Stigmatisierung der Raucher (Teil 4)

«Statt mit der Hölle droht er mit Krebs und sozialer Ausgrenzung, um dann seine eigene Erlösungsvision zu lobpreisen»

Da heißt es z.B. bei Allen Carr einem besonders lebensfeindlichen Missionar der Antirauchlobby; „Alle Raucher spüren, daß sie von etwas Teuflischem besessen sind.“ – „Und je länger sie rauchen, desto tiefer sinken sie nach unten.“

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Da verwechselt offensichtlich jemand den Duft des Tabaks mit dem Dunst der Hölle. So gilt es denn, dieses „gierige Verlangen“ zu bekämpfen. Daß das Zulassen können eines gierigen Verlangens vielleicht gerade ein gutes Verständnis für mich und meine leiblichen Bedürfnisse bedeutet, daß Lust und Verlangen nichts Schlechtes sind, ist für Sektengurus solcherart schlicht undenkbar.

Und auch das Klischee trivialer Diffamierung schreckt diesen Autor nicht. So sind Raucherinnen und Raucher nach Carr „notorische Lügner“ und Lügnerinnen. Wahrscheinlich haben sie auch überlange Nasen und zu kurze Beine. Raucherinnen und Raucher, die jedoch nicht als verlorene Schafe von diesen selbsternannten Hirten eingefangen und geschoren werden wollen, wird mit der Verdammnis gedroht. Laut Allen Carr, diesem Missionar in eigener Sache, sind Raucherinnen und Raucher, die nicht abschwören, verurteilt „zu einem Leben im Schmutz,“ und sie werden behandelt werden wie „Aussätzige“, bis die Raucherinnen und Raucher auch selbst für sich nur noch „Verachtung“ übrig haben.

Und hilft dies nicht, folgen gegenüber diesen „Aussätzigen“ auch Drohungen mit konkreter Gewalt. So droht Allen Carr Rauchern und Raucherinnen mit sozialer Ächtung, der Zersetzung ihrer Ehen, dem psychischen Zusammenbruch, der sozialen Verelendung und noch einer Reihe anderer Übel. Andere fordern für Raucherinnen und Raucher, als angeblich die Gesundheitskassen Belastenden, erhöhte Sozialversicherungsbeiträge, obwohl bei realistischer Betrachtungsweise, diese sogar niedriger ausfallen müßten. Darauf will ich aber genauer im Kapitel über die Kostenlüge eingehen.

Als Mitglieder ihrer Sekte erreichen fanatische Antiraucherinnen und Antiraucher natürlich auch eine höhere Bewußtseinsstufe. Denn Raucherinnen und Raucher sind, aus der Sicht dieser Erlöser, „Tölpel“ bzw. Menschen, die sich selbst betrügen, die ihre wahre Lage nicht erfaßt haben. Bekennende Antiraucherinnen und Antiraucher zeichnen sich, wie die Fanatiker anderer Religionen und Ersatzreligionen, vor allem durch ihre fundamentalistische Intoleranz gegenüber Anderslebenden aus.

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Wäre dies nicht mit einer politischen Praxis verknüpft, die oft ausgesprochen totalitäre Züge annimmt, könnte man getrost über diesen religiös gequirlten Schwachsinn lachen. Leider begnügen sich aber die Antiraucherinnen und Antiraucher nicht mit dem Predigen. Ähnlich wie christlich fundamentalistische Sekten in den USA erzeugen sie einen erheblichen Druck auf die Politik, der zu einer immer weitergehenden Kriminalisierung des Rauchens führt.

Ähnlich wie religiöse Sekten arbeiten sie dabei auch mit der Manipulation des Gewissens der Raucherinnen und Raucher. Auch hier ist wieder Allen Carr ein gutes Beispiel für diese Praxis der Gehirnwäsche. Als wahrer Sektenguru redet er den Rauchern und Raucherinnen auf über 100 Seiten ein, wie dreckig, schlecht und tölpelhaft sie sind. Statt mit der Hölle droht er mit Krebs und sozialer Ausgrenzung, um dann seine eigene Erlösungsvision zu lobpreisen, und die Aufnahme in die ach so tolle Gefolgschaft der Antiraucherinnen und Antiraucher feilzubieten.

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Diese strukturelle Methode des zuerst einen Menschen fertig zu machen und sie innerlich zu zerbrechen, um sie sodann in eine autoritätsfixierte Gefolgschaft einzubauen, ist bestens bekannt aus bestimmten, besonders brutalen Einheiten des Militärs, faschistischer Organisationen und eben der Sekten. So werden Menschen mit autoritärer Charakterstruktur geschaffen. So sollen aus Rauchern und Raucherinnen autoritätshörige Gefolgsleute des Antirauchergurus Allen Carr werden. So heißt es bei ihm gleich mehrmals; „Alles was sie tun müssen, ist, meine Anweisungen zu befolgen. Wenn sie nur einmal den falschen Weg einschlagen, sind alle weiteren Anweisungen sinnlos.“ Also nichts anderes als totaler Gehorsam einfordernd – oder Verdammnis. Da spricht der wiedergeborene selbsternannte Erlöser, der daran hervorragend verdient.

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(Fortsetzung, morgen Sonntag)

Revised by Carolus Magnus

9 thoughts on “Stigmatisierung der Raucher (Teil 4)

  1. Es gibt heute tausende Allen Carrs.

    Er wurde hier nur als Beispiel genommen, für all die vielen andern.

    Um den Inhalt nicht zu verfälschen, habe ich absichtlich nicht die Vergangenheitsform gewählt, denn der Beitrag wurde so um 2003 geschrieben, was ihn in meinen Augen umso interessanter erscheinen lässt.

  2. Laut google hat sich diese Person auch gegen Alkohol und Übergewicht gewendet und entsprechende Beratungsbücher geschrieben.
    Alles sog. „Zivilisationskrankheiten“ die mit Lust am Leben zu tun haben

  3. Repressionen und Verbote sind bereits in Vorbereitung. Dieser Gesundheitswahn wird absolut jeden treffen; nicht bloss die Raucher.

    Beispiel Mississippi:

    Jackson, MS— Mississippi state representative John Read, admitted he never expected this bill to pass. But he did introduce it to the legislature. He wants to ban restaurants from serving food to obese people.

    Land of the fat

    Mississipi an zweiter Stelle in den USA

    Mississippi an erster Stelle in den USA

  4. Unbedingt lesenswerter Artikel mit dem Titel Das Rauchverbot verdrängt die Unterschicht: Link «Die Welt»

    Highlights:

    Das Qualmen wird über kurz oder lang absolut und überall verboten werden. Das ist, wie heftig und verzweifelt die Abwehrgefechte der Raucher auch noch sein mögen, so sicher wie das Amen in der Kirche. Denn das Rauchverbot ist ein Baustein in einer großen kulturellen Umkodierung, die in der gesamten westlichen (und mittelfristig der gesamten modernen) Welt im Gange ist, und gegen die Widerstand auf Dauer so zwecklos ist wie einst gegen die Christianisierung Europas.

    Der kleine Kneipenwirt aus Rheinland-Pfalz hat mit seinem kleinen Etappensieg für die Qualmerei somit nur schlafende Hunde geweckt. Dass, wie er klagt, dadurch die proletarischen Eckkneipen ruiniert werden, ist kein unerwünschter Nebeneffekt, sondern eine der eigentlichen kulturelle Zielsetzungen der strikten Nichtrauchergesetze.

  5. Das sehe ich anders!

    Man darf sich nur nicht alles gefallen lassen! Und, man muss die Leute täglich aufklären, am Arbeitsplatz, in der Kneipe, wo immer man ins Gespräch kommt mit den Menschen.

    Die Menschen sind nicht dumm, sie sind höchstens unwissend, mal von den krankhaften Antis abgesehen.

  6. Interessant ist für mich, dass sowohl Carr (Lungenkrebs als Antiraucher) und auch Zeltner an Krebs erkrankt sind. Letzterer ist noch nicht tod.

    Warum erkranken so viele Menschen an Krebs, welche gerade FÜR einen gesunden Lebenswandel die Werbetrommel rühren? Da wäre auch mal eine Studie fällig.

  7. Das liegt am Unwissen der Hardcore Mediziner, die nicht wahrhaben wollen, dass jede Krankheit erst auf einer psychischen Störung beruht.

    Erst wenn mit der Behebung der psychischen Störung zu lange zugewartet wird, manifestiert sich die Seele über den Körper als Krankheit – man nennt dies in der Medizin auch „psychosomatische Erkrankung“.

    Zeltner wäre gut beraten, einen Psychiater aufzusuchen, sonst lebe ich als rauchender Gleichaltriger länger als der Nichtraucher Zeltner! – Wetten?

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