Der Mörder ist stets der Raucher

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Der Mörder ist stets der Raucher

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Von Gastautor kikri

Medienlese DI 09.09.2008

Guete Morge

Heute gibt’s viele Meldungen über durchgeknallte religiöse Spinner.

NZZ Seite 52, Der Mörder ist immer der Raucher – „Auf Zürcher Plakatwänden tauchen dieser Tage blutige Tote auf. Einer liegt da in einer Blutlache am Boden eines Restaurants, ein anderer erwischte es während des Essens. Neben dem blutverschmierten Kopf auf der Tischplatte ist ein voller Teller Spaghetti zu erkennen.

‚Auch Passivrauchen tötet‘ liest man dann noch auf den SVP Plakaten. Es handelt sich um eine Kampagne der Zürcher Lungenliga, die als einzige nicht zu wissen scheint, dass Passivrauch völlig harmlos ist. Die blutüberströmten Toten seien Mafiaopfer aus den zwanziger und dreissiger Jahren, die Bilder stammten aus dem Fundus des Los Angeles Police Departements, teilt die Organisation mit, über deren Volksinitiative ‚Schutz vor Passivrauchen‘ am 28. September abgestimmt wird. Mit der Initiative verlangt sie ein Rauchverbot in Restaurants. Davon steht freilich nichts auf den Plakaten und in der Pressemitteilung ist harmlos nur von einer Präventionskampagne die Rede, die für die kommenden drei Wochen geplant sei. Aber den Hinweis auf den Urnengang braucht es gar nicht, um die Botschaft zu verstehen: Der Mörder ist – frei nach Reinhard Mey – immer der Raucher, also gehört er aus den Beizen verbannt und Raucher = Mörder. Das ist in Filmen schon längst so. Früher hatte der Bösewicht einen schwarzen Hut, heute eine Zigarette.
Ich kann nicht schreiben: ‚Jetzt wird es langsam absurd‘. Die Lungenliga verhält sich schon zu lange absurd, ja richtig religiös: Wir, und nur wir, haben immer Recht. Wer das auch nur leise anzweifelt, oder auch nur eine politisch inkorrekte Frage stellt, wird zum Gegner, ja zum Feind erklärt. Er wird mit der Totschlagkeule „von der Tabakindustrie gekauft“ als nicht akzeptabel dargestellt.

Wie ist und war das mit der katholisch Kirche? „Wir, und nur wir, habe immer Recht.“ Wer das nur leise anzweifelt, wrd zum Feind erklärt. Er ist einen unheiligen, unseligen Bund mit dem Teufel eingegangen.‘ In frühren Zeiten wurden desshalb Frauen von der Kirche als Hexe verbrannt, denn Tieren und Frauen gestand man damals noch keine Seele zu.

Heute sollen Raucher von ihrer Abhängigkeit von der bösen bösen Tabakindustrie befreit werden. Es ist nur zu ihrem Besten und dem Nutzen ihrer Gesundheit. Als ob sie dies nicht selbst entscheiden dürften. Was ist eigentlich mit der sogenannten verfasungsmässig garantierten Freiheit zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit?

Carolus Magnus geht morgen Mittwoch einführlicher auf dieses Thema der Lungenliga ein!

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NZZ, Seite 9: ‚Das Boulevardeske in den Medien führt zu einer Boulevardisierung der Politik‘ – Gespräch mit dem früheren Bundekanzler Franz Vranitzky über das Scheitern der Wiener Koalition: „In der ÖVP war die Annahme weit verbreitet, dass das Wahlergebnis ein Wählerirrtum gewesen sei und dass man ungerechterweise vom Thron gestossen wurde.“

Ein inzwischen bekanntes Demokratieverstäntnis, der Wählerwillen wird nur akzeptiert, wenn er die Mächtigen stützt, sonst wird er als unzurechnungsfähig erklärt. – Wie war das diesen Frühling in Irland? – Eben. – Hat die Politik auch schon religiöse Züge angenommen?

Franzosen mobilisieren gegen Schnüffelstaat (Tagesanzeiger, Seite 6) „In Frankreich protestieren Gewerkschaften, Arbeitgeber, Freimaurer und sogar der Verteidigungsminister gegen den ‚gläsernen Bürger‘.“ – Oh Wunder, sogar der Verteidigungsminister protestiert. Er hat erkannt, dass die Kenntnis der sexueller Ausrichtung der Bürger nichts zur inneren Sicherheit beiträgt. Ausser wenn der Papst zu Besuch kommt. Dann ist es schon wichtig. Schwule könnten den religiösen Diktator aus Rom mit Kondomen bewerfen. So was konnte man letzte Woche in der Presse lesen, als Mitteilung, nicht als Satire.

Horrorskop aus 20minuten, Seite 28
Heute bin ich Wassermann: „Sie sind wirklich gut in Form. Dank Mars verfügen Sie über äuserst viel Energie und Jupiter schenkt Ihnen die Einsicht, die Sie benötigen, um gegenüber Ihrem Chef eine richtige Bemerkung anzubringen.“
Naja, ein Schleimer bin ich eigentlich nicht, aber ich kann die Energie gut gebrauchen.

Fernseh-Tipp

Fahrenheit 9/11

Der Film von Michael Moore über die Familien Bush und Bin Laden – beides religiöse Fanatiker.
Kabel1, 20:15

oder

Bahn-Schikane: 220 Franken für falsches Ticket

Eine Mutter mit zwei Kindern erhält am Schalter ein falsches Ticket. Erst im Zug bemerkt sie den Fehler und will ein neues Billet lösen. Doch die Bahn kennt keine Gnade. Sie setzt eine Bussenmaschinerie in Gang, obwohl es ganz offentlichlich ist, dass die Mutter die Bahn in keiner Weise schädigen wollte.
Heute SF1 – Kassensturz 21:05

En schöne Tag
kikri

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