Big Brother und Werbung fusionieren

.

Entdecke die Möglichkeiten!

Schweizer AdScreens sollen künftig mit Kameras ausgerüstet werden, um potentielle Kunden zu beobachten. Die Testphase läuft noch dieses Jahr an.

Zum Artikel

AdScreen ist das vernetzte und zentral gesteuerte audiovisuelle, elektronische Werbe- und Informationsmedium direkt am Verkaufs- und Informationspunkt, welches Werbeinhalte Dritter in Echtzeit zuläßt..

Bald sollen uns also Kameras beim AdScreen-Schauen filmen. Dumm nur, daß ich die elektronischen Riesenbildschirme gar nie anschaue, denn da steht sowieso nur Käse drauf. Infos mit Löchern. Ein großes Nichts. Mit Riesen-Pixeln so groß wie Monde. Aber die dahintersteckende Idee ist faszinierend, mit einer Kamera festzuhalten, wer wie lange glotzt.

Ein solches Meßsystem könnte bald auch bei ganz normaler Plakatwerbung eingesetzt werden. Eine teure Sache, einzig um festzustellen, daß Männer sexy Models länger anschauen als den androgynen Bulgari-Man. Der Marlboro-Man ist ja bereits verboten worden. Ob der Ad-Brother wohl auch noch einen Detektor für potentielle sexuelle Belästiger enthält? Schließlich sind die Augen der Spiegel der Hormone. Oder so ähnlich.

Wie dem auch sei – auf alle Fälle haben die Werber mit diesem System einen eleganten Weg gefunden, den Datenschutz mittels Videoüberwachung auszuhebeln. Der simple Trick dabei: Die Videobilder werden nicht gespeichert, sondern es werden nur die aus dem Live-Videobild gewonnenen Daten gesammelt. Damit tun sich ganz neue Betätigungsfelder für den Schweizer Staatsschutz auf.

Mit einer intelligenten Software ließen sich die Bilder direkt auswerten und die gewonnenen Erkenntnisse in einer Datenbank speichern. Was?! Der Nef schaut lüstern auf das H&M-Plakat? Ach so, da werden ihn mal bei der nächsten Vergewaltigungsserie vorsorglich um seine DNA bitten müssen. Der Roland schreibt das Wort «Bombe» oder adressiert ein Mail an jemanden in Middle- oder Sus«sex» – Oops, man muß sich wohl künftig vor dem Flash-Werbebanner und der Webcam in Acht nehmen, sonst kommt gleich das Überfallkommando vorbei.

Tatsache wird sein, man schaut sich bald gar keine Werbung mehr an. Konsumunlust wird aber wohl bald auch strafbar werden, denn es schädigt die Volkswirtschaft – und jeder, der wegsieht, ist ein Konsumterrorist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.