Wie krank ist Amerika wirklich?

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Tiefste Krise seit den 30er Jahren

George Soros im Interview

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Wie krank ist Amerikas Wirtschaft wirklich?
Ich glaube, eine Rezession ist unvermeidlich. Die USA haben jahrelang das Geld der Weltwirtschaft quasi aufgesogen – denn der Dollar war die weltweite Leit- und Reservewährung. Wir haben uns von allen Geld geliehen, haben mehr konsumiert als produziert, sind hoch verschuldet. Doch jetzt wird der Dollar als Reservewährung immer unwichtiger. Die Preise steigen, Häuser- und Kreditkrise hängen wie ein Damoklesschwert über uns. Wir haben gar keinen Spielraum mehr. Und Europa macht es auch falsch: Dort werden aus Angst vor der Inflation die Zinsen erhöht. Das ist nicht klug. Die Rezession geht zwar von den USA aus, aber die Europäer sind dabei, diese Rezession zu importieren.

Ist dies die Hinterlassenschaft der Regierung Bush? Der nannte die Wirtschaftskrise einen „interessanten Moment“ …
… ich kritisiere Bush ja wirklich für vieles, aber in diesem Bereich war er nur braver Schüler. Sein schreckliches Erbe ist vielmehr der sogenannte Krieg gegen den Terror. Der lieferte den Vorwand für den Krieg gegen den Irak. Bush unterminierte unsere Bürgerrechte und die Fundamente unserer Verfassung.

Sie behaupten, die USA seien das größte Hindernis für eine stabile und gerechte Weltordnung.
Ja, und am schlimmsten ist der Missbrauch des Wortes Demokratie durch Bush. Ich habe im Laufe meines mittlerweile recht langen Lebens die Hälfte meines Vermögens für die Förderung der Demokratie in der Welt ausgegeben …

Zum vollständigen stern-Interview

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Zur Person
In Budapest wird George Soros 1930 geboren. Mit gefälschten Papieren entgeht die jüdische Familie dem Holocaust. Soros flieht 1947 nach London, schlägt sich als Bademeister und Kellner durch, studiert Philosophie und Ökonomie. Später arbeitet er als Analyst und Broker an der Wall Street. Seit Ende der 60er Jahre leitet Soros seine eigenen Investmentfonds. Berühmt wird er 1992, als er durch seine Spekulationen die Bank von England zur Abwertung des Pfundes zwingt und damit eine Milliarde Dollar verdient. Heute wird sein Gesamtvermögen auf rund neun Milliarden Dollar geschätzt.
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Weitere Hiobsbotschaften

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Amerikanische Finanzwelt schwer erschüttert
Das amerikanische Finanzsystem wird von schweren Umbrüchen erschüttert. Während die Hinweise auf einen Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers zunahmen, stimmte der Rivale Merrill Lynch einer Übernahme durch die Bank of America zu. Auch der Versicherer AIG kommt ins Trudeln.

AIG bittet US-Notenbank um 40 Mrd. Dollar
Der durch die Kreditkrise schwer getroffene Versicherer American International Group (AIG) hat am Sonntag laut einem Pressebericht die US-amerikanische Notenbank um einen Überbrückungskredit gebeten. Damit habe er eine Abwertung der Ratings verhindern wollen, die sein Aus hätten bedeuten können, berichtet die „New York Times“ in der Onlineausgabe unter Berufung auf Kreise.

Böses Erwachen
Das Gefährliche an Finanzkrisen ist die Gewöhnung. Zum zweiten Mal in diesem Jahr hatten sich die Anleger an den Aktienbörsen durch das Ausbleiben neuer schlechter Nachrichten einlullen lassen und sich dem trügerischen Glauben hingegeben, der schlimmste Teil der Finanzkrise sei vorbei oder diese sei gar ganz überstanden.

UBS-Aktien im freien Fall
Bei jedem Beben in der Finanzwelt zittert auch die UBS: Diese Regel bestätigte sich heute wieder. Der Aktienkurs der Grossbank verlor zeitweise 21 Prozent seines Wertes. Untergang von Lehman Brothers, Untergang von Merrill Lynch, Engpass bei AIG – die Krisenmeldungen aus New York heizten offenbar neue Zweifel am Zustand der Grossbank an. Kein anderer Schweizer Wert verlor so dramatisch.

ENGLISH ARTICLES

Bank of America rettet Meryll Lynch fuer 50 Milliarden Dollar
„In a rushed bid to ride out the storm sweeping American finance, 94-year-old Merrill Lynch & Co. agreed late Sunday to sell itself to Bank of America Corp. for roughly $50 billion, including restricted stock and vested stock options.“

Lehmann Brothers kurz vor dem aus
„…another prominent securities firm, Lehman Brothers, hurtled toward liquidation after it failed to find a buyer…“

AIG pfeift aus dem letzten Loch
„Insurer American International Group Inc., succumbing to relentless investor pressure that drove its shares down 31% on Friday alone, is pulling together a survival plan that includes selling off some of its most valuable assets, raising more capital and going to the Federal Reserve for help…“

10 Banken starten 70 Milliarden Dollar Rettungsplan (Was viel zuwenig ist!)
„A group of global banks and securities firms announced late Sunday a $70 billion loan program that financial companies can tap to help ease a credit shortage that threatens global financial markets.“


Zur Bayernwahl am 28. Sept. 2008

Vergessen Sie bitte nicht, Ihren Stimmzettel für die Landtagswahlen in Bayern auszufüllen. Mit Nichtwählen schaden Sie nur sich selber. Beachten Sie bitte den Kleinen Wahlhelfer für Bayern mit einem Klick auf den Titel.

3 thoughts on “Wie krank ist Amerika wirklich?

  1. Nette Übersicht über die Vorgänge, da kann man wirklich nur von Hiobsbotschaften reden. Ich glaube ja auch kaum, dass AIG trotz Unterstützung durch die Fed, noch lange überleben wird. Wahrscheinlich nicht einmal diese Woche. Und andere stehen ja quasi schon Schlange am Galgen. hat eigentlich irgendjemand eine Vorstellung davon, wie und wann diese Krise mal wieder enden könnte?!

  2. Ich habe irgendwo mal eine Theorie gelesen, die deine Frage mit 2015 beantworten würde. Persönlich tendiere ich dazu, dass uns eine zweite Weltwirtschaftskrise bevorsteht.

  3. Pingback: Sackstark » Blog Archive » Uncle Sam - The Declining Giant

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