Aux Armes, Citoyens!

Land der Abzocker und Lohndrücker

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Heute hat der Ständerat beschlossen, die Investitionen in die Bildung, Forschung und Innovation (BFI) von 2008-2011 um 6% jährlich zu erhöhen.

Dies scheint auf den ersten Blick viel zu sein, doch der Schein trügt. Mit 6% stagniert die Schweiz im Bildungsbereich auf dem momentanen Level, oder fällt sogar noch zurück. Grund sind steigende Kosten (Inflation, Bologna-Umsetzungen, zusätzliche Studierende), sowie, dass aufgrund des angekündigten Sparprogramms bei der Bildung wieder gekürzt wird.

Rein rechnerisch hätten die SP und die FDP im Moment die Mehrheit im Ständerat. Beide Parteien bezeichnen sich als Bildungsparteien, trotzdem hat nur die SP geschlossen dafür gestimmt, dass beim BFI nicht gespart werden darf und die Ausgaben um jährlich mindestens 8% steigen. Somit haben die drei bürgerlichen Parteien (FDP, CVP und SVP) eine große Chance für die Schweiz verpasst. Bildung ist der einzige Rohstoff der Schweiz und gemäß OECD Studien sind wir im Moment europaweit im Hintertreffen. Eigentlich wären 10-12% zusätzliche Investitionen nötig, um aufzuholen. Das die bürgerlichen Parteien dann die ungenügenden 6% als wichtigen Schritt in die Zukunft würdigen, ist absolut heuchlerisch. Somit ist eindeutig klar, dass die wahren bildungs-, innovation- und fortschrittsfreundlichen Politiker im Linken Lager zu suchen sind und schon gar nicht bei den Bürgerlichen, insbesondere nicht bei der FDP.

Von
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Adrian Durtschi

Unsere Bildungspolitik ist seit dem EWR-Nein und dem populistischen Aufschwung der SVP auf den Hund gekommen. Die jeweiligen PISA-Studien zeigen dies ungeschminkt auf. Provozierend merke ich an, dass kaum eine Diktatur daran interessiert ist, Menschen gebildet zu halten. Wir sind zwar noch keine Diktatur – doch wir werden manipuliert und wir werden durch Bildungsmangel unterdrückt. Wir lassen uns auch manipulieren, denn es ist einfacher, die Anstellung nicht aufs Spiel zu setzen, folglich dem Druck nachzugeben und den Gegendruck, den jeder Druck erzeugt, zu verinnerlichen statt hinauszuschreien. Dies erklärt auch, weshalb wir, nach dem Baltikum die höchste Selbstmordrate der Welt haben. Wir fressen unsere Wut in uns hinein, produzieren somit Depressionen und getrauen uns nicht mehr aufzumucken, bis zum selbstinitierten Exitus.

Schon heute rekrutiert die FDP-Wirtschaft die dringend benötigten, topausgebildeten Angestellten aus dem Ausland, meist Deutschland aber auch Ingenieure aus Großbritannien, da in der Schweiz ein akuter Mangel herrscht. Ungebildete und unausgebildete Menschen sind einfacher zu führen und zu kontrollieren. Nicht umsonst sind die Phil I Universitätsabgänger fast allesamt einkommenslos. Sie werden in der globalisierten Maschinerie einfach nicht gebraucht und die Schweiz will angeblich schöngeistige Bildung sich nicht mehr leisten.

Bereits neun von zehn Geschäftsbriefen enthalten derart ungewollt humoristische Schreib-, Stil oder Grammatikfehler, die den früheren Beruf des Komikers durchaus ersetzen könnten. Was mich zum Lachen bringt, ist das Ungewollte, das Bierernste hinter diesen ungewollten Schreibblüten. denn korrekt schreiben täten diese industriell gefertigten Schreiberlinge sicherlich gerne, so sie denn könnten, doch es ist ihnen nicht mal selbst bewusst, geschweige denn gegeben.

Noch weniger bewusst ist es den Chefs, dass dieser Umstand tiefen Einblick in die Kultur der jeweiligen Firma gibt und die Komik letztendlich auf diese selbst zurückfällt. Sie werden als Clowns wahrgenommen – doch keiner getraut es ihnen zu sagen, denen dort oben, die soviel kassieren. Und es zeigt mir, dass diese Firmen nicht nach Qualität, sondern nach dem Prinzip des billigen Produktionsfaktors Menschenarbeit eingekauft haben, mit den entsprechend tiefen Löhnen.

Kuschen statt kritisch Denken, mit Betonung auf Denken, ist heute der allgemeine Trend und nur mit Zuckerbrot und Peitsche (RAV, IV, KK, PK, et cetera, et cetera) für die Minderheiten lässt sich das unzufriedene, unterbezahlte arbeitende Volk noch im Zaum halten. Hans-Rudolf Merz würde den Sozialstaat am liebsten vollends abschaffen und ist bereits auf bestem Weg dazu. Die Bundesangestellten hatten 1991 ihre letzte Real-Lohnerhöhung gesehen. Ohne Teuerungsausgleich, Basis Dezember 1982 von 125.7 Indexpunkten auf 157.0 angestiegen, würde sogar ein Kaufkraftschwund von exakt einem Viertel oder 25 % vorliegen. Vorläufig kriegen sie den Teuerungsausgleich noch (!).

81’000 invalide Ehepaare verlieren, dank 65 % Nichtstimmenden, man könnte auch sagen, 65 % Nichtfähigen zu einer eigenen Meinung, ab 01.01.2008 an die 30 % ihrer Rente, denn sie haben nicht mehr den ihnen 1959 zugesicherten Schutz . wie heisst es in «Murphy’s Law»? „Jedesmal, wenn die Reihe an dir ist, werden die Regeln geändert.“ Die Bundesbeamten werden beim BVG in einem mehrere Jahre dauernden Prozess vom Leistungsprimat auf das Beitragsprimat umgeschichtet, damit der Bund wieder etwas sparen kann zulasten derer, die ihn überhaupt ausmachen. Auch dies ist Hans-Rudolf Merzes Beitrag zum Sozialabbau. Viele werden in die Privatwirtschaft wechseln und jeder Bürger, der für diesen Staatsapparat Steuern zahlt, wird sich mehr und mehr mit beamteten Idioten herumschlagen müssen, denn der Brain-Drain und der Erfahrungsverlust der Abgänger ist schon seit längerer Zeit im Gange. Das ganze scheint System zu haben, bloß hat keiner die Chuzpe, darüber zu schreiben oder zu reden. Die Franzosen hatten einige Revolutionen und Republiken, von denen auch wir profitierten. Zeit, es ihnen vielleicht einmal mit einer eigenen zu vergelten.

Das Ende des (Geld)Adels

Carolus Magnus

La Marseillaise

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Auf, Kinder des Vaterlands!
Der Tag des Ruhms ist da.
Gegen uns wurde der Tyrannei
Blutiges Banner erhoben. (2 x)
Hört Ihr auf den Feldern
die grausamen Krieger brüllen?
Sie kommen bis in Eure Arme,
Eure Söhne, Eure Ehefrauen zu erwürgen!

Refrain:

Zu den Waffen, Bürger!
Formiert eure Bataillone,
Vorwärts, marschieren wir!
Damit unreines Blut
unserer äcker Furchen tränke!
Was will diese Horde von Sklaven,

Von Verrätern, von verschwörerischen Königen?
Für wen diese gemeinen Fesseln,
Diese seit langem vorbereiteten Eisen? (2 x)
Franzosen, für uns, ach! welche Schmach,
Welchen Zorn muss dies hervorrufen!
Man wagt es, daran zu denken,
Uns in die alte Knechtschaft zu führen!

Refrain

Was! Ausländische Kohorten
Würden über unsere Heime gebieten!
Was! Diese Söldnerscharen würden
Unsere stolzen Krieger niedermachen! (2 x)
Großer Gott! Mit Ketten an den Händen
Würden sich unsere Häupter dem Joch beugen.
Niederträchtige Despoten würden
Über unser Schicksal bestimmen!

Refrain

Zittert, Tyrannen und Ihr Niederträchtigen
Schande aller Parteien,
Zittert! Eure verruchten Pläne
Werden Euch endlich heimgezahlt! (2 x)
Jeder ist Soldat, um Euch zu bekämpfen,
Wenn sie fallen, unsere jungen Helden,
Zeugt die Erde neue,
Die bereit sind, gegen Euch zu kämpfen

Refrain

Franzosen, Ihr edlen Krieger,
Versetzt Eure Schläge oder haltet sie zurück!
Verschont diese traurigen Opfer,
Die sich widerwillig gegen uns bewaffnen. (2 x)
Aber diese blutrünstigen Despoten,
Aber diese Komplizen von Bouillé,
Alle diese Tiger, die erbarmungslos
Die Brust ihrer Mutter zerfleischen!

Refrain

Heilige Liebe zum Vaterland,
führe, stütze unsere rächenden Arme.
Freiheit, geliebte Freiheit,
Kämpfe mit Deinen Verteidigern! (2 x)
Unter unseren Flaggen, damit der Sieg
Den Klängen der kräftigen Männer zu Hilfe eilt,
Damit Deine sterbenden Feinde
Deinen Sieg und unseren Ruhm sehen!

Refrain

Wir werden des Lebens Weg weiter beschreiten,
Wenn die älteren nicht mehr da sein werden,
Wir werden dort ihren Staub
Und ihrer Tugenden Spur finden. (2 x)
Eher ihren Sarg teilen
Als sie überleben wollend,
Werden wir mit erhabenem Stolz
Sie rächen oder ihnen folgen.

Refrain

Anmerkung:

Der Text der Marseillaise wurde wegen seiner Kriegslüsternheit und Gewalttätigkeit immer wieder kritisiert, auch in Frankreich selbst. Die kriegerische Wortwahl ist allerdings nicht weiter verwunderlich, denn die Marseillaise ist als Schlachtgesang des ersten Koalitionskrieges entstanden, in dem das revolutionär geführte Frankreich gegen den aristokratischen Rest Europas kämpfen musste. Insofern wird auch heute noch der Text von den meisten als Ausdruck des gerechten Auflehnens gegen Unterdrückung empfunden. Unter diesem Vorzeichen sind auch Aufrufe wie «Zu den Waffen, Bürger» zu verstehen.

Die Formulierung «unreines Blut» wird häufig als ausgesprochen rassistisch verstanden. Auch wenn an einigen Stellen gegen das Ausland wegen seiner tyrannischen Herrschaftsform gewettert wird, ist hier wahrscheinlich aber nicht ausländisches sondern das eigene Blut gemeint, welches in den Augen der Adeligen, der ?Blaublütigen?, unrein ist. Diese Interpretation wird auch von einem Vergleich der Textstelle «Auf dass unreines Blut unserer Äcker Furchen tränke» mit «Wenn sie fallen, unsere jungen Helden, lässt die Erde daraus neue hervorgehen» gestützt.

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Rouget de Lisle chantant La Marseillaise

Die Marseillaise wurde ursprünglich von Claude Joseph Rouget de Lisle in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1792 während der Kriegserklärung an Österreich im elsässischen Straßburg komponiert.

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