Ohne E-Mail nicht existent

Globalisierung vernichtet Schweizer Arbeitsplätze

Künstler sind nicht in der Lage, ihre Produktion zu steigern. Ebenso wenig Frisöre oder Lehrer und schon gar nicht Krankenpfleger oder -schwestern, obwohl die Babyboomer langsam in die Jahre kommen, gebrechlich und pflegebedürftig werden.

Da man aber festgestellt hat, daß Dienstleistungen wie Pflege, Ausbildung und Unterhaltung verglichen mit Industriegütern, wie PCs, Autos oder unpersönliche Dienstleistungen wie in der Telekommunikation, bei Banken und Versicherungen, Apotheken usw, usf, im Preis stärker steigen, werden die Dienstleistungen nach Pakistan, Indien oder China ausgelagert. Dasselbe wird mit Journalisten, Steuerberatern, Finanzanalysten und Radiologen geschehen, denn mit der Vernetzung der Welt durch das Internet wird es egal, wo oder in welchem Land die Dienstleistung bezogen wird.

Es wird somit weiterhin konstant und akzelerierend weniger Stellen in der Schweiz, in Europa, im sogenannten Westen geben, bis nur noch eine kleine Minderheit eine Anstellung findet. Was tun wir dann?

Hier wäre die Lösung!

Schon seit über 15 Jahren gibt es kaum noch Lehrstellen, da angeblich zu teuer für die Firmen. Wie teuer dies aber die Gesellschaft (die Krankenkassen, den inneren Frieden der Schweiz, die brachliegenden Innovationen der Jungen, Kriminalität, Ansehen der Schweiz, working poor, non-working poor und Fürsorgeempfänger, Staatssteuern) zu stehen kommt ist den Firmen egal, Hauptsache, der Aktionär freut sich am jeweiligen Quartalsausweis. Ihnen ist die Ethik und das Wohl der Schweiz abhanden gekommen, sie sind zu kleinen und großen Egomanen-Zentren verkommen und schieben stattdessen Managern Jahreslöhne in den Hintern, von denen ein gewöhnlicher Angestellter nach einem Jahr Arbeit ein ganzes Leben lang leben könnte. Sie sind blind dem neokonservativen Gedankengut verhaftet.

Sämtliche Telekommunikationsfirmen beispielsweise werden in zwei, drei Jahren Flatrates einführen und die Dienstleistungen entweder teils durch Maschinen (Technik), teils durch Auslagerung (Entlassungen) in Billiglohnländer finanzieren müssen, um rentabel zu bleiben.

Nur so ist zu erklären, daß die schweizerische Telecom für CHF 6.9 Mrd. das Know-How der Glasfasertechnologie in Italien einkaufen muss. Hätte der Bund vor mehr als zehn Jahren auf den damaligen SP-Vorstoß gehört, statt ihn abzulehnen, und die Swisscom, wie verlangt, verpflichtet in der Schweiz mit dem Verlegen von Glasfaserkabeln zu beginnen, hätte sich die Swisscom diese 6’900’000’000.00 Schweizer Franken sparen und in ihre Mitarbeiter investieren können. Doch bereits damals waren Bremser der Rechten am Träumen. Die Entwicklung der Technologie wird weiterhin zu Entlassungen von tausenden von Mitarbeitern führen, die dann auf der Straße stehen. Jeder nach 1950 geborene, der das Durchschnittsalter der Schweiz erreicht, wird noch erleben, daß in der Schweiz nur noch 30% eine feste Anstellung haben – und das werden in der Mehrheit die Beamten sein!

Ich beziehe schon seit über fünf Jahren direkt meine Wellness- und Pharmaprodukte aus Österreich und Hongkong, meine Kleider aus Italien, meine Hardware aus Irland, meine Software aus den USA, meine länger lagerbaren Lebens- und Genußmittel aus Frankreich, Deutschland und Schottland. Ich war im letzten Jahrhundert das letzte mal an einem Bankschalter, ich war im letzten Jahrhundert das letzte mal in einem Einkaufszentrum oder in einer Boutique – und dies alles dank Internet. Ich sehe weder einen Verkäufer, noch einen Apotheker und schon gar nicht einen PC-Händler oder einen Bankangestellten, es sei denn, von ihm wäre ein Photo auf der Homepage.

Wer heute noch von «Arbeit vor IV-Rente» oder «das RAV vermittelt Stellen» plaudert, ist entweder ein in den 50er Jahren stehengebliebener, hoffnungsloser Romantiker, bekifft, sonstwie neben den Schuhenn oder einfach zu rigide im Denken, das Unausweichliche zu akzeptieren. Wie sagt ein Bonmot: Aus den Illusionen der Jungen wachsen die Vorurteile der Alten. Damit meine ich nicht nur, aber hauptsächlich die Rechts-Politiker, genau jene, die es eigentlich besser wissen und über ihre tägliche Lobbyarbeit, über ihre Nase hinaus, denken sollten. Träumen darf man, dafür ist das heimische Bett da, nicht aber im Parlament, nicht bei der Arbeit zum Wohle des Volkes, worauf alle Parlamentarier einen Eid ablegten. Was ist dieser Eid heute noch wert, wenn der Neuling sagt „ich schwöre“? Meint er damit das Wohl aller, oder nur das Wohl seiner Zunft, seiner Verwaltungsratssitze, seiner selbst?

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In diesem Kontext sei mir eine kleine Anekdote gestattet:

Ein Arbeitsloser bewirbt sich als Reinigungskraft bei Microsoft. Der Personalleiter läßt ihn einen Test machen (den Boden reinigen), darauf folgt ein Interview und schließlich teilt er ihm mit: „Sie sind eingestellt, geben Sie mir Ihre E-Mail, dann schicke ich Ihnen die nötigen Unterlagen“. Der Mann antwortet ihm, daß er weder einen Computer besitzt noch entsprechend eine E-Mail hat. Der Personalmensch antwortet ihm, daß er ohne E-Mail Adresse virtuell nicht existiert und daher nicht angestellt werden kann. Der Mann verläßt verzweifelt das Gebäude mit nur 10$ in der Tasche. Er beschließt in den nächsten Supermarkt zu gehen und 10 Kilo Tomaten zu kaufen. Er verkauft die Tomaten von Tür zu Tür und innerhalb von 2 Stunden verdoppelt er sein Kapital. Er wiederholt die Aktion 3-mal und hat am Ende 160$.

Er realisiert, daß er auf diese Art und Weise seine Existenz bestreiten kann, also startet er jeden Morgen und kehrt abends spät zurück. Jeden Tag verdoppelt oder verdreifacht er sein Kapital. In kurzer Zeit kauft er sich einen kleinen Wagen, dann einen Lastwagen und bald verfügt er über einen kleinen Fuhrpark für seine Lieferungen.

Innerhalb von fünf Jahren besitzt er eine der größten Lebensmittelketten der USA. Er beschließt an seine Zukunft zu denken und möchte einen Finanzplan für sich und seine Familie erstellen lassen. Er setzt sich mit einem Berater in Verbindung und sie erarbeiten einen Vorsorgeplan. Am Ende des Gesprächs fragt der Vertreter ihn nach seiner E-Mail Adresse, um ihm die entsprechenden Unterlagen schicken zu können. Der Typ antwortet ihm, daß er nach wie vor keinen Computer und somit auch keine E-Mail besitzt.

Der Versicherungsvertreter schmunzelt und bemerkt: „Kurios – Sie haben ein Imperium aufgebaut und besitzen nicht mal eine E-Mail. Stellen Sie sich mal vor, was Sie mit einem Computer alles erreicht hätten!“ Der Mann überlegt und sagt: „Ich wäre Putzfrau bei Microsoft.“

Ein Freund von mir schreibt noch heute seine Rechnungen handschriftlich, und ist sehr erfolgreich in seinem Metier.

[Carolus Magnus]

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