Antiraucherpille auf Krankenschein?

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Champix® – Chantix®

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Heute, wo jeder des Rauchen wegens verfolgt und schikaniert wird (SBB, Restaurant, öffentliche Gebäude, etc.) sollten nun auch mal die Nichtraucher ihren Solidaritätsbeitrag für Raucher auf sich nehmen indem Sie für deren Entwöhnung Solidarität bekunden. Man kann nicht immer nur verlangen und noch mehr Gesetze machen (lassen), ohne auch die Folgekosten zu tragen, geschweige denn nicht an sie zu denken. Jede Aktion bedingt sowohl in der Gesellschaft als auch bei jedem einzelnen eine Reaktion.

Wie haben die heutigen Menschen von 50+ angefangen zu Rauchen? Bei mir war es ein Oberst im Militär, der mich täglich nötigte, seine Offerte, eine Zigarette, von ihm anzunehmen und zu rauchen; der mich also anfixte. Es war übrigens derselbe irisch-stämmige Oberst, der anfangs der 70er Jahre das Zilvilschutzbüchlein verbrochen hatte.

Nichtraucher und andere aggressive Gesetzeswütige wollen angeblich frei sein. In diesem Falle rauchfrei – ergo sollen sie auch einen Beitrag dafür leisten! Es ist zu einfach und zu billig, notorisch Gesetze zu fordern und in Kraft zu setzen um sich dann aus der Verantwortung zu stehlen!

Das Militär ist eine staatliche Institution und dort wurden die meisten Raucher der Generation 50+ vom Staat angefixt. Derselbe Staat, der Dienstverweigerer früher menschenunwürdig, massiv und brutal verfolgte und sogar Halbinvalide als tauglich einstufte, also wir, die wir dann Dienstverweigerer aus der Gesellschaft ausgeschlossen haben, wie diese es heute nun mit Rauchern auch tun (eine Gruppe muß ja immer herhalten), wollen nun Antirauchergesetze in welcher Art auch immer und mit welcher Motivation auch immer. Auf Art und Motivation einzugehen ergäbe eine Doktorarbeit – also lasse ich es. Das ganze Theater ist eine 180° Kehrtwendung die Süchtige nicht so schnell vollziehen können, schon gar nicht ohne Hilfe.

Deshalb frage ich mich, wo da der Solidaritätsgedanke der Nichtraucher bleibt? Vielleicht fragt sich mal ein Nichtraucher, warum er heute in der glücklichen Lage ist, nicht rauchen zu müssen. Die Antwort ist, dass sich die Mode und die Gesellschaft im Allgemeinen so alle 40 Jahre in Wellen (Kondratieff) wandeln und dass die Humanmedizin erhebliche Fortschritte in Forschung und Therapie vollbrachte. Viele der Freiheiten, die Jüngere heute haben, haben diese nur, weil wir in den 68ern dafür gekämpft haben – und damals qualmten noch 80% unserer Bevölkerung. Unsere „Frechheit“ war es, euch Jüngeren, heute glücklicherweise meist Nichtraucher, ein angenehmeres Leben zu ermöglichen, ein freieres Leben und ein nicht bloß aufgrund eines Titelinhabers obrigkeitsgläubigen, unterwürfiges Leben.

Diejenigen, die durch die täglichen „Grabenkämpfe“ von damals, die jeweils im Kleinen stattfanden, zu entschädigen, analog der Militärversicherung, die diese Kosten meiner Meinung nach zumindest zur Hälfte übernehmen sollte, weil das Militär, bedingt durch die damalige Gesellschaftsform, Rekruten zum Rauchen nötigte, wäre ein Beweis der heutigen jungen Generation, diese erkämpfte Freiheit angemessen zu würdigen.

Beispielsweise wurde das Konkubinatsverbot (ein Offizialdelikt!) in der Schweiz erst 1976 mit dem letzten Kanton, nämlich NW, abgeschafft. Mir wurde einmal 1975 des Nachts um 04:00 Uhr die Polizei ins Haus geschickt, die meinen gesamten Bettinhalt zwecks „Analyse“ mitnahmen. Ich hatte Glück, da ich auf dem Sofa schlief und das Mädchen in meinem Bett. Andere hatten weniger Glück und landeten im Gefängnis! Wollt ihr diese und andere Freiheitseinschränkungen, von denen wir euch befreiten, wieder zurückhaben? Ich glaube kaum! Oder doch? Kommentare sind erwünscht!

Ich bin heute alt genug um damit leben zu können, insbesondere angesichts der Tatsache, daß seit Anfang der 90er (1986 Gründung der AUNS mit damaligem Häuptling und heutigem, seit 2003 aktivem Bundesrat Blocher, der übrigens im 19. Jahrhundert in die Schweiz immigrieren durfte!) eine wahre Gesetzeswut losgetreten wurde, die nicht nur mein, sondern aller Freiheit, Schritt für Schritt, Gesetz für Gesetz, einschränkt, bis daß wir eines Tages nicht mehr aus dem Haus dürfen, sollten wir einen ungeraden Jahrgang und ein gerades Nummernschild am Fahrzeug haben.

Allen ist bekannt, dass wir zwei Drittel des Kaufpreises einer Schachtel Zigaretten an die AHV sowie, das glaubt man kaum, an die Tabakbauern als auch an die Krebsliga und sonstige Präventionsmaßnahmen abführen. Wenn es denn stimmt, daß die Raucher doch derart ungesund leben und mindestens 10 Jahre früher sterben als Nichtraucher wird von den Rauchern nochmals ein Beitrag an die AHV geleistet, indem sie zehn Jahre früher keine Rente mehr beziehen.

Die Kosten eines an Altersgebrechen Leidenden und daran nach Jahren unzähliger Jahre durchgepflegten Sterbenden sind mindestens um das Fünfzigfache höher, als einer der innerhalb von drei Monaten an Lungenkrebs stirbt. Alleine die Kosten der Altersheime kann ein Normalsterblicher heute doch gar nicht mehr selbst aufbringen. Der Staat und die AHV verdienen somit doppelt und dreifach an den Rauchern – und es soll mir keiner sagen, daß dies nicht mit Kalkül geschieht!

Wenn mir dann der Staat noch vorschreibt, daß ich bei Bußandrohung, gegen mich oder den Wirt, nicht mal mehr im Restaurant rauchen darf und ich mir im Winter vor der Beizentüre eine Lungenentzündung im Schneegestöber oder einer steifen Bise einfange, figuriere ich dann natürlich in der Statistik als „Rauch“ 🙂 oder Raucheropfer, das Hauptargument der Nichtraucher, Raucher auszugrenzen.

Wenn ich im Sommer im Biergarten meinen Nektar zu mir nehme, das ist draußen, nota bene, werde ich bereits heute von Nichtrauchern dumm angemacht. Ich denke, wir Raucher bezahlen schon genug an den Staat um nicht auch noch von der Gesellschaft ausgegrenzt werden zu müssen. Es herrscht zurzeit ein regelrechter Glaubenskrieg und Glaubenskriege sind gefährlich, wie 9/11 uns brutal wieder ins Bewusstsein rief. Haben wir daraus was gelernt? Nein! Die 30 % der rauchenden Bevölkerung wird ausgerottet werden, ohne die Folgen zu bedenken. Es gibt nun mal keine suchtfreie Gesellschaft.

Würden alle innert Jahresfrist tatsächlich tabakabstinent werden, wären in der Schweiz Tausende von Stellen in Gefahr; von den Tabakbauern über die Zigaretten- Verarbeitungs-Industrie bis zur Kioskverkäuferin. Die AHV würde sehr bald bankrott sein oder die Renten müßten zumindest massiv gekürzt werden. Ein Päckli „Kent 100“ mit heutigem Ladenpreis von CHF 6.40. Ein Drittel davon CHF 2.11 für die Tabakbranche. Zwei Drittel davon CHF 4.29 für Raucher-Steuern. Ich rauche drei Päckli täglich. CHF 4.29 x 3 = CHF 12.86 täglich an Raucher-Steuer. Multipliziert auf ein Jahr kommt Adam Riese auf CHF 4’695.36 an Extra-Steuern im Jahr! Auf diese Steuern kann ohne massive Steuererhöhung niemand mehr verzichten. Wollen die Nichtraucher nun höhere Steuersätze in ihren Gemeinden, Kantonen und beim Bund? Natürlich nicht! Hier kommen die Scheinheiligkeit und des Pudels Kern zum Vorschein.

[Carolus Magnus]

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