Was ist ein Einlagesicherungsfonds heute noch wert?

D.

Staatliche Garantiezusagen – und was sie am Beispiel von Island noch wert sind

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Die Kaupthing Bank in Reykjavik

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Was jeder vorgestern in der Financial Times Deutschland FTD hätte lesen können, er wäre erschrocken über solches Geschäftsgebaren. Aus demselben Grund könnte beispielsweise die Schweiz das Personen-Freizügigkeitsabkommen (FZA) mit der Begründung ablehnen, daß Sie als Gläubiger von 650 Mrd. Franken in Osteuropa, die sie des Wechselkurses wegen kaum je wieder sehen wird, keine Ausgleichszahlungen, die sogenannte Solidaritätsmilliarde, an die EU mehr zahle, bis die Schulden getilgt seien.

Der isländische Staat mag viele Vorteile haben – sein Einlagensicherungsfonds gehört jedenfalls nicht dazu! Denn selbiger Fonds springt entgegen seiner Garantiezusagen nicht für deutsche Anleger ein. Islands Staatspräsident Olafur Ragnar Grimsson begründete dies so: »Die Deutschen müssen begreifen, daß die Menschen in Island alles verloren haben«.

Zitat aus dem Interview der FTD mit dem isländischen Staatsoberhaupt:

»Vor diesem Hintergrund sei es den isländischen Steuerzahlern nicht zu vermitteln, daß sie jetzt auch noch für die Verluste deutscher Sparer aufkommen müßten«. Es sei »ungerecht, daß ausländische Anleger erwarteten, daß Island die ganze Last der Finanzkrise trage», sagte das Staatsoberhaupt und fügte hinzu:  »Ich bin überrascht von den Forderungen unserer Freunde im Ausland«.

Phantastisch! Enteignung auf höchster Ebene. Was sind die von Rating-Agenturen herausgegebenen Länderrisikolisten denn noch wert? Die «Forderungen der Freunde im Ausland» sind nichts anderes als die Forderungen der deutschen Anleger, ihre Festgeldeinlagen zurückzuerhalten, wenn sie dies fordern und die vertragliche Laufzeit abgelaufen ist – weil der isländische Staat genau dies garantiert hatte. Man darf ruhigen Gewissens sagen, daß sogenannte mündelsichere Anlagen heute nicht mehr existieren!

Wenn diese Garantie nun nicht mehr gelten soll, weil sie einseitig gekündigt wird, gerade im Moment der Krise – wer sollte da wohl überrascht sein? Das isländische Staatsoberhaupt oder die deutschen Sparer?

Man kann nur hoffen, daß dem isländischen Staatspräsidenten nun massiver Protest entgegenschlägt. Dieses Vorgehen ist skandalös und widerspricht dem Grundsatz von Treu und Glauben. Früher wäre so etwas einer Kriegserklärung an Deutschland gleichgekommen. Leider (oder zum Glück?) verfügt Sackstark über keine bewaffnete Armee.

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»Wir sind optimistisch, doch wir wissen nicht was noch auf uns zukommen wird«, sagte Brady Dougan von der Credit Suisse gestern Abend in der Tagesschau, als er zum acht Milliardenverlust der Credit Suisse befragt wurde.

Dennoch scheint er mehr zu wissen, sonst würde er diese Aussage gar nicht machen und Sackstark erwartet noch viel Schlimmeres. Kein Staat wird in Zukunft je seinen Verpflichtungen nachkommen können – sie werden nur als Beruhigungspillen versprochen, um momentan keine Panik entstehen zu lassen. Doch diese wird später umso heftiger ausfallen! Selig der, der einige Goldmünzen auf der Seite hat, um in naher Zukunft sein Essen noch bezahlen zu können. Wer nicht weiß, wie das vor dem 2. Weltkrieg war, der lese bitte «Der schwarze Obelisk» von Erich Maria Remarque. Er hatte damals irgendwann nach dem 1. Weltkrieg von einem Wirt Eßensgutscheine für ein ganzes Jahr gekauft, was den Wirt wohl nicht in den Ruin trieb, Remarque aber praktisch der galoppierenden Hyperinflation wegen ein Jahr lang zu kostenlosem Essen verhalf.

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Geldmengenwachstum M3 (Wikipedia)
Wesentlich ist die Geldmenge auch für die Bestimmung der Wachstumschancen und der Inflationsrisiken der Volkswirtschaft. Ist zu wenig Liquidität vorhanden («Geldlücke») so leidet das Wirtschaftswachstum, ist durch starkes Geldmengenwachstum zu viel Liquidität im Markt, so besteht die Gefahr von Inflation. M1 hat sich in der Vergangenheit als guter Konjunkturindikator erwiesen, während M3 als der geeignetere Inflationsindikator verstanden werden kann.
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An eine Sanierung der Finanzkrise glaubt Sackstark nicht! Vielmehr werden wir in Zukunft eine Welt haben, in der 99 Prozent nur noch Schulden auf RFID-Chips haben, angeschlossen an einen Zentralcomputer, deren Kontrolleure die Kreditlimite jederzeit bei unerwünschtem Verhalten sperren können. Bargeld wird genauso abgeschafft sein wie die Sozialwerke und ein Jeder wird von Banken, Machthabern und anderen Interessenten abhängig sein. Denn, wer abhängig ist, ist leichter führ- und manipulierbar. Das Rauchverbot hat es uns klar aufgezeigt, wie man die ganze Welt zum Narren halten kann, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Wieso sollte es mit der Finanzkrise plötzlich anders sein?

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1923:  Geldscheine als Altpapier gewogen und in Ballen abgepackt. Was wohl der Preis pro Tonne noch hergab? So wenig kann es nicht gewesen sein, denn Die Stadt Kassel gab 1923 als Notgeld den kleinsten Geldschein Deutschlands heraus. Er war mit 314.16 Quadratmillimetern etwa so groß wie eine Briefmarke und hatte den Wert eines Pfennigs.

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