Y2K mit zehn Jahren Verspätung

Programmierfehler mit großer Wirkung

Allemagne – Rien ne va plus

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EC-Karte-D

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Ein deutscher Programmierfehler macht es möglich, trotz, oder gerade wegen der allseits bekannten deutschen Gründlichkeit, daß wir doch noch in den Genuß des, vor zehn Jahren angekündigten digitalen GAUs der Jahrtausendwende kommen (Y2K).

102 Millionen EC-Karten versagen seit dem 01.01.2010, mitten in der Ausverkaufszeit, weil die Jahreszahl 2010 nicht gelesen werden kann. Wir nehmen an, daß der Programmierer statt 2010 nur 10 programmiert hatte, was dann digital auch 1910 bedeuten könnte. An Geldbezugsstellen sind deutsche EC-Karten fast aller deutschen Banken unbrauchbar; auch in der Schweiz. Schweizer Karten sind davon aber nicht betroffen, wie ein Sprecher der Six Group bekannt gab. Das wird ein teurer Spaß für die Banken!

Seit zwei Tagen arbeiten die deutschen Banken fieberhaft an den Umstellungen der Automaten und man hofft, bis Donnerstag 85 Prozent und bis nächsten Montag 100 Prozent aller Lesegeräte angepaßt und ausgetauscht zu haben. Einzig in den Läden streiken die Karten nach wie vor. Die deutschen Banken werden ihren Kunden neue Karten aushändigen müssen und das «Handelsblatt» schätzt die Kosten für diese Austauschaktion auf vorsichtige 250 Millionen Euro für die involvierten Banken. Bei Mißbrauch von Karten könnte diese Zahl einem Hebelderivatprodukt gleich rasant ansteigen, denn der Chip schaltet sich bei einer Panne selbst aus und die Lesegeräte um auf Magnetstreifenlesen, was automatisch vor sich geht, wenn ein Chip ausfällt. Ungeklärt ist jedoch noch, wie der Einsatz der fehlerhaften Karten an Geldautomaten und Zahlungsterminals im Ausland sichergestellt werden soll.

Da kann man sich natürlich fragen, wozu überhaupt ein Chip. Der einzige Grund dafür ist, daß der Chip mehr Kundendaten speichern kann! Datenschutz, ick hör dir trapschen!

8 thoughts on “Y2K mit zehn Jahren Verspätung

  1. Wenn ich mir vorstelle: über eine Woche kein Bargeldbezug.
    Das heisst auch: über eine Woche

    * kein Feierabendbier
    * keinen Morgenkaffee
    * keinen Einkauf – und
    * nix mit Skifahren, Snowboarden etc.

    Dafür spart man Geld 😉

    Glücklich ist nur der, der immer genug Bargeld hat.

  2. Wenn ein so läppisches Programm nicht beherrscht wird, dann stellt sich die Frage, was passiert, wenn ein wirkliches Problem auftritt.

    Die Antwort haben wir ja schon in der Finanzkrise.

    Wenn… dann…:
    – Neben einer Schnur und einem Sackmesser stets
    – eine Tranche Bares im Sack, eine zweite in „Griffweite“ (man soll nicht zu attraktiv sein…!), ist eine Tugend
    – Reservekanister im Auto
    – Zur Sicherheit noch ein paar Euro …

    • EC-Karten-Panne – Banken warnen vor Tesa-Trick
      Noch immer streiken EC- und Kreditkarten. Manche Kunden überkleben den fehlerhaften Chip, um an Geld zu kommen. Davon raten die Banken ab. Sie arbeiten an anderen Lösungen.

      Quelle focus

    • Auch mit dem Eintreiben der durch die Panne verursachten Mehrkosten bei den Banken hapert es gewaltig.

      Kartenpanne: Die Versprechen von Geldinstituten und die Wirklichkeit. Die betroffenen Institute (Sparkassen, Postbank und Commerzbank) haben angekündigt, den Kunden die Kosten zu erstatten, die ihnen seit Silvester durch die Verwendung alternativer Zahlungsmittel entstanden sind. Damit kommen sie einer Forderung der Verbraucherzentrale nach. Die Erfahrung zeigt: Ankündigungen und deren Umsetzung in der Praxis sind manchmal zwei komplett verschiedene Dinge. Quelle Verbraucherzentrale

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