühlt sich derart mickrig in seinem Selbstbild, dass er meint, sein „ICH“ nur noch durch verbale oder gar maschinelle Gewalt wieder herstellen zu können – ein fataler Trugschluss, dessen Hochgefühl kaum eine Stunde anhält.

Wer sich nicht ausdrücken kann, der sollte sich von interaktiven Medien fernhalten und dieses Medium jenen überlassen, die den Kopf und die Sprache statt das Gewehr oder die Bombe benötigen, um sich mitteilen zu können. Oder sie seien aufgefordert, sich in Sprache, Wissen und Rhetorik weiterzubilden.

Wer die Balance zwischen Gefühlen und klarem Denken nicht unterscheiden und aufrecht erhalten kann, dem sei die Transaktionsanalyse dringend empfohlen, was aber ein Mindestmass an Intelligenz (nicht angeeignetes Wissen) voraussetzt, um darin und dadurch erfolgreich zur Selbsterkenntnis und Zufriedenheit mit seinen gefürchteten inneren Dämonen zu gelangen. Wer seine dunklen Seiten selbst nicht akzeptieren kann, der projiziert sie auf andere.

Wer das Grundrecht der freien und auch künstlerischen Meinungsäusserung nicht (mehr) aushalten kann, der sollte sich in psychologische oder psychiatrische Therapie begeben und sich von Weblogs und Foren fernhalten. Geht raus und trefft die Menschen mit richtigem Namen, damit ihr zu euch selbst findet und stehen könnt und lernt diese nicht virtuellen Menschen von Angesicht zu Angesicht kennen.

Wer seinen Frust der Quelle nicht zuordnen und ihn nicht altersgemäss und passend auch dort deponieren kann, sondern gefühlsmässig einfach entweder Rundumschläge verteilen muss oder mangels Mut die Ursache seines eigenen Frustes nicht zu erkennen vermag, der ist in der Allmachtsphantasie eines Vierjährigen stecken geblieben und sollte schleunigst in Begleitung einer Fachperson nachreifen.

Ich bin echt entäuscht ob der sich hier präsentierenen emotionalen Abfallhalde seelisch Verkrüppelter mit ihrer oktroyierenden Intoleranz, gegenseitigen Respektlosigkeit und verbalen Aggressivität – schlicht, wie hier miteinander unter angeblich zivilisierten Menschen und Blogger und Kommentatoren umgegangen wird.

[Carolus Magnus]

Brief von René Stadtkewitz an Stefan Herre

Links zum Thema und Auslöser dieses Beitrages

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