Herbstliche Schlachtplatte bei Edelmetallen

.

Edelmetall-Schlachtplatte

.

Das Schlachtfest an den Papier-Edelmetallmärkten geht in eine neue, extremere Runde. Besonders arg erwischte es einmal mehr die weißen Edelmetalle. Allen voran Palladium bzw. Platin gaben um bis zu neun Prozent nach.

Gold relativ stark

Erstaunlich und positiv ist, dass der Goldpreis in einem derart negativen Umfeld immer noch über der tiefsten Notierung vom 15.8.2008 bei 780 Dollar notiert. Der Krügerrand(kauf)preis für deutsche Anleger war am gestrigen Dienstag bei ungefähr 590 Dollar. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass in den nächsten Tagen die 730 Dollar-Marke erreicht werden wird. Und vielleicht werden einige Haie“ schon sehnlichst auf Papier-Notierungen unter 700 Dollar warten.

Silber-Crash

Im Gegensatz zum gelben Edelmetall ging es am Silber-Papiermarkt weiter bergab. Aktuell notiert der Silberpreis bereits mehr als fünf Prozent tiefer als am 15.8.2008. Der Verlust seit dem März-Hoch beläuft sich auf mehr als 46 Prozent. Das Gold/Silber-Ratio ist auf hohe 68 gestiegen.Und, es ist gut möglich dass die Baissiers die irrationale Übertreibung nach unten fortsetzen werden. Klassische Kursziele eines derartigen finalen Comex-Ausverkaufs wären 10,7 bzw. Notierungen knapp unter zehn Dollar.

Silberaktien im freien Fall

Mittel- und langfristig hat der aktuelle Zusammenbruch aber auch seine guten Seiten. Nach dem im historischen Vergleich nur mit dem Zusammenbruch der Internetblase vergleichbaren Kursdesaster (die Aktie des weltgrößten Silberproduzenten Coeur implodierte vom 2006er-Hoch bei knapp sechs Euro auf nunmehr gut einen Euro ein) ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich die Angebotseite in den nächsten Jahren sicherlich nicht groß erweitern wird.

Endzeitstimmung

Viele Gesellschaften werden ums nackte Überleben kämpfen, die Produktion drosseln und neue Explorationsprojekte ad acta legen. Und, vielleicht, vielleicht beglücken uns ja dann auch noch die Massenmedien mit diversen Überschriften vom großen Minensterben. Insofern fällt es ohnehin nicht mehr groß ins Gewicht, dass dadurch sowohl massiv Kapital als auch Existenzen vernichtet werden.

Sehr böse Auguren sind sich schon seit längerem darin sicher, dass nach der aktuellen Höllenfahrt nur eine radikale Verknappung der Angebotsseite zu einer effektiven Marktberuhigung führen kann.

Mittlerweile wird in Minenkreisen ganz offen darüber diskutiert, wie man sich von der Abhängigkeit des Comex-Wahnsinns befreien kann. Wir werden sehen, ob und was sich die Industrie wird einfallen lassen.

Vielleicht, vielleicht reihen sich diversen Gesellschaften ja in die große Schlange zusammen mit den Autobauern und diversen anderen ein, um bei den Verantwortlichen in Washington Hilfe zu erbetteln.

Ob letztlich die Minen auch unter „staatliche Vormundschaft“ kommen?

Oder wird es eher so sein, dass am Ende des Tages sich niemand um ihr Schicksal scheren wird?

2 thoughts on “Herbstliche Schlachtplatte bei Edelmetallen

  1. Wir erwarten enorme Kursantiege da die physische Nachfrage nach Gold und Silber im Bereich Münzen und Barren unheimlichgroß ist und schon derzeit nicht mehr ausreichend gedeckt werden kann. Da die Nachfrage das Angebot überlappt werden die Preise demnächst steigen – zunächst für das physische Material und anschließen auch die Zertifikate.

  2. Das sehe ich zwar auch so!

    Und wie wird es aussehen, wenn die Leute realisieren, dass Gold auch nur ein Metall-Stein ist wie andere auch, den man weder essen noch trinken kann?

    Solange die Nachfrage für Gold besteht, hast du völlig recht. Eigentlich ist diese Nachfrage nur der Dummheit vieler Menschen zu verdanken, die meinen, Gold sei kein Metall wie jedes andere auch, eben wie jedes mit seinen spezifischen Eigenschaften.

    Gut, es rostet nicht. Muss ich es mir deshalb um den Hals hängen? Ich glaube nicht. Sind deshalb derart exorbitante Preise vertretbar? Ich glaube kaum, denn für die Industrie wird, korrigiere mich, wenn ich falsch liege, nur etwa ein Drittel der Nachfrage benötigt – Tendenz sinkend.

    Auf einigen Pazifikinseln wird noch heute mit Muscheln bezahlt. Wenn die Welt so weiterwurstelt wie bisher, könnten wir bald auch wieder dort ankommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.