Je höher die Tabaksteuer …

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… desto rentabler der Schmuggel

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Durch die letzten Tabaksteuererhöhungen sind die Zigarettenpreise in Deutschland stark gestiegen. Während eine Packung West Red im Januar 2002 noch 2,50 € (bei 17 Stück) im Laden kostete, muß der Verbraucher heute 3,80 € (bei 17 Stück) bezahlen. Diese gravierenden Erhöhungen haben zu einem deutlichen Absatzrückgang von in Deutschland versteuerten Zigaretten geführt.

Gleichzeitig haben Schmuggel und Fälschung von Tabakprodukten erheblich zugenommen. So zeigt eine Studie des Verbandes der Zigarettenindustrie (VdC) in Zusammenarbeit mit dem TÜV Berlin/Brandenburg, daß der Anteil an nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten inzwischen bei über 20 Prozent liegt (2006). Für 2007 wird ein Anstieg auf 25 Prozent erwartet. Das heißt: Jede vierte Zigarette wird dann nicht in Deutschland versteuert sein.

In den neuen Bundesländern lag der Anteil 2006 bei über 30 Prozent, in grenznahen Gebieten sogar doppelt so hoch. Bei den niedrigen ausländischen Zigarettenpreisen von zum Teil nur 1,50 € pro Packung sind diese Prozentwerte nicht verwunderlich. Auch in Westdeutschland stieg der Anteil der nicht in Deutschland versteuerten Packungen deutlich auf fast 16 Prozent – in einigen Regionen wie dem Ruhrgebiet auf über 20 Prozent.

Für den deutschen Staat bedeutet diese Entwicklung gravierende Einnahmeausfälle: in 2006 allein 4,2 Milliarden €. Handel und Industrie verbuchten 2006 Verluste in Höhe von rund 700 Millionen €.

Vor der letzten dreistufigen Tabaksteuererhöhung rechnete der Bund sogar mit Mehreinahmen von einer Mrd. € im Jahr 2004 und 2,2 Mrd. im Jahr 2005. Während der durchschnittliche Preis für eine Zigarette im Zeitraum von 2003 bis 2006 um mehr als 30 Prozent gestiegen ist (von 16,8 Cent auf 22 Cent), erhöhten sich die Einnahmen aus Tabaksteuern im gleichen Zeitraum um schwache 0.2 Milliarden von 14,1 Milliarden € im Jahr 2003 auf 14,3 Milliarden im Jahr 2007.

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Jin Ying


Destatis beweist –  auch 2008

Steuereinnahmen für Tabakwaren im ersten Quartal 2008 um 8,2% gesunken
Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden wurden im ersten Quartal 2008 in Deutschland Tabakwaren im Kleinverkaufswert (Verkaufswert im Handel) von 5,7 Milliarden € versteuert, das waren 504 Millionen € oder 8,2% weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dieser Betrag ergibt sich aus dem Steuerzeichenbezug von Herstellern und Händlern nach Abzug von Steuererstattungen für zurückgegebene Banderolen (Netto-Bezug). Während sich die Menge des versteuerten Pfeifentabaks im ersten Quartal 2008 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal fast verdreifacht hat, gab es bei den anderen Tabakerzeugnissen teilweise deutliche Rückgänge.

Steuereinnahmen für Tabakwaren im zweiten Quartal 2008 um 5,0% gesunken
Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden im zweiten Quartal 2008 in Deutschland 5,0% weniger Zigaretten versteuert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die versteuerten Mengen an Zigarren und Zigarillos gingen deutlich zurück (– 36,2%). Beim Pfeifentabak gab es überdurchschnittliche Zuwächse (+ 200,8%) und beim Feinschnitt einen leichten Anstieg (+ 1,6%) gegenüber den versteuerten Mengen im zweiten Quartal 2007.

Steuereinnahmen für Tabakwaren im dritten Quartal 2008 um 3.2% gesunken
Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden im dritten Quartal 2008 in Deutschland Tabakwaren im Kleinverkaufswert (Verkaufswert im Handel) von 6,1 Milliarden € versteuert, das waren 139 Millionen € oder 2,3% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dieser Betrag ergibt sich aus dem Steuerzeichenbezug von Herstellern und Händlern nach Abzug von Steuererstattungen für zurück­gegebene Banderolen (Netto-Bezug). Die Menge des versteuerten Pfeifentabaks ging entgegen der Entwicklung für Tabakwaren insgesamt im dritten Quartal 2008 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um fast zwei Drittel zurück. Dieser Rückgang betrifft in erster Linie Pfeifentabake im unteren Preissegment (sogenannte „Pseudo-Pfeifentabake“), die aufgrund ihrer Produktbeschaffenheit seit Mitte Juli 2008 wie Feinschnitttabake besteuert werden. Bei den anderen Tabakerzeugnissen gab es dagegen teilweise deutliche Zuwächse.

Insgesamt wurden im Berichtszeitraum Tabakwaren im Kleinverkaufswert (Verkaufswert im Handel) von 5,6 Milliarden € versteuert, das waren 187 Millionen € oder 3,2% weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dieser Betrag ergibt sich aus dem Steuerzeichenbezug von Herstellern und Händlern nach Abzug von Steuererstattungen für zurückgegebene Banderolen (Netto-Bezug).

Genußmittel bringen 2007 der Steuerkasse 18,5 Milliarden €

Im Jahr 2007 hat in Deutschland der Konsum von zu versteuernden Genußmitteln Bund und Ländern Steuereinnahmen von insgesamt 18,5 Milliarden € eingebracht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war dabei die Tabaksteuer mit 14,3 Milli­arden € mit Abstand am ertragreichsten. Mit den anderen Genußmittelsteuern nahmen Bund und Länder im Jahr 2007 zusammen 4,2 Milliarden € ein. Im Einzelnen wurden aus der Branntweinsteuer 2,0 Milliarden €, der Kaffeesteuer 1,1 Milliarden €, der Bier­steuer 760 Millionen € und der Steuer auf Schaumwein beziehungsweise Zwischenerzeugnisse wie zum Beispiel Sherry 400 Millionen € vereinnahmt. Lediglich drei Millionen € erbrachte im gleichen Jahr dagegen die Alcopopsteuer, die Mischungen aus Softdrinks und Alkohol besteuert.

Das Biersteueraufkommen steht den Bundesländern zu, alle anderen Steuereinnahmen aus Genußmitteln fließen in die Bundeskasse.

Steuereinnahmen für Tabakwaren im 2006 um 3.6% gesunken

Die Einnahmen aus der Tabaksteuer gingen 2006 um 859 Millionen auf 23 Milliarden € zurück. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Minus von 3,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

Dabei schlug vor allem das Minus beim Feinschnitt zu Buche: Hier ging die versteuerte Menge gegenüber 2005 um 31,7 Prozent zurück. Die Statistiker führen dies vor allem darauf zurück, daß für Steckzigaretten seit dem 1. April 2006 der weitaus höhere Steuersatz für Fertigzigaretten gilt. Die Menge der versteuerten Zigaretten sank um 2,5 Prozent auf 93 Milliarden Stück.

Angesichts der zuletzt mehrfach angehobenen Steuer auf Zigarettentabak greifen viele Raucher zu Alternativen: Der Absatz von Zigarren und Zigarillos legte 2006 um 37,7 Prozent zu, die Menge des versteuerten Pfeifentabaks lag um 14,7 Prozent höher.

UPDATE 2018-02

END UPDATE

Carolus Magnus

4 thoughts on “Je höher die Tabaksteuer …

  1. Da hast du mal vollkommen Recht. Aber da denken die Herren da oben an der Spitze der Regierung nicht nach…das wäre zu viel verlangt auch mal über Konsequenzen nachzudenken!

  2. Pingback: Preise für Tabak ziehen an « Sackstark!

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